Rollhockey
Multikulti im Rollhockey - Basel trifft auf Montreux

Wenn am Samstag der RHC Basel in Montreux gastiert, kann es durchaus sein, dass maximal zwei Spieler mit Schweizer Pass auf dem Feld stehen. Multikulti mit Fragezeichen und gleichzeitiger Bereicherung für das Schweizer Rollhockey.

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Ohne ausländische Spieler wäre der Meisterschaftsbetrieb für den RHC Basel undenkbar.

Ohne ausländische Spieler wäre der Meisterschaftsbetrieb für den RHC Basel undenkbar.

Marcel Behnke

Guillaume Oberson bei Montreux und Patrick Mühlheim bei Basel heissen die Stammtorhüter, die am Samstag zwischen den Pfosten ihrer Mannschaften stehen werden. Wenn gleichzeitig aber die Schweizer Feldspieler Andreas Münger und Simon von Allmen auf der Bank sitzen besteht die Möglichkeit, dass acht ausländische Akteure für die Musik im Spitzenspiel der NLA sorgen werden. Schlecht für die Nationalmannschaft, keine Perspektive für das Schweizer Rollhockey und dessen Junioren - so ungefähr sieht es jeder Nostalgiker und politisch Rechtsgesinnter.

Es gibt aber auch andere Gründe: So gelten beim RHC Basel die Spieler aus der süddeutschen Region als Sportschweizer, genauso wie der nun seit drei Jahren in der Schweiz aktive Spanier Alberto Garcia. Ähnlich präsentiert sich die Ausgangslage bei den mit zahlreichen Iberern gespickten Mannschaft von Montreux. Einige Spieler sind seit geraumer Zeit an der Riviera aktiv und haben längst den Status eines "Schweizers" im sportlichen Sinne erhalten.

Verfolgerduell am Samstag

Zweiter entscheidender Fakt ist, dass diese beiden Klubs aktuell ohne ausländische Spieler nicht am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen könnten aufgrund fehlendem oder noch zu jungem Nachwuchs. Die sonst schon kleine Schweizer Rollhockeyszene hätte zwei Vertreter weniger.

Und dritter Fakt: die südländischen Verstärkungen beleben das Geschehen. So stellt der Montreux HC mit 59 erzielten Treffern den gefährlichsten Angriff der Liga und mit Tiago Sousa auch den Topskorer. Auch Basel steht diesen Werten nicht gross nach, wobei die besten Torschützen die "Schweizer" Tobias Mohr und Simon von Allmen sind.

Kritisch beäugt wird die ganze Geschichte von der Konkurrenz natürlich, weil Montreux und Basel sich am Samstag ab 20 Uhr das Verfolgerduell hinter Leader Diessbach liefern. Dabei können die Bebbi bei einem Auswärtssieg bei einem Spiel weniger bis auf einen Punkt an die Waadtländer. Rang 2 wäre damit für Rot-Blau in Reichweite und Leader Diessbach weiterhin auf Schlagdistanz.

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