Hat irgendein Verantwortlicher beim FC Basel Ihnen gegenüber eine Kündigung ausgesprochen?

Marcel Koller: Eine Kündigung hat mir gegenüber niemand ausgesprochen. Ich war am Mittwoch zu Gesprächen in Basel. Weil es Arbeit gab, habe ich anschliessend persönliche Dinge aus meinem Büro geholt und bin zurück in die Ferien.

Haben Sie unter der ungeklärten Situation gelitten?

Nein, weil ich einen Vertrag habe. Ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben. Ich wusste, dass der Verein sich melden würde, wenn man nicht mehr mit mir zusammenarbeiten will. Das Telefonat kam. Wir haben miteinander gesprochen und jetzt bin ich hier. Das ist entscheidend. Dass nicht alles optimal gelaufen ist, ist sicher so. Das müssen wir alle zusammen besser machen.

Aber hinter Ihrem Rücken wurde mit einem potenziellen Nachfolger verhandelt.

Ich bin schon lange in diesem Geschäft. Durch Spekulationen in der Presse lasse ich mich nicht verunsichern. Auch diesmal wusste ich: Falls es so sein sollte, wird sich jemand vom Verein melden.

Haben Sie nie an Rücktritt gedacht?

Ich habe mich nie gefragt, ob ich das alles noch will. Zum einen habe ich einen Vertrag, zum anderen ist der FCB ein geiler Verein. Er hat Erfolg, super Fans, ein super Stadion, super Spieler. Ich bin ein Kämpfer. Entscheidend ist: Vom Verein hat mir niemand gesagt, dass mit anderen Trainern geredet wird.

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Ist Ihnen in Ihrer Karriere schon mal etwas ähnlich Chaotisches passiert?

Ich habe schon erlebt, dass Trainer auf der Tribüne waren und dann spekuliert wurde. So ist der Fussball leider. Das darf dich nicht aus der Ruhe bringen.

Übertragen sich die Differenzen aus der Führungsriege nicht aufs Team?

Wenn Sie die vergangenen paar Monate mit mir verfolgt haben, wissen Sie, dass die Mannschaft immer in Bewegung war. Wir haben aber von den letzten 23 Partien nur eine verloren. Das würde nicht gehen, wenn die Spieler nicht für den Verein und den Trainer da wären. Das zeigt: Die Mannschaft hält zusammen.

Wie gross ist die Vorfreude auf die nächste Saison?

Riesig. Ich bin ein Fussballbesessener. Es war nicht alles gut. Wir müssen besser werden auch in der Zusammenarbeit mit der Presse. Aber ich freue mich auf den Sport, den Fussball. Ich freue mich, die kommenden Aufgaben mit der Mannschaft und dem ganzen Verein anzupacken.

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Aufgezeichnet: Jakob Weber