Eishockey
Der Aufstieg ist nicht auf Eis gelegt: Der EHC Basel gibt sich angriffig

Am Samstag beginnt in der MySports League für den EHC Basel die Saison mit einem Heimspiel gegen den EHC Thun. Das Ziel ist in einem Dreijahresplan festgehalten.

Riccardo Ferraro
Drucken
Sportchef Olivier Schäublin (l.) und Trainer Christian Weber (r.) sind bereit für die neue Saison.

Sportchef Olivier Schäublin (l.) und Trainer Christian Weber (r.) sind bereit für die neue Saison.

Bild: Kenneth Nars

Auf dem Eisfeld der St.-Jakob-Arena trainieren Eiskunstläufer. Die Tribünen sind leer, in den Katakomben ist es ruhig. Einzig aus dem Kraftraum ertönt laute Musik. Dort geben sich am vergangenen Dienstag einzelne Eishockeyspieler des EHC Basel noch den letzten Schliff, bevor es am Samstag gegen den EHC Thun in die neue Saison geht. Es ist der nächste Anlauf der Basler, in die Swiss League und somit in den Profi-Eishockeybereich zu gelangen. Vor zwei Jahren war das Team kurz davor. Einzig die Playoff-Finalserie hatte die Basler vom Aufstieg getrennt. Doch die Pandemie hatte etwas dagegen, die Serie wurde nicht gespielt. Letztes Jahr wurde die Saison bereits nach sieben Spielen wieder abgebrochen. «Ich hoffe schwer, dass wir dieses Mal durchspielen werden», sagt der erfahrene Trainer des EHC, Christian Weber. Er selbst hatte eine lange und erfolgreiche Karriere als Spieler in der Nationalliga A und der Nationalmannschaft.

Mit einem Dreijahresplan hat das Projekt Aufstieg für den EHC begonnen. Gespielt wird seither erst ein Jahr. «Wir machen nun einfach da weiter. Die erste Phase war, ein Heimrecht in den Playoffs zu haben, danach in den Final zu kommen und zum Schluss wollen wir diesen auch gewinnen», erklärt Olivier Schäublin. Der ehemalige Spieler hatte nach seiner Karriere die Rolle als Sportchef übernommen und ist der Einzige, der die dunklen Zeiten des EHC, die im Konkurs gipfelten, noch erlebt hat. «Die grauen Wolken sind jetzt weg und das Projekt interessiert die Leute, Sponsoren und Gönnervereine», erklärt er. «Es hat viel Arbeit benötigt, auch von unserem Präsidenten Daniel Schnellmann, aber langsam atmen wir wieder», fügt er an.

Die lange Vorbereitung ist zu Ende

Auf diese Saison hin hat sich der EHC gut vorbereitet. Das Team um Trainer Weber hat ein Trainingslager in Österreich sowie zehn Testspiele absolviert. Dies vor allem, weil diverse Spieler des Teams in der vergangenen Saison zu fast keinen Einsätzen gekommen sind. Sportlich sind die Verantwortlichen zufrieden mit der Vorbereitung. Es wurden zwar nicht alle Spiele gewonnen, der EHC konnte aber bereits mit höher klassierten Teams mithalten. Ein weiterer Faktor für die lange Vorbereitung sind die Neuzugänge. Zur Entwicklung des Teams auf diese Saison hin waren vier bis fünf Wechsel im Kader geplant. Geworden sind es neun. «Es gibt Spieler, die in eine tiefere Liga gegangen sind, und solche, die in der Pandemiezeit einfach ein gutes Jobangebot bekommen haben. Da kommt es vor, dass der Aufwand für das Eishockey zu gross wird», erklärt Schäublin und fügt an, dass die Spieler, die nun im Kader sind, alle hungrig auf Eishockey sind und sich auf den Start der Saison freuen.

«Die Altersstruktur im Kader ist wichtig und die passt bei uns. Die Spieler haben Ziele und wollen in die Swiss League», sagt Weber. Einen Spieler, der in dieser Saison entscheidend sein wird, wollen sie beide nicht hervorheben. «Die Nummer eins ist das Team», sagt Weber mit Nachdruck und Schäublin fügt an:

«Wir kommunizieren das auch so: Keiner ist grösser als der Verein.»

Es wird klar, dass die zwei dieselbe Sprache sprechen und dasselbe Ziel verfolgen. Die Ligakonkurrenten haben aber nicht geschlafen. «Neun der zwölf Mannschaften haben sich mit ehemaligen Swiss-League-Spielern verstärkt. Wenn wir auf uns schauen, haben wir jedoch sicherlich gute Chancen», findet Schäublin. Die ausgeglichene Liga stellt für den EHC möglicherweise eine Herausforderung dar. «Es ist klar: Alle wollen Basel schlagen. Wenn du deine Ziele erreichen willst, musst du halt mehr machen als dein Gegner», formuliert Weber das Rezept für die Saison.

Basel hat Platz für zwei erfolgreiche Klubs

Dass der EHC seinen Platz in der Sportstadt Basel hat, ist für Schäublin und Weber offensichtlich. «Sogar als der FCB in der Champions League spielte, hatte es Platz für uns», sagt Schäublin. Neben der Nummer eins im Stadion auf der anderen Seite der Strasse tut ein guter EHC der Sportbegeisterung in der Stadt gut. Das sieht Weber ebenfalls so:

«Dem FCB geht es wieder gut und ich habe das Gefühl, dass die beiden Klubs in der Lage sind, die Fans in der Region zu begeistern.»

Vorerst soll Schritt für Schritt genommen werden. Wie weit nach oben es für den EHC dann geht, lassen beide offen. «Die Vision ist sicherlich, irgendwann in der National League zu spielen. Das ist aber noch weit weg», sagt Schäublin. Weber erklärt: «Auf der Landkarte ist erkennbar, dass in allen grossen Städten sowohl Fussball als auch Eishockey gross sind. Das ist hier in Zukunft ebenso möglich.»

Die Gegenwart ist die MySports League, und wenn das Team mit dem gleichen Enthusiasmus aufs Feld geht, wie die zwei Verantwortlichen über die Saison sprechen, ist bald ein neuer Dreijahresplan nötig.

Unterdessen hat sich der Kraftraum in der Arena geleert. Die Eiskunstläufer drehen immer noch ihre Runden. Bald füllen sich die Plätze auf der Tribüne wieder und die Fans dürfen den EHC nach langer Wartezeit und vielleicht bald in einer anderen Liga zum Sieg anfeuern.

Transfers und Spielplan

Neuzugänge: Diego Schwarzenbach (Olten), Patrick Zubler (La Chaux-de-Fonds), Nils Berger (Visp), Marco Cavalleri (Lausanne), Massimo Cordiano (Cortina), Lucas Bachofner (Winterthur), Jan Wieszinski (Martigny / HC Ticino Rockets), Daniel Gysi (EVZ Academy), Jérôme Lanz (Thurgau), Anton Ranov (Visp), Yannick Sablating (Chur).

Abgänge: Daniel Gysi, Silvio Schmutz, Stephan Hermkes, Lars Kellenberger, Patrick Zahner, Rubio Schir, Ueli Dietrich, Mathias Hagen.

Die ersten Spiele: 18.09. Thun (H), 25.09. Huttwil (A).

Aktuelle Nachrichten