Lacrosse
Die Basel Spartans stossen am Heimturnier bis in den Final vor

Am 2. Lacrosse Indoor Basel verteidigen die Bern Titans ihren Titel. Sie gewinnen im Penaltyschiessen gegen das Heimteam, das erst sieben Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit den Ausgleich erzielte.

Patrick Pensa
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Der Basler Spielertrainer Mario von Jackowski (vorne) versucht die St.Galler Abwehr zu umlaufen.

Der Basler Spielertrainer Mario von Jackowski (vorne) versucht die St.Galler Abwehr zu umlaufen.

Martin Töngi

Als Gastgeber sei das Siegen nicht entscheidend, sagte Spartans-Vize-Präsident Marco Saner. Dies war kurz vor Anpfiff des ersten Halbfinals des 2.Lacrosse Indoor Basel. Vor einem Jahr wurden die Basler am Heimturnier bereits in den Viertelfinals gestoppt. Auch heuer steht nicht ein Heimerfolg im Vordergrund, sondern das Integrieren von neuen Mannschaftsmitgliedern.

Im Halbfinal standen die Basler den Olten Saints gegenüber. Nach frühem Rückstand konnten die Spartaner bis auf 3:1 davonziehen. Die Schlussphase des Spiels wurde nach Oltens Anschlusstreffer hektisch, die Violetten konnten sich aber über die Zeit retten.

Saner, der wegen einer Verletzung das Coaching der Spartans übernahm, kam strahlend zur Tribüne: «Spielen ist schön, aber Siegen ist noch besser», sagt er lachend. So schnell hatte sich der Fokus verschoben. Auf einmal winkte der Turniersieg.

Lacrosse fristet noch Schattendasein

Lacrosse steckt hierzulande noch immer in den Kinderschuhen. Füllen die Zuschauer bei Spielen in Nordamerika ganze Stadien, konnte man sich am Sonntag in der Hagenbuch-Sporthalle in Arlesheim einen Sitzplatz aussuchen.

Seit rund fünf Jahren gibt es in der Schweiz eine Meisterschaft, die meist auf Fussballfeldern ausgetragen wird. Die Version ist der Halle wird mit sechs Spielern pro Mannschaft gespielt und dauert statt der normalen 80 Minuten nur 15 Minuten. Gewechselt wird wie im Eishockey fliegend. Auch sonst ähnelt die Sportart am ehesten dem Eishockey. Das Tor befindet sich nicht am Feldende, sondern etwas davor, die Hallenwand kann als Bande verwendet werden und Körpereinsatz ist erlaubt, ja erwünscht.

Dass sich die kleinere Hallenversion vom Spiel auf dem Aussenfeld unterscheidet, zeigen auch die Resultate. Vize-Meister Wettingen verabschiedete sich früh aus dem Turnier. NLA-Absteiger Bern Titans zog in den Final ein.

Ausgleich in letzter Sekunde

Der Final zwischen Bern und Basel bot alles, was den Sport ausmacht. Checks, schnelle Konter und schöne Tore. Bern ging durch einen Treffer vom Spieler mit dem Namen «Sunshine» in Führung. Danach belagerten die Spartans das Berner Gehäuse, scheiterten aber mehrfach am Torhüter. Insbesondere der Stuttgarter Gastspieler in Basler Reihen – mit dem torgefährlichen Namen Alex Frey – wurde von der gegnerischen Abwehr so gut wie neutralisiert. Bis sieben Sekunden vor Schluss. Frey traf zum 1:1. Im anschliessenden Penaltyschiessen konnten sich dann aber die Berner durchsetzen und gewannen das Basler Turnier bei der zweiten Austragung zum zweiten Mal.

Die Enttäuschung hielt sich bei den Baslern in Grenzen. Da beide Stammtorhüter abwesend waren, wusste man, dass es im Penaltyschiessen ganz schwierig wird. «Wir mussten mit einem Feldspieler im Tor antreten. Aber wir haben einen spannenden Final gesehen. Und die Rookies haben sich gut ins Team eingefügt. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so weit kommen», sagt der 29-jährige Saner. In der Vergangenheit war Basel immer abhängig von Schülern aus der International School in Reinach, welche dann bei einer Rückkehr in die Staaten fehlten. Mittlerweile komme der Nachwuchs aber auch aus der Region, was zeige, dass der Sport langsam bekannter werde.

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