Breel Embolo

Basel enteilt mit dem Embolo-Transfer der Schweizer «Konkurrenz»

Jung und unerschrocken: Breel Embolo ist der nächste FCB-Erfolgstransfer. key

Jung und unerschrocken: Breel Embolo ist der nächste FCB-Erfolgstransfer. key

Fussball Breel Embolo (19) wechselt von Basel zu Schalke – die Hintergründe zum Transfer

Es ist ein ungewohnter Anblick. Und vielleicht ist der junge Mann im Video auch selbst etwas überrascht davon. Breel Embolo trägt ein blaues Leibchen, jenes von Schalke 04. Er schaut etwas scheu in die Kamera. Dann sagt er: «Hallo Fans, ich bin Breel Embolo, und ich bin glücklich, ein Blauer zu sein.» Und wenn Embolo, bevor er nach dem EM-Aus in die Ferien entschwindet, noch wissen möchte, was ihn in der Bundesliga erwartet, so braucht er sich nur den Anfang dieses Vorstellungsvideos zu Gemüte zu führen.

Es hat etwas Extravagantes, wie ihn sein neuer Klub präsentiert. Die Logos all jener Vereine, die sich auch mal intensiver oder weniger intensiv um Embolo bemüht haben, werden durchgestrichen. Das Ganze dazu mit pompöser Musik hinterlegt. Nicht Arsenal, nicht Wolfsburg, nicht Barcelona, nicht Manchester United, nicht Leipzig – nein, Schalke ist der grosse Sieger in diesem Transfer-Wettbieten. Das ist die Botschaft. Und damit sind die Erwartungen dieses hektischen Umfelds an Embolo gleich einmal definiert. Um noch etwas Schweizer Lokalkolorit einzubauen, ist im Hintergrund das neue Kult-Fanlied «Oh Embolo» der Nati-Fans zu hören.

Tweet: FC Schalke 04 verküdigt mit Video den Transfer von Breel Embolo

Gestern kommunzierten Schalke und der FC Basel den Wechsel. Nach Wochen der Spekulationen und vermeintlichen Gewissheiten ist die Zukunft des 19-Jährigen nun also geregelt. Embolo unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. Die Ablösesumme beträgt mindestens 24 Millionen Franken. Bonuszahlungen könnten je nach Erfolg noch dazukommen. Bedeutet: Embolo ist der teuerste Spieler, der je von einem Schweizer Verein ins Ausland wechselte.

Für FCB-Sportdirektor Georg Heitz ist der Schritt zu Schalke der richtige. «Es ist ein Umfeld, in dem die Menschen den Fussball lieben, in dem viel Euphorie entstehen kann. Da passt Breel gut hinein.» Zudem sind die Einsatzchancen gewiss grösser als etwa bei einem Spitzenklub in der Premier League. Dies ist auch Embolo bewusst. Im Interview mit der «Nordwestschweiz» kurz vor der EM sagte er: «Die Bundesliga ist der richtige Schritt für mich. England ist zwar die Liga meiner Träume – aber was will ich dann mit 24 oder 25 noch machen?»

Der Wechsel von Breel Embolo zu Schalke ist perfekt.

Der Wechsel von Breel Embolo zu Schalke ist perfekt.

Embolo ist das nächste Millionengeschäft des FCB. Alleine mit den Verkäufen von Shaqiri, Xhaka, Sommer, Salah, Elneny, Gonzalez und Embolo hat der Verein in den letzten vier Jahren etwa 110 Millionen Franken eingenommen. Es ist eine beeindruckende Bilanz. Und löst wahrscheinlich ob der Regelmässigkeit bei der nationalen Konkurrenz nicht einmal mehr ein Staunen aus. Wobei man sich auch fragen könnte, ob das Wort «Konkurrenz» gerechtfertigt ist.

Kurzfristig darf sich der FCB also über viel Geld freuen. «Einen Teil davon werden wir reinvestieren», sagt Heitz. Aber bei einem Transfer wie jenem von Embolo steckt mehr dahinter. «Es ist eine doppelt schöne Botschaft», erklärt Heitz, «einerseits ist es ein Ansporn für unsere Jugend. Es zeigt, wo der Weg hinführen kann. Und andererseits ist es auch ein Signal an talentierte Spieler aus aller Welt. Diese sehen: Der Weg ist beim FCB nicht zu Ende, der nächste Sprung ist dann vielleicht ein sehr grosser. Damit wird der FCB als Adresse natürlich lukrativer.»

Doumbia als Nachfolger?

Einer, der bald zu einem von Embolos Nachfolgern werden könnte, heisst Seydou Doumbia. Der einstige YB-Kultspieler wechselte im Januar 2015 für 14,5 Millionen Euro von ZSKA Moskau zur AS Rom. In Rom blieb er allerdings nur sechs Monate. Danach wurde er je für ein halbes Jahr wieder an ZSKA Moskau und an Newcastle ausgeliehen. Nun scheint der FCB die nächste Station zu sein für den mittlerweile 28-jährigen Ivorer. Die «Gazzetta dello Sport» meldete den Transfer bereits als perfekt. Bis zur Offizialisierung dauert es indes noch.

Zurück zu Embolo. Er wird bei Schalke die Nummer 36 tragen. Und soll dazu beitragen, dass der Verein in der übernächsten Saison zumindest wieder in der Champions League spielt. Der Traum vom ersten Meistertitel seit 1958 ist zwar ungebrochen – derzeit jedoch wegen der Übermacht von Bayern München kaum realistisch. Das höchste der Gefühle scheint, dem Erzrivalen Borussia Dortmund wieder näher zu kommen. Die Hoffnung besteht jedenfalls, dass unter dem neuen Führungsduo – Manager Christian Heidel (ex Mainz) und Trainer Markus Weinzierl (ex Augsburg) – neben dem Platz endlich etwas Ruhe einkehrt. Kommentar rechts

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