Tennis

Australian Open: Roger Federer steht in den Viertelfinals und sorgt für einen Rekord

Roger Federer steht in den Viertelfinals der Australian Open.

Roger Federer steht in den Viertelfinals der Australian Open.

Zwar verliert Roger Federer auch gegen den Ungar Marton Fucsovics (ATP 67) den Startsatz, setzt sich aber mit 4:6, 6:1, 6:2, 6:2 durch und steht zum 15. Mal in den Viertelfinals der Australian Open. Sein Gegner dort ist der 28-jährige Amerikaner Tennys Sandgren (ATP 100).

Zwei Tage nach seinem 4:03-Stunden-Krimi gegen John Millman, bei dem er im Matchtiebreak des fünften Satzes einen 4:8-Rückstand noch in einen Sieg verwandelt hatte, legt Roger Federer auch gegen den Ungar Marton Fucsovics (27, ATP 67) einen Fehlstart hin und verliert den Startsatz in den Achtelfinals der Australian Open mit 4:6. Federer fehlt die Frische und der Aufschlag bleibt oft stumpf. Gleichwohl setzt er sich Federer nach 2:10 Stunden mit 4:6, 6:1, 6:2, 6:2 durch und steht damit zum 57. Mal in den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers, zum 15. Mal bei den Australian Open. Bisher hatte er sich diese Bestmarke mit John Newcombe geteilt. In den Viertelfinals trifft Federer zum ersten Mal auf den Amerikaner Tennys Sandgren (ATP 100). «Ich spielte in meinem Leben schon viel Tennis, aber noch nie gegen Tennys», sagte Federer im Platzinterview.

Tennys Sandgren hatte in der zweiten Runde bereits den Italiener Matteo Berrettini (ATP 8) ausgeschaltet und steht erst zum zweiten Mal in den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers, zum zweiten Mal nach 2018 bei den Australian Open. Damals hatte er dort Stan Wawrinka und Dominic Thiem bezwungen. Sandgren lernte damals aber auch die Schattenseiten des Erfolgs kennen. Jeder wollte wissen, wer der Amerikaner ist. Und weil das Internet nichts vergisst, zeichnete man mit Verweis auf sechs Jahre alte Äusserungen das Bild eines Mannes, der mit politischen Rechten sympathisiert, antisemitisch, homophob und sexistisch, ein bekennender Anhänger von Donald Trum. Das Etikett wurde er nie mehr los. 

Tennys Sandgren fordert in den Viertelfinals der Australian Open Federer.

Tennys Sandgren fordert in den Viertelfinals der Australian Open Federer.

Sandgren verlas damals ein Statement, ehe er nur noch Fragen zum Spiel beantwortete. Darin sagte er: «Ihr versucht, die Leute in Schubladen zu stecken, damit ihr eure Weltansicht nicht verliert. Dabei lasst ihr keine Individualität mehr zu. Mit einer Hand von Followers und Likes auf Twitter ist mein Schicksal in euren Köpfen schon besiegelt.“ Mit Stift und Papier entmenschliche man ihn und hetze Nachbarn gegeneinander auf. „Dabei wollt ihr die Hölle beschleunigen, der ihr selbst entfliehen wollt. Es ist mein fester Glaube, dass jedes Individuum von höchstem Wert ist, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion oder sexueller Orientierung. Es mein Job, aus mir das Beste zu machen und die Liebe von Christus zu verinnerlichen, denn nur IHM bin ich Rechenschaft schuldig.»

Nach seinem Ausscheiden in Melbourne verschwand Sandgren wieder von der Bildfläche. Er blieb ein Grenzgänger zwischen Challenger-Turnieren, bei denen es ums nackte Überleben geht, und der Tennis-Karawane, in der Millionen umgesetzt werden. Während Federer gegen Fucsovics seinen 101. Sieg in Melbourne feierte, kommt Sandgren in seiner gesamten Karriere auf 36 Profi-Siege. 2019 gewann er in Auckland seinen ersten Titel, Federer steht bei 103. Sandgren sagt, er habe oft vor wenigen Menschen Tennis gespielt, und oft gegen Spieler, die besser seien als er, denen aber das Geld ausgegangen sei, und die nicht so viel Biss gehabt hätten wie er. Sandgren sagte, er sei dankbar, dass es bei ihm anders kam. Dankbar dafür, dass er sich nun mit einem wie Roger Federer messen darf. 

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