Wussten Sie, dass Abnehmen Doping sein kann? Sogenannte Diuretika, harntreibende Substanzen, die dem Körper massiv Flüssigkeit entziehen und für einen raschen Gewichtsverlust sorgen, stehen schon seit 1984 auf der Verbotsliste des IOC. Eine Leistungssteigerung erzeugen diese Mittel nicht. Lange waren sie beliebt zur Maskierung der Einnahme von Anabolika. Seit die Wissenschaft bei der Analyse von Urin mit Hightech arbeitet, ist dieser Effekt nutzlos. Als Doping können Diuretika trotzdem dienen. Beliebt in Sportarten mit Gewichtsklassen wie Boxen, Ringen und Judo.

In der Schweiz blieb 2016 ein Handballer in der Diuretika-Falle hängen. Da er nachweisen konnte, dass es an einem verunreinigten Medikament lag, wurde er freigesprochen. Weil Spuren der Substanz in Arzneien und Nahrungsmittel vorkommen können, fordern Antidopingagenturen die Einführung eines «Reporting Levels» – einer bestimmten Menge, ab der ein Fall gemeldet werden muss. Nicht alle Wissenschafter unterstützen das. Sie weisen darauf hin, dass ein geringes Quantum eines Diuretikums auch Hinweis auf Blutdoping sein kann, wie etwa beim erwischten Ex-Veloprofi Fränck Schleck vermutet. Denn auch in Blutplasma findet man diese Substanz häufig.

Neben den verbotenen Diuretika machte zuletzt eine erlaubte Substanz Schlagzeilen. Niederländische Eisschnellläufer und Radfahrer sollen gemäss eines ehemaligen Trainers das verschreibungspflichtige Medikament Thyrax im grossen Stil eingenommen haben. Es reduziert das Körpergewicht, ohne dass man Muskelmasse verliert. Ein besseres Verhältnis von Kraft zu Gewicht – verlockend für viele Athleten. Gesund ist die Einnahme des Mittels gegen Schilddrüsenerkrankungen nicht. Ob es aber leistungssteigernd wirkt und verboten werden muss, darüber streiten sich die Fachleute. Die US-Antidopingbehörde sagt resolut Ja, die Sportmediziner sagen entschieden Nein. Nur zwei von vielen Beispielen, wo man sich nicht einig wird.