Silvan Dillier

Weshalb für den Aargauer Veloprofi der Frühling dieses Jahr im Herbst stattfindet

Schneisingen, 01.07.2018 Sport, Rad, Radsport. Schweizer Meisterschaften 2018 in Schneisingen. Silvan Dillier im Interview. Copyright by: foto-net / Alexander Wagner Schweizer Meisterschaftne 2018 Strasse in Schneisingen

Warten bis 1. August: Silvan Dillier.

Schneisingen, 01.07.2018 Sport, Rad, Radsport. Schweizer Meisterschaften 2018 in Schneisingen. Silvan Dillier im Interview. Copyright by: foto-net / Alexander Wagner Schweizer Meisterschaftne 2018 Strasse in Schneisingen

Seit anfangs März steht auch die Radsport-Welt still. Am 1. August soll die unterbrochene Saison wieder losgehen. Auch für den Schneisinger Radprofi Silvan Dillier, den dann drei sehr intensive Rennmonate erwarten. Mit Klassikern zu einem ungewohnten Zeitpunkt.

Am 7. März hätte der italienische Halbklassiker «Strade Bianche» über die Bühne gehen sollen. Drei Tage vorher war der Schneisinger Radprofi Silvan Dillier schon auf dem Weg Richtung Flughafen, als er vom Management seines AG2R-Teams den Umkehrbefehl erhielt. Die Coronakrise sorgte damals auch im Radsport für den abrupten Saisonunterbruch.

Der Frühling, die Zeit, in welcher die schönsten Radklassiker normalerweise über die Bühne gehen, blieb zurück im Vakuum. Statt sich in Italien, Flandern oder Frankreichs Norden um die begehrten «Monumente des Radsports» zu duellieren, mussten die Radprofis zu Hause bleiben. Im Fall von Silvan Dillier durften sie immerhin auf der Strasse trainieren. In den Ländern mit strikter Ausgangssperre waren die Zweirad-Akrobaten zum Homeoffice auf der Rolle verurteilt.

Das Licht am Ende des Tunnels

Nun sehen aber auch die Radprofis langsam aber sicher wieder das Licht am Ende des Tunnels. Aber es ist immer noch recht weit entfernt. Gemäss Kalender des internationalen Radverbands UCI wird die Saison am 1. August wieder aufgenommen. Mit Strade Bianche, also dem Rennen, welches als Erstes der Coronakrise zum Opfer fiel.

Auch Silvan Dillier soll gemäss seiner provisorischen Saisonplanung am Schweizer Nationalfeiertag in Siena am Start stehen – zwei Tage vor seinem 30. Geburtstag. Danach geht es für den frischgebackenen Vater Schlag auf Schlag. Bis Ende Oktober ist das Programm dicht gedrängt. Im Detail kennt Dillier seinen Fahrplan noch nicht. Ziemlich sicher ist aber, dass er die Rennen, die schon im Frühling zu seinen Höhepunkten gehört hätten, Ende Oktober bestreiten kann. Dann werden unter anderem die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix nachgeholt. Deshalb findet für Silvan Dillier der Frühling ausnahmsweise mal im Herbst statt. Er sieht das pragmatisch und sagt lachend: «So warm wie der Herbst zuletzt oft war, mache ich mir punkto Wetter keine Sorgen.» Zumal ja auch die Rennen im Frühjahr durchaus bei garstigen Bedingungen über die Bühne gehen können.

Tour-de-France-Teilnahme noch offen

Ob Dillier auch die Tour de France fahren wird, ist noch offen. Er selber würde liebend gerne am grössten und wichtigsten Radrennen der Welt teilnehmen. Aber die Startplätze beim Heimrennen seines Arbeitgebers sind begehrt. Die Frankreich-Rundfahrt, die normalerweise im Juli stattfindet, beginnt heuer am 29. August und dauert bis zum 20. September.

Vorderhand ist für Silvan Dillier weiterhin Geduld angesagt. Immerhin: Der Aargauer fühlt sich nach den langen Wochen des individuellen Trainings körperlich in bester Verfassung. Aber die Rennen kann man nur bedingt simulieren: «Wenn es im August mit hoher Intensität losgeht, dann wird das für den Körper ein Schock sein.»

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