FC Aarau
«Veraaraut»-Häme bis Lob für Fans: Das sind die Zuschauer-Reaktionen auf das Barrage-Drama

Sandra Meier
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Der FC Aarau verliert gegen Xamax nach Penaltyschiessen.
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Damit verpasst der FCA den angestrebten Aufstieg in die Super League.
FCA-Keeper Nikolic kann keinen Xamax-Elfer parieren.
BG: Barrage-Rückspiel: FC Aarau - Neuchâtel Xamax (2.6.19)
Er versenkt seinen Elfmeter als einziger Aarauer nicht im Tor.
Hier hält Xamax-Goalie Laurent Walthert Zverotics Schuss.
Serey Die verwandelt später den entscheidenden Elfmeter für die Neuenburger...
... und bejubelt den Ligaerhalt.
Die Aarauer Spieler sind nach dem Spiel am Boden zerstört.
Emotionen pur.
Kein Trost hilft.
Die Enttäuschung steht auch den Zuschauern ins Gesicht geschrieben.
Auf der anderen Seite kann Walthert sein Glück kaum fassen.
Grosser Jubel beim Neuenburger Pietro Di Nardo.
Der FC Aarau liegt nach 90 Minuten 0:4 zurück. Es kommt zur Verlängerung.
Soweit hätte es nicht kommen müssen: In der 90. Minute hatte Marco Schneuwly aus drei Metern das leere Tor verfehlt.
Der einstige Torschütze vom Dienst kann es kaum fassen.
In der Verlängerung fallen keine Tore. Das Penaltyschiessen muss entscheiden.
Damit hätte wohl auch Sportchef Sandro Burki nicht gerechnet.
Fassungslosigkeit bei den FCA-Spielern.
Die Bilder der ersten Halbzeit: In der 20. Minute bringt Serey Die Xamax vom Punkt mit 1:0 in Führung.
In der 29. Minute erhöht Oss auf 2:0.
Noch vor der Pause trifft Kemal Ademi per Kopf zum 3:0 für Xamax.
Die Aarauer Offensive um Stefan Maierhofer bleibt in der ersten Halbzeit blass.
Aarau liegt bereits nach 45 Minuten mit 0:3 zurück.
Norman Peyretti (r.) im Duell mit Marcis Oss.
Stefan Maierhofer (l.) versucht, sich gegen zwei Neuenburger zu behaupten.
Parade von Torhüter Nikolic.
In der 72. Minute trifft Tréand zum 4:0. Die Verlängerung ist Tatsache. Der Rest ist bekannt.
Vor dem Spiel: Die Mannschaften sind bereit.
Die Choreo der FCA-Fans vor dem Spiel.
Sportchef Sandro Burki und Trainer Patrick Rahmen vor dem Spiel.
Das Brügglifeld ist ausverkauft.
Xamax-Topscorer Raphaël Nuzzolo nimmt nur auf der Tribüne Platz. Er ist gesperrt.
Die Zuschauer strömen ins Brügglifeld.
FCA-Präsident Alfred Schmid unterstützt die Mannschaft im Stadion.

Der FC Aarau verliert gegen Xamax nach Penaltyschiessen.

freshfocus

Der Aufstieg schien so sicher – und dann platzte der Traum von der Super League doch. Ein herber Schlag, nicht nur für den FC Aarau, sondern auch für dessen Fans. Schock. Enttäuschung. Häme. Aber auch Zuspruch und Lob. Dieses Spiel liess die wenigsten kalt, wie die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen.

Von Heimvorteil kann man beim gestrigen Spiel nicht sprechen:

Einst war die Wortschöpfung «Veryoungboysen» fast schon Kult. Sie stand für die Unfähigkeit, einen Titel zu gewinnen. Twitter-Nutzer scheinen nun eine Alternative gefunden zu haben:

Ein weiterer Nutzer sieht keine Eile mehr beim neuen Stadion:

Auch die AZ-Leser haben den verpassten Aufstieg rege kommentiert. Leser joerckel findet klare Worte: «Wenn eine Mannschaft einen in einem Auswärtsspiel derart grossen Vorsprung im nachfolgenden Heimspiel nicht in der Lage ist zu verwalten, dann hat diese Mannschaft in einer höheren Liga absolut nichts zu suchen.»

Urs Hofmann, Landammann: «Zuerst ist man enttäuscht - auch ich hätte gerne ein Fest auf dem Aargauerplatz erlebt und nächstes Jahr Super League Spiele im Brügglifeld. Aber wenn man bedenkt, wie die Saison angefangen hat, ist es sensationell, dass wir überhaupt soweit gekommen sind. Ich gratuliere dem FC Aarau, wir können stolz auf die Mannschaft sein!»
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Stefan Zürcher (51) Mettau: «Ich hätte niemals mit so etwas gerechnet! Die meisten Aarauer Zuschauer wohl auch nicht. Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg ist riesig. Ich habe meinen Sohn dabei und wir hatten vor, auf dem Aargauerplatz feiern zu gehen. Tja, nun zotteln wir halt wie geschlagene Hunde nach Hause.»
Martin Kull, Chef HRS Real Estate AG: «So knapp vor dem Ziel scheitern ist extrem bitter. Wenn wir aber bedenken, wo der FCA im Oktober stand, so ist die Leistung eindrücklich. Am eindrücklichsten ist für mich die Begeisterungsfähigkeit des Umfelds und der Fans: Sie sind schon heute Super League-würdig und haben bewiesen, dass der FCA ein neues Stadion braucht.»
Jan Bodenmann (47) Brugg: «Das Resultat ist Enttäuschung pur! Ich musste gegen Ende des Spiels aus dem Stadion raus, weil meine Nerven das nicht aushielten. Ich bin seit meiner Jugend FCA-Fan. Mein Herz blutet ab dieser Niederlage. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf. Es wird wieder einen nächsten Frühling geben.»
Regina Meiersmüller (39) Suhr: «Es ist einfach schade, dass sie den Aufstieg nicht geschafft haben. Das hat man vor dem heutigen Spiel nicht erwartet. Aber ja, in ihren Köpfen waren sie wohl etwas zu siegessicher. Und dieser Schuss ging nach hinten los. Etwas leid tun sie mir aber schon, sie haben sich grosse Hoffnungen gemacht.»
Marcel Peter (34) Widen: «Ohne Fleiss gibt es nun mal keinen Aufstieg. Der FCA hat definitiv mit zu wenig Power gespielt. Ich bin FCA-Fan seit ich neun Jahre alt bin, seit der Klub 1994 den Meistertitel gewonnen hat und halte ihm seither die Treue. Er hätte im Heimspiel alles geben müssen, wenn er schon im Hinspiel eine 4:0-Führung erreicht hat.»

Urs Hofmann, Landammann: «Zuerst ist man enttäuscht - auch ich hätte gerne ein Fest auf dem Aargauerplatz erlebt und nächstes Jahr Super League Spiele im Brügglifeld. Aber wenn man bedenkt, wie die Saison angefangen hat, ist es sensationell, dass wir überhaupt soweit gekommen sind. Ich gratuliere dem FC Aarau, wir können stolz auf die Mannschaft sein!»

AZ

Leser Stephan Fehlmann ortet den Grund für die Niederlage nicht in der fehlenden Reife, wie AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli vermutete, sondern in der «unprofessionellen Einstellung» der Mannschaft: «Man war ja eh schon oben, und das Bier war überall kaltgestellt. Diese kalte Dusche kam wahrscheinlich nicht von ungefähr.»

Aufstieg vergeigt – das provoziert auch hämische Kommentare:

Derweil lässt sich Leser Leo nicht entmutigen: «In die Superleague und sofort wieder absteigen, eine Saison lang kaum ein Spiel gewinnen wäre doch auch trostlos.» Vorläufig sei es gut, dass es so kam.

«Schadenfreude ist fehl am Platz»

Auch die Frage der Schuld beschäftigt die Kommentatoren. Für Leser Roland Schmid liegt sie bei Trainer Patrick Rahmen. Der «sonst so zuverlässig Chef-Trainer» habe ausgerechnet vor dem Spiel massiv gepatzt. Schmid bemängelt die «falsche Taktik»: «Zuerst einmal abwarten anstatt Vollgas geben von Anfang an.» Zudem kritisiert er, dass Rahmen falsche Spieler aufgestellt habe.

Dennoch findet auch er versöhnliche Worte zum Schluss: «Das Duo Burki/Rahmen leistet nun sehr gute Arbeit – trotz dem heutigen, groben und unnötigen Stolperer mit Folgen.»

Eine Twitter-Nutzerin mahnt, dass Schadenfreude fehl am Platz sei. «Das Aarauer Herz ist etwas traurig, darfs auch, oder?»

Lob gibt es auch für die Aarau-Fans. Vielen ist die «Schande von Luzern» noch in bester Erinnerung: Wütende GC-Chaoten provozierten letzten Monat in Luzern einen Spielabbruch. Anders reagierten die Aarau-Fans gestern. «Da bleibt auch das neutrale Auge nicht trocken. Chapeau!», schreibt Joel Müller auf Twitter:

Auch AZ-Leserin A. Graf findet lobende Worte – obwohl sie selbst kein Aarau-Fan sei, wie sie schreibt: «Ich möchte den Aarau-Fans meinen grössten Respekt aussprechen. Absolut bemerkenswert, wie sie mit dieser schlimmstmöglichen Niederlage umgehen und die Mannschaft unterstützen. Grossartig! Das ist alles andere als selbstverständlich.»

Und Twitter-Nutzer Roland Johner blickt nach vorne:

Trainer Patrick Rahmen bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung bei Hochs und Tiefs dieser Saison.
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Konsternierte Gesichter auf dem Brügglifeld.
Auch für die kleinen Fans ist der verpasste Austieg ein herber Schlag.
Die Fans hatten sich auf eine grosse Aufstiegsfeier eingestellt.
Enttäuschung auch bei den Fans am Public Viewing im Penny's in Aarau.
Mitfiebern im Restaurant Sportplatz.
Bereits nach wenigen Minuten ging Xamax in Führung – ein Schock für Fans beim Public Viewing in der Aeschbachhalle.
Das Brügglifeld war ausverkauft...
...einige Fans versuchten dennoch einen Blick auf den Platz zu erhaschen.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6. FC Aarau Public Viewing in der Aeschbachhalle 6
Public Viewing im Penny.
Public Viewing im Penny.
Public Viewing im Penny
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6
Public Viewing im Penny.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Public Viewing im Penny.

Trainer Patrick Rahmen bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung bei Hochs und Tiefs dieser Saison.

Key.