Die heisse Geschichte aus Sicht des FC Aarau spielt sich momentan nicht auf sondern neben dem grünen Rasen ab. Der FC Wil will Igor Nganga verpflichten. Der Krösus der Challenge League mit dem türkischen Multi-Millionär Mehmet Nazif Günal an der Spitze hat dem 29-jährigen Kongolesen ein schon fast unmoralisches Angebot gemacht.

Hinter vorgehaltener Hand spricht man von einem monatlichen Fixum von mehr als 20'000 Franken. Wird Nganga der finanziellen Verlockung erliegen? Oder hält er dem FC Aarau im letzten Moment doch noch die Treue? Jenem Klub also, bei dem er seit fünf Jahren spielt und bei dem er in dieser Saison zum Publikumsliebling geworden ist?

Der FC Wil buhlt also um die Gunst von Igor Nganga. Und scheint im Rennen um den Abwehrspieler die Nase ganz klar vorne zu haben. Und wie reagiert der FC Aarau auf die schlechte Nachricht? «Natürlich hätten wir den Vertrag mit Nganga gerne verlängert», sagt Vizepräsident Roger Geissberger. «Aber wir wissen seit geraumer Zeit vom Interesse des FC Wil. Das können wir nicht beeinflussen. Und in finanzieller Hinsicht ist es für uns unmöglich, mit dem FC Wil mitzuhalten.» Und wie gross sind die Chancen, dass Nganga trotz der Superofferte der Wiler in Aarau bleiben wird? Geissberger zögert und sagt dann: «Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig.»

Geissbergers Optimismus in Ehren – es kommt wohl anders: Igor Nganga wird den FC Aarau Ende Saison aller Voraussicht nach verlassen. Aus dem Umfeld des FC Wil ist zu vernehmen, dass die Unterschrift unter einen mehrjährigen Vertrag nur noch Formsache ist.

So sieht es auch Raimondo Ponte. «Ich glaube nicht, dass wir Nganga noch halten können», sagt der Sportchef des FC Aarau. «Es ist schade, aber nicht zu ändern. Mit dem Angebot des FC Wil können und wollen wir nicht mithalten. Im Profifussball spielt das Geld nun mal eine entscheidende Rolle. Das war bei Marvin Spielmann während der Winterpause so. Und das wird höchstwahrscheinlich auch bei Igor Nganga so sein.» Einen Unterschied gibt es allerdings: Für Nganga muss der FC Wil keine Ablösesumme bezahlen. Für Spielmann kassierte der FC Aarau satte 825'000 Franken.