NLB Unihockey
Unihockey Mittelland mit Rumpfteam zum Willenssieg

Unter denkbar ungünstigen Umständen bezwingt Unihockey Mittelland auswärts die Iron Marmots Davos-Klosters mit 7:5 und wendete dabei einen zwischenzeitlichen Dreitorerückstand zum Sieg.

Tobias Schalk
Drucken
Teilen
Auch Manuel Mucha (rechts) konnte sich gegen Davos-Klosters in die Torschützenliste eintragen.

Auch Manuel Mucha (rechts) konnte sich gegen Davos-Klosters in die Torschützenliste eintragen.

Pascal Kamber

Mit einem regelrechten Rumpfteam unternahm Mittelland die Reise in die derzeit vom WEF belagerte Bündner Bergmetropole. Zu den bereits bekannten und längerfristigen Absenzen gesellte sich die krankheitsbedingte Abwesenheit von Köniz-Leihgabe und Ausnahmekönner Samuel Schneiter.

Zwölf Feldspieler und zwei Torhüter stellten sich also dem Davoser Ensemble, das noch um die Playoff-Teilnahme kämpfen muss. Entsprechend den Vorzeichen gestaltete sich der Start in die Partie. Bald waren die Gäste mit zwei Längen im Hintertreffen und bei Spielmitte lag man gar mit 1:4 zurück. Zwar hatten sich die Mittelländer nach und nach mehr Spielanteile erkämpft, doch zeigten sich die Davoser mit einem Doppelschlag effektiv.

Comeback vollbracht

Mit einem gelungenen Solo hauchte Daniel Baumann, der für einmal zwischen den Mucha-Zwillingen aufgelaufen war, seinen Farben neues Leben ein. Das UM-Powerplay und Manuel Mucha, nach überstandener Strafe gerade erst zurück aufs Feld geeilt, sorgten für den Ausgleich nach 37 Minuten. So befand sich die Partie im dritten Abschnitt auf Messers Schneide.

Nunmehr waren es die Einheimischen die den Rhythmus bestimmten, die Mittelländer, in die eigene Hälfte gedrängt, fuhren bei Gelegenheit Konterangriffe. Mit diesem Mittel sorgte die erste Linie in der 51. Minute für die erste Gästeführung an diesem Abend. Unter dem Dauerdruck Davos’ wehrte sich das UM-Kollektiv solidarisch und warf sich geradezu heroisch in die zahlreichen Abschlüsse. Mit dem sechsten Treffer zwei Minuten vor Schluss nach einem weiteren Konter belohnte sich UM für die harte Arbeit. Die Iron Marmots stellten nochmals den Anschluss her, bevor Dominic Mucha in den Schlusssekunden mit dem vierten persönlichen Treffer den Deckel auf die Partie machte.

Widrigkeiten als Motivation

Ein sichtlich zufriedener UM-Trainer Renato Wyss erachtete die disziplinierte Spielweise als Schlüssel zum Erfolg: «Wir blieben stets ruhig und fokussiert. Von der ungestümen und bisweilen überharten Spielweise des Gegners liessen wir uns nicht anstecken.» Für den geschlossenen Mannschaftsauftritt sprach er seinen Mannen ein grosses Lob aus.

So scheinen die schwierigen Umstände gar eine leistungsfördernde Wirkung entfaltet zu haben, womit UM in Hinblick auf die Playoffs endlich an Fahrt aufgenommen hat. Nun da der sechste Rang gesichert ist, kommen für die Viertelfinals noch die Mannschaften von Altendorf, Sarganserland oder Thurgau als mögliche Gegner in Frage. Nun steht eine zweiwöchige Meisterschaftspause an, bevor Mitte Februar zum Abschluss der Qualifikation eine Doppelrunde ansteht und anschliessend die Playoffs beginnen.

Davos-Klosters – Mittelland 5:7 (2:1, 2:3, 1:3)

Arkaden, Davos-Platz. – 100 Zuschauer. – SR: Meister/Rimensberger.

Tore: 1. Hänggi 1:0. 7. F. Hartmann (Guidon/Ausschluss Buchli!) 2:0. 15. Burgherr (Pauli) 2:1. 28. Laely (F. Hartmann) 3:1. 29. Marugg (Buchli) 4:1. 32. Baumann (Zwirner) 4:2. 33. D. Mucha (M. Mucha/Ausschluss Wiedmer) 4:3. 37. M. Mucha (Zwirner) 4:4. 51. D. Mucha (Baumann) 4:5. 58. D. Mucha (Baumann) 4:6. 59. Baumgartner (F. Hartmann) 5:6. 60. (59:56) D. Mucha (M. Mucha/Ausschluss Baumann!) 5:7.

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Davos-Klosters. 4-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (M. Mucha) gegen Mittelland.

Davos-Klosters: Ch. Hartmann; F. Hartmann, Guidon; Doos, Nevrkla; Waser, Hänggi; Rizzi, Baumgartner, Laely; Thöny, Vladar, Dürr; Buchli, Marugg, Wiedmer; Horn, Fischer, Tüsel, Mathis.

Mittelland: Unternährer; Pass, Zwirner; Gysin, Burgherr; D. Mucha, Baumann, M. Mucha; Schürmann, Pauli, Flury; Schalk, Rhiner, Wyss.

Bemerkungen: Mittelland ohne Tschanz (verletzt), Schneiter und Vaicis (beide krank), Schneeberger (rekonvaleszent), Niggli und Schenk (Militär) sowie ohne Gassmann (nicht im Aufgebot). 58. Timeout Davos-Klosters und anschliessend mit sechstem Feldspieler anstelle Torhüter. Christoph Hänggi (Davos-Klosters) und Roman Pass (Mittelland) als beste Spieler ihrer Teams ausgezeichnet.

Aktuelle Nachrichten