Nach den Rücktritten von Thomas Lambert, Renato Ulrich und Andreas Isoz sowie den Zwangspausen von Tanja Schärer und Christopher Lambert startete das Schweizer Aerials-Team bereits im vergangenen Winter dezimiert in die Saison. Doch zwei Athleten sprangen damals in die Bresche und überraschten mit sehr guten Ergebnissen: Mischa Gasser und Dimitri Isler. Die beiden jungen Athleten kamen im Verlaufe des Winters immer besser in Form und glänzten Ende Saison je mit einem neuen Karriere-Bestresultat: Rang 6 für Mischa Gasser und Rang 7 für Dimitri Isler.

Massive Fortschritte im Sommer

Im Frühling war darum klar, dass die beiden Youngster nahe an der Weltspitze dran sind, jedoch im Sommer intensiv arbeiten müssen. «Um ganz nach vorne zu springen, fehlte den beiden noch die ganz schwierigen Sprünge», bilanzierte Cheftrainer Michel Roth damals zum Saisonende.

Das Ziel für die nächste Saison war deshalb, den Schwierigkeitsgrad der Sprünge zu erhöhen und vier statt nur drei Schrauben einzubauen. «Wir sind im Fahrplan voraus», bilanziert Michel Roth bereits vor der Saison. «Wir haben in diesem Sommer massive Fortschritte gemacht und sind weiter gekommen, als wir gedacht haben. Die Ziele, die wir uns vor zwei Jahren im technischen Bereich gesetzt haben, können wir bereits als erfüllt abhaken.»

Unterstützend wirkte sich dabei die Spitzensport-RS aus, welche die beiden in Magglingen absolvieren und dabei von besten Trainingsvoraussetzungen profitieren konnten.

Sieg am Freestyle Masters

Tatsächlich konnten Mischa Gasser und Dimitri Isler nicht nur im Training überzeugen, sondern zeigten bereits an den Sommerwettkämpfen auf der Wasserschanze hervorragende Leistungen. Mischa Gasser gewann mit seinem neuen Sprung das Freestyle Masters 2015 in Mettmenstetten.

Der 23-Jährige zeigte dabei konstante Sprünge auf hohem Niveau mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad und konnte so die hochkarätige internationale Konkurrenz wie den Disziplinen Weltcupsieger Mac Bohonnon (Rang 3) oder den Olympia Sechsten Oleksandr Abramenko (Rang 2) bezwingen. Knapp das Podest verpasst, aber ebenfalls mit einer Topleistung präsentierte sich Dimitri Isler.

«Wenn wir im Winter so weiterarbeiten und die neuen Sprünge auch entsprechend im Wettkampf auf die Schanze bringen können, dann werden auch Resultate folgen. Beide Athleten sind dann für eine Überraschung gut», ist Michel Roth überzeugt.

Rücktritt von Lambert und Comeback von Schärer

Der letztjährige A-Kader-Athlet und Teamleader Christopher Lambert wird die kommende Saison nicht mehr in Angriff nehmen. Er hat sich nach der Genesung von seiner schweren Knieverletzung vom vergangenen Dezember und dem nachfolgenden Wiederaufbau während des Sommers entschieden, sich per sofort vom Spitzensport zurückzuziehen.

Nach einem Jahr Verletzungspause gelang jedoch der A-Kader-Athletin Tanja Schärer das Comeback auf der Wasserschanze: Mit zwei Dreifachsprüngen musste sich die 26-Jährige am Freestyle Masters nur der Weissrussin Hanna Huskova geschlagen geben, die vergangene Saison in Lake Placid ihren ersten Weltcup Podestplatz ersprang.

Damit erfüllte Tanja Schärer die Erwartungen ihres Trainers: «Man muss klar sehen: Tanja kommt zurück aus einer langen Pause und muss sich zuerst an neue Sprünge heran arbeiten», erklärt Michel Roth. «Der Knackpunkt wird sein, wie sie die bereits gut funktionierenden Trainingssprünge im Ernstkampf umsetzen kann. Aber auch sie kann durchaus bereits im kommenden Winter auf das Podest springen.»