NLA-Handball
Vierter Sieg im vierten Spiel 2021: Der HSC Suhr Aarau holt beim BSV Bern einen «Start-Ziel-Sieg – trotz Widerständen»

Der HSC Suhr Aarau wahrt seine weisse Weste auch im vierten Spiel im Jahr 2021. Den 30:27-Sieg mussten sich die Aargauer allerdings bis zum Schluss hart erkämpfen. Und das, obwohl sie zur Pause mit 14:9 deutlich geführt hatten.

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
Mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer beim HSC-Sieg in Bern: Spielmacher Tim Aufdenblatten.

Mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer beim HSC-Sieg in Bern: Spielmacher Tim Aufdenblatten.

Bild: Alexander Wagner

Vierte Partie, vierter Sieg: Der HSC Suhr Aarau wahrte am Donnerstagabend dank des 30:27-Sieges auswärts beim BSV Bern seine weisse Weste im Jahr 2021. Der vierte Vollerfolg in ­Serie ist gleichbedeutend mit der bisher längsten HSC-Siegesserie der laufenden Saison.

In der Tabelle der NLA rücken die Aargauer derweil auf den vierten Rang vor. Dies, weil der nun punktgleiche TSV St. Otmar St. Gallen gestern Abend beim 32:32-Unentschieden auswärts bei GC Amicitia patzte.

«Am Ende feiern wir hier einen verdienten Start-Ziel-Sieg – trotz Widerständen haben wir die zwei Punkte schliesslich ­sicher nach Hause gebracht», sagte HSC-Trainer Misha Kaufmann wenige Minuten nach der Schlusssirene.

Kein einziges Mal in Rückstand geraten

Die Umschreibung des Erfolges als «Start-Ziel-Sieg» brachte die Sache auf den Punkt: Der HSC war als ­Favorit gewissermassen aus der Pole-Position in die Partie gestartet und während der gesamten Spieldauer nicht ein einziges Mal in Rückstand geraten.

Ganz im Gegenteil: Weil die Gäste in der coronabedingt leeren Mobiliar Arena in Gümligen in den ersten fünf Spielminuten keinen einzigen Gegentreffer zuliessen, führten sie schnell mit 3:0. In der Folge liessen die Aargauer die Berner bis zur Schlusssirene nie mehr näher als bis auf zwei Treffer aufrücken.

Auch nicht in den kurzfristig eintretenden Phasen in der zweiten Halbzeit, als Momentum und Partie zwischenzeitlich gleich mehrmals zu kippen drohten. Und das, obwohl das Spiel zur Pause beim Stand von 14:9 zu Gunsten des HSC Suhr Aarau bereits vorentschieden zu sein schien.

HSC-Trainer Misha Kaufmann ärgerte sich darüber, dass in der zweiten Halbzeit nicht mehr funktionierte, was man sich für die Partie vorgenommen hatte.

HSC-Trainer Misha Kaufmann ärgerte sich darüber, dass in der zweiten Halbzeit nicht mehr funktionierte, was man sich für die Partie vorgenommen hatte.

Bild: Alexander Wagner

Hier, also in der zweiten Halbzeit, setzt denn auch die Kritik von HSC-Trainer Kaufmann an. Der 36-Jährige war trotz des Sieges nicht restlos zufrieden:

«In der zweiten Halbzeit haben wir uns zeitweise dämlich angestellt. Da hat das, was wir uns für diese Partie in der Defensive vorgenommen haben überhaupt nicht mehr funktioniert. Weder im Rückzug noch bei den Flügelverteidigern.»

Trotz der für HSC-Verhältnisse zahlreichen Gegentreffer wussten auch die Torhüter Dragan Marjanac und Leo Grazioli einmal mehr zu überzeugen. Ersterer parierte bis zur Halbzeit erneut über 50 Prozent aller Würfe auf seinen Kasten, Letzterer verbuchte nach seiner Einwechslung in der Schlussphase auch noch die eine oder andere wichtige Parade.

Und was die Torhüter nicht parieren konnten, kompensierte die HSC-Offensive um Spielmacher Tim Aufdenblatten, der mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer des HSC war, in der Vorwärtsbewegung. So konnte Kaufmann am Ende doch konstatieren: «Der Flug geht weiter.»

Wie weit, zeigt sich beim auf Sport 1 im Programm stehenden TV-Spiel am kommenden Donnerstag (Anpfiff: 19.15 Uhr): Denn dann gastiert mit Pfadi Winterthur der aktuelle NLA-Leader beim HSC Suhr Aarau.

Telegramm

Bern - Suhr Aarau 27:30 (9:14)

Mobiliar Arena, Gümligen. – Keine Zuschauer. – SR Boshkoski/Stalder. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Bern, 7-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau.

Bern: Schelling (9 Paraden); Arn (1 Tor), Baumgartner (2), Eggimann (2), Freiberg (3), Gerlich (9), Kaleb, Kusio (5), Mühlemann (1), Rohr, Schneeberger (2), Weingartner (2).

Suhr Aarau: Marjanac (11 Paraden)/Grazioli (5); Attenhofer (1 Tor), Aufdenblatten (9), Ferraz (7), Laube, Muggli (2), Oliveira (2), Parkhomenko (1), Poloz (2), Reichmuth (1), Slaninka (2), Zehnder (3).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Peter, Hofer, Strebel (alle verletzt), Brandt, Gomboso, Müller (alle ohne Einsatz), Kalt, Sarlos (beide nicht im Aufgebot) und Ferrante (abwesend). – Verhältnis verschossener Penaltys: 3:2.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

Lesen Sie im Folgenden den Spielverlauf nach:

Der HSC Suhr Aarau kommt gut ins Auswärtsspiel beim BSV Bern. Den ersten Gegentreffer lassen die Gäste aus dem Aargau erst nach knapp fünfeinhalb Spielminuten zu. Selber sind sie indes bis zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal erfolgreich gewesen und führen deshalb mit 3:1.

Vier Minuten später präsentiert sich die Ausgangslage aus Sicht des HSC trotz 4:1-Führung etwas weniger erfreulich: Manuel Zehnder kassiert bereits seine zweite persönliche Zweiminutenstrafe. Damit schwebt das Damoklesschwert des Restausschlusses bereits bedrohlich über dem HSC-Topskorer. Damit dürfte Timothy Reichmuth, der sein Comeback nach überstandener Infektion mit dem Coronavirus gibt, früher als geplant vermehrt auf seinem Stammplatz am linken Flügel zum Einsatz kommen.

In der Folge entwickelt sich das Skore langsam, aber gleichmässig weiter. Und geht der HSC kurz nach Ablauf der 18. Spielminute mit 8:5 in Führung. Weil der nächste Angriff der Berner nicht von Erfolg gekrönt ist, legen die Gäste noch vor Ablauf der 20. Spielminute sogar erstmals mit vier Treffern (9:5) vor.

Fünf Minuten vor der Pause legt der HSC sogar erstmals mit fünf Treffern (12:7) vor. Ein wichtiger Grund für die Differenz ist einmal mehr HSC-Torhüter Dragan Marjanac, der zu diesem Zeitpunkt mit einer Abwehrquote von 54 Prozent (7 Paraden bei 13 Würfen auf seinen Kasten) zu glänzen weiss. Das ist derselbe Wert, den er nach dem 24:15-Heimsieg gegen Wacker Thun am vergangenen Sonntag auf seinem Statistikblatt stehen hatte.

Bis zur Pause fallen noch je zwei Treffer. Damit geht der HSC nach einer starken ersten Halbzeit mit 14:9 und damit einer beruhigenden Fünftore-Führung in die Kabine. Torhüter Marjanac verbucht mit neun Paraden bei 17 Würfen (Abwehrquote: 53 Prozent) erneut einen fast schon unglaublichen Wert.

Obwohl der HSC gut aus der Kabine kommt und die Führung zwischenzeitlich auf sechs Treffer (15:9 und 18:12) hat ausbauen können, schmilzt der Vorsprung der Gäste bis kurz vor Ablauf der 40. Spielminute auf drei Treffer (19:16) zusammen.

Zwei Minuten später müssen die Aargauer die Berner sogar auf zwei Treffer (19:17) aufrücken lassen. Im nächsten Angriff gelingt dann dem HSC nach fast fünf Minuten Torflaute endlich wieder einmal ein Treffer (20:17).

Etwas mehr als elf Minuten vor der Schlusssirene haben die Gäste ihren Vorsprung wieder verdoppelt (24:20). Doch wie gewonnen, so zerronnen: Knapp sieben Minuten später hat sich die Führung des HSC wieder halbiert (26:24). Und weil die Gäste eine weitere Zweiminutenstrafe kassieren, müssen sie nun den Sieg in Unterzahl über die Zeit bringen.

Das gelingt dann allerdings mit Bravour: Nach dem dritten und letzten Team-Timeout lässt sich die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann den Vollerfolg nicht mehr abjagen und gewinnt schlussendlich auswärts beim BSV Bern mit 30:27. Damit wahrt der HSC Suhr Aarau seine weisse Weste in diesem Jahr weiterhin: Aus vier Siegen resultierten bisher vier Siege.