Was verbindet Peter Müller und Urs Lehmann? Sie waren als Flachländer höchst erfolgreiche Exoten im Schweizer Ski-Weltcupteam. Seit dem heutigen Verbandspräsidenten Lehmann hat es kein Aargauer Talent mehr in den internationalen Skizirkus geschafft.

Die stete Abnahme von Skilagern in der Schule, weniger Familien in traditionellen Wintersportferien und die Folgen der Erderwärmung tragen dazu bei, dass der Einstieg in den Wettkampfsport für Flachländer eine stets höhere Hürde wird.

Dabei ist der Aufwand, den der kantonale Verband (Aargauer Ski Team) für die wenigen Talente leistet, enorm. 35 Konditionstrainings, 27 Skitage und 12 Rennen stehen in diesem Winter auf dem Programm.

Sieben Trainer kümmern sich um die derzeit noch neun Jugendlichen im Kantonalkader. Seit drei Jahren wird der Trainingsbetrieb von Cheftrainer Manuel Fischer und dem Technischen Leiter Adi Immer geführt.

Peter Läuppis Rückkehr

Den prominentesten Namen findet man im Präsidentenamt. Peter Läuppi aus Beinwil am See war bereits vor 2011 während zwölf Jahren in dieser Funktion tätig. Nachdem er vor einem Jahr als Ausbildungschef von Swiss Ski aufgehört hat, engagiert er sich wieder ehrenamtlich für den Aargauer Skinachwuchs.

Für die kommende Saison passen die Verantwortlichen des Aargauer Ski Teams ihr Nachwuchsförderkonzept an. Anstatt wie bisher mit zehn Jahren erfolgt der frühstmögliche Eintritt ins Kader neu mit sieben Jahren. «Das Erlernen der Grundtechnik sollte so früh wie möglich erfolgen. Die Erfahrung zeigt, dass es später schwierig wird, den Rückstand aufzuholen», erklärt Läuppi den Strategiewechsel.

Der Weg an die Spitze bleibt lang und benötigt grossen Willen, enormen Einsatz und nicht zu unterschätzenden finanziellen Aufwand. Eine Saison kostet pro Talent rund 4000 Franken. Dank der Unterstützung vom Swisslos Sportfonds kann die Belastung für Eltern reduziert werden.

Derzeit hat der Aargau vier junge Athleten, die an FIS-Rennen teilnehmen und dort teilweise bereits Top-10-Plätze erreicht haben: Cyrill Albani (Egliswil), Gabriel Styner (Unterentfelden), Janine Zbinden (Bremgarten) und Rahel Sigrist (Staufen).

Sie durchliefen nach dem Einstieg im Aargau ein Regionalkader als nächste Förderstufe. Genauso wie Lukas Zbinden, der als Mitglied des Zentralschweizer Kaders den Super-G dieses Regionalverbandes gewonnen hat. Ein grosser Erfolg für einen Aargauer Athleten.

Sichtungstag am 30. März

Der Kantonalverband will sein Kader in Zukunft wieder vergrössern. Er teilt die Fahrer je nach Alter neu in drei verschiedene Gruppen auf. Die Kinder zwischen sieben und zehn Jahren lernen im Animationskader in vielseitiger Weise die technischen Grundlagen. Auf Renneinsätze wird bei den Jüngsten noch verzichtet.

Für die Bildung des nächstjährigen Kaders findet am Samstag, 30. März, in Hoch-Ybrig ein Sichtungstag für alle Interessierten statt. Infos dazu gibt es auf der Homepage des Verbandes: www.ast-ski.ch.