Eishockey
Nach Sexismus-Vorwürfen: Weltmeisterschaft der Frauen findet nun doch statt

Die kurzfristige Absage der Frauen-WM sorgte für viel Aufsehen und Ärger bei den Beteiligten. Nun hat der IIHF einen Ersatztermin bekannt gegeben. Ende August soll die Endrunde in Kanada stattfinden. Mit dabei ist auch die Aargauerin Mara Frey.

Nicolas Blust
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Mara Frey und ihre Nati-Teamkolleginnen dürfen nun doch eine WM spielen. Der Anlass ist Ende August geplant.

Mara Frey und ihre Nati-Teamkolleginnen dürfen nun doch eine WM spielen. Der Anlass ist Ende August geplant.

Bild: Privat

Die Absage der Eishockey-WM der Frauen Ende April sorgte für grosses mediales Aufsehen. Aufgrund von Sicherheitsbedenken bezüglich der Coronasituation hat die Regierung der kanadischen Provinz Nova Scotia den Saisonhöhepunkt der Frauen zwei Wochen vor dem Start abgeblasen. Mehrere Spielerinnen liessen danach ihrem Frust über die sozialen Medien freien Lauf. Der Vorwurf kam auf, die Frauen würden vom Internationalen Eishockeyverband (IIHF) gegenüber den Männern nachteilig behandelt.

Vor allem ein Post von Nati-Aushängeschild Alina Müller schlug hohe Wellen. Sie sprach von einer unerhörten Entscheidung: «Es wäre eine Schande, dies den besten Spielern im Männer-Hockey anzutun, die viel Geld verdienen und nicht auf andere Jobs angewiesen sind. Aber es ist absolut skandalös, dies den besten Spielerinnen anzutun und ihnen die beste Plattform zu nehmen, um das Frauen-Hockey weiterzuentwickeln.» Mittlerweile hat sie den Eintrag wieder gelöscht und ihr Instagram-Konto auf privat gestellt.

Ersatztermin gefunden, Austragungsort bleibt weiterhin unklar

Nun hat der Eishockeyverband aber eingelenkt und einen neuen Termin für die Endrunde angesetzt. Der Austragungsort ist zwar noch offen, klar ist aber, dass der Grossanlass vom 20. bis 31. August über die Bühne gehen wird. Diese Neuigkeit erfreut vor allem auch Mara Frey. Die Aargauerin kommt so also doch noch zu ihrer Premiere im Dress des A-Nationalteams an einer WM-Endrunde.

«Es ist sehr cool, dass die WM nun doch noch stattfinden kann», sagt Frey nach dem Entscheid des IIHF. Sie freue sich sehr, nun doch noch zu ihrer Premiere in der A-Nati zu kommen. Der Entscheid kam für die 18-Jährige jedoch überraschend: «Wir wussten nicht was kommt.» Zwar war klar, dass der Verband über eine mögliche Neuansetzung der WM beriet, eine Tendenz war aber lange nicht auszumachen.

Nun bekommen die Hockey-Frauen also doch noch ihren heiss ersehnten Saisonhöhepunkt und die von Müller geforderte Möglichkeit, auf der grossen Bühne ihren Sport weiterzuentwickeln. Um mit dabei zu sein, sind die meisten Spielerinnen aber auch auf Kulanz von ihrem Arbeitgeber angewiesen. Sie mussten bereits für die geplante Endrunde Anfangs Mai inklusive Vorbereitung Ferien nehmen.

Mara Frey freut sich, dass sie dieses Jahr doch noch eine WM spielen darf.

Mara Frey freut sich, dass sie dieses Jahr doch noch eine WM spielen darf.

Bild: BigHits.ch

Bis jetzt zeigen sich dabei jedoch noch keine grösseren Schwierigkeiten. «Die Spielerinnen, mit denen ich bereits Kontakt hatte, sollten alle mit dabei sein», sagt die Aargauerin Frey. Viele konnten ihre Ferien vorzeitig abbrechen und wieder arbeiten, sodass sie im August erneut freinehmen können. Trotzdem haben alle Spielerinnen für die Vorbereitung im April bereits zwei Ferienwochen verbraucht. Mara Frey, die noch das Sportgymnasium besucht, hat damit keine Probleme: «Ich hätte den Urlaub von der Schule bewilligt bekommen, habe ihn aber vorzeitig wieder abgebrochen.»

So oder so wird die WM ein spezieller Anlass werden. Im August befindet sich der Eishockey-Zirkus normalerweise in der Sommerpause. Eine Herausforderung für alle Beteiligten. «Wir müssen jetzt halt im Sommer trainieren, wenn wir normalerweise Ferien hätten», sagt Frey. Ein kleines Opfer im Vergleich dazu, was die Hockeyspielerinnen bereits jetzt für die Weltmeisterschaft auf sich nahmen. Eines, dass sich dann aber hoffentlich auszahlt, wenn die WM im August planmässig über die Bühne gehen kann.