Matchbericht
Den FCB im Kopf und ein Torschütze mit Maske: Windisch und «SchöNie» teilen sich beim Saisonauftakt die Punkte

Am Sonntag empfängt FC Schönenwerd-Niedergösgen im Schweizer Cup den FC Basel, beim 1:1 im Kickoffspiel der 2. Liga AFV gegen den FC Windisch war es Dauerthema.

Martin Probst und Nik Dömer
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Für das Spiel gegen den FC Basel baute der FC Schönenwerd-Niedergösgen auf dem Inseli eine Tribüne auf.

Für das Spiel gegen den FC Basel baute der FC Schönenwerd-Niedergösgen auf dem Inseli eine Tribüne auf.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Als ob es nicht sowieso schon schwierig genug ist, ja fast unmöglich, das Spiel der Spiele aus dem Kopf zu bekommen, steht da in Niedergösgen auch noch die riesige, dreiteilige Tribüne, die fast 2000 Menschen Platz bietet.

Wie also sollen die Spieler vom FC Schönenwerd-Niedergösgen nicht an den Sonntag denken. Dann kommt der FC Basel auf den Sportplatz Inseli. Das Cupspiel ist das Highlight in der Vereinsgeschichte und DAS Thema in den zwei Dörfern, seit vor gut einem Monat die Kugel mit dem Traumlos FCB gezogen wurde.

Der Gastgeber findet nicht richtig ins Spiel

Seit Wochen laufen die Vorbereitung und wird der Tag herbeigesehnt. Und auch wenn die alten Sportler-Floskeln auch im Regionalfussball Verwendung finden, es zähle nur das nächste Spiel – so ist es eben doch nicht verwunderlich, dass «SchöNie» am Dienstagabend irgendwie nicht richtig ins Spiel fand, sich die Spieler gegenseitig fast flehend aufforderten, doch endlich aufzuwachen. Doch das Duell mit dem FC Basel ist eben zu schön, um nicht schon jetzt davon zu träumen.

Beim FC Schönenwerd-Niedergösgen war der Wurm drin.

Beim FC Schönenwerd-Niedergösgen war der Wurm drin.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Eigentlich hätte das Kickoffspiel der neuen Saison in der 2. Liga AFV zwischen Schönenwerd-Niedergösgen, dem Sieger des Aargauer Cups, und Auf­steiger Windisch erst am Freitag stattfinden sollen. Doch aufgrund des Cup-High­lights wurde das Spiel auf Dienstag vorverlegt.

Gross verändert hat das die Ausgangslage für das Heimteam allerdings nicht. Einzig die Erholungszeit wird etwas länger sein – mental aber blieb es eine Herausforderung, ans Limit zu gehen.

Viel Frust auf dem Platz bei «SchöNie».

Viel Frust auf dem Platz bei «SchöNie».

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Die viermonatige Tochter sorgt für wahre Vaterliebe

Und so brauchte es zwei Lattenknaller von Windischs Kristian Popov und ein Abstaubertor von Rafed Bayazi nach dem zweiten sehenswerten Distanzschuss von Popov, ehe die Gastgeber langsam aus ihren Cupträumen erwachten. Übrigens: Bayazi hatte schon vor einem Jahr im Kickoffspiel getroffen, damals noch für Gränichen beim 1:0-Sieg gegen Suhr.

Rafed Bayazi ist der Mann für Kickoff-Tore.

Rafed Bayazi ist der Mann für Kickoff-Tore.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Bayazi spielte mit Maske und war auch dadurch eine der auffälligen Figuren der ersten Halbzeit, in der Windisch klar die spielbestimmende Mannschaft war.

Aber warum spielte Bayazi mit einer Maske? Ganz einfach: Er wurde vor kurzem zum ersten Mal Vater. «Meine Tochter ist erst vier Monate alt. Da will ich überhaupt nichts riskieren und sie schützen.» Dafür verzichtet er auf freies Atmen. Das ist wahre Vaterliebe – und vor allem auch vorbildlich.

Hitzige Schlussphase der ersten Halbzeit

SchönNie wurde zwar mit Fortdauer der ersten Hälfte etwas stilsicherer, die bestimmende Mannschaft war aber weiterhin der FC Windisch. Und so kam das 1:1 in der Nachspielzeit eher überraschend.

Der Ball landete nach einem Freistoss bei Jennys Hügi, der im Strafraum an den Ball kam und vollendete. Die Windischer reklamierten lautstark auf Handspiel, was eine Rudelbildung inklusive einigen Schubsern zur Folge hatte.

Kurz vor der Pause wird es hektisch zwischen den Teams.

Kurz vor der Pause wird es hektisch zwischen den Teams.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Glück hatte vor allem Windisch, dass es der Schiedsrichter bei einer Verwarnung mit Gelb beliess. Es war die hitzigste Phase des Spiels, nachdem Schönenwerd vor dem 0:1 seinerseits ein Offside von Torschütze Bayazi reklamiert hatte.

Nach der Pause gestaltete sich die Partie weit ausgeglichener. SchönNie, das kurz nach Wiederbeginn einen Pfostentreffer von Roman Berner verzeichnete, war schliesslich sogar näher am Sieg. In der Nachspielzeit hatte Sascha Studer den Matchball auf dem Fuss, sein Abschluss flog aber knapp über die rechte Torecke. Und so blieb es bei der Punkteteilung.

SchöNie-Torschütze Hügi sagte: «Natürlich wollten wir das Spiel gewinnen, aber es war sehr schwierig, den Fokus zu wahren. Das Spiel am Sonntag ist für uns alle das Highlight der Karriere. Da ist es unmöglich, nicht daran zu denken.»

Ab sofort und bis Sonntag darf der Fokus nun aber ganz auf dem Cupkracher gegen den FC Basel liegen. Dann werden die Tribünen auf dem Sportplatz Inseli voll sein. Gestern waren sie – geschätzt 300 Personen verfolgten das Spiel – vor allem ein Mahnmal dafür, was da schon bald passieren wird.

Lesen Sie den Verlauf der Partie im Ticker nach:

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