Judo

Erfolg in Minsk: Aargauer Judoka Ciril Grossklaus wird EM-Siebter

Ciril Grossklaus (in Blau) wirft den amtierenden Weltmeister Nikoloz Sherazadishvili aus Spanien (in Weiss) und sorgt damit für den Coup des Tages.

Der Aargauer (bzw. Brugger) Judoka erkämpft sich an den Europameisterschaften im weissrussischen Minsk im Gewicht -90 Kg den guten siebten Rang.

Letzten Montag stand Ciril Grossklaus bei den European Games in der Hauptstadt von Weissrussland im Einsatz. Der Multisportevent, der als europäische Version der Olympischen Spiele zu verstehen ist, zählte im Judo gleichzeitig als offizielle Europameisterschaft. Entsprechend hochwertig zeigte sich das Teilnehmerfeld in dieser Sportart.

Für den Judoka des JJJC Brugg wartete mit David Klammert (Tschechien) bereits in der erste Runde ein veritabler Härtetest. Nach vier Minuten regulärer Kampfzeit, ohne Wertungen, ging es in die Verlängerung. Das sogenannte Goldenscore dauerte gleich nochmals satte vier Minuten - im Judo praktisch ein Marathon - bis Ciril Grossklaus schliesslich den Sieg durch einen Festhalter im Bodenkampf herbeiführen konnte.

Erst im Viertelfinal gestoppt

Trotz des kräftezehrenden Efforts im Auftaktkampf konnte Ciril Grossklaus in der zweiten Runde noch einen drauf setzen. Entgegen aller Erwartungen schaltete er den amtierenden Weltmeister und die aktuelle Weltnummer 1 aus. Obwohl Nikoloz Sherazadishvili (Spanien) seinen überlegenen Griffkampf ausspielte, war es der Schweizer, der am Ende als Sieger von der Matte abgrüsste.

Mit zwei Strafen im Rückstand liegend und mit aller Macht gegen die drohende Niederlage ankämpfend, erarbeitete sich Ciril Grossklaus einen Glanzmoment und erzielte mit einem cleveren Angriff die entscheidende Wertung, welche er dann auch noch für die restlichen 30 Sekunden gegen den anstürmenden Turnierfavoriten verteidigte. Ein gutes Beispiel dafür, dass im Judo eigentlich keine verlässlichen Prognosen gemacht werden können und mit der richtigen Einstellung immer wieder eine Überraschung möglich ist.

Der Lauf von Ciril Grossklaus wurde dann aber im Viertelfinale gestoppt. Dort musste er sich gegen Khusen Khalmurzaev (Russland) knapp mit 3:2 Strafen geschlagen geben. Ein echter Unterschied war allerdings nicht zu erkennen und so waren es Nuancen, die die Entscheidung der Kampfrichter zu Ungunsten von Ciril Grossklaus lenkten.

Wichtige Punkte für Tokyo

So musste er sich im Hoffnungslauf mit Mammadali Mehdiyev (Aserbaidschan) messen. Die aktuelle Weltnummer 4 war aber zu gut an diesem Tag und beendete den Kampf vorzeitig mit Höchstwertung.

Mit der gezeigten Leistung darf Ciril Grossklaus sicher zufrieden sein. Dank den zwei Siegen aus vier hochstehenden Duellen resultierte der verdiente siebte Platz. Für den Aargauer (bzw. Brugger) ist es die erste Rangierung an einer Europameisterschaft (Elite), die ihm zudem noch ein paar wertvolle Punkte für die laufende Olympiaqualifikation hinsichtlich Tokyo 2020 einbringt.

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