Am 23. September war der FC Aarau punktgleich mit dem FC Wil Tabellenletzter in der Challenge League. Nach dem blamablen 0:1 in Chiasso sank die Stimmung im und um das Brügglifeld auf den Nullpunkt, Mannschaft und Trainer Marinko Jurendic gerieten immer mehr in die Kritik.

Genau einen Monat später ist das traurige erste Saisonviertel nicht vergessen, aber in den Köpfen von Spielern, Trainer und Fans gut verstaut: Ein Sieg im Montagabend-Spiel im Brügglifeld gegen den FC Winterthur - und der FCA wäre dank des besseren Torverhältnisses gegenüber Rapperswil-Jona Vierter! Aarau in der oberen Tabellenhälfte und so gut klassiert wie schon lange nicht mehr? Wer hätte das vor einem Monat gedacht!?

Winterthur in der Abwärtsspirale

Die Chancen, dass der FCA am späten Montagabend Rang 4 belegt, sind gross: Gegner Winterthur muss gleich auf drei rotgesperrte Spieler verzichten, darunter Abwehrchef Lopez. Und die Zürcher machen aktuell eine Phase durch, die den FCA im Sommer und Frühherbst ins Elend stürzte: Alles läuft gegen sie, Spieler begehen unerklärliche Eigenfehler, jede 50:50-Situation geht zu ihrem Nachteil aus, folglich der Absturz ans Tabellenende.

Zurück zum FC Aarau: Wie war dieses die halbe Tabelle Hochklettern möglich? In nur drei Spielen? Der wichtigste Grund ist die sportliche Trendwende: Das Kader ist komplett und nach langer Anlaufzeit kapieren die Spieler Trainer Jurendic immer besser. In den vergangenen drei Spielen kassierte Aarau nur ein Gegentor und holte sieben von neun möglichen Punkten.

Andererseits war der grosse Sprung nur dank den geringen Punktabständen in der unteren Tabellenhälfte möglich. Der Vorsprung von Rang 4 auf den Tabellenletzten beträgt neun Punkte - der Abstand zum Tabellendritten Schaffhausen hingegen zwölf. Die Challenge League ist  mehr denn je eine Zweiklassengesellschaft.

Beste Zutaten für ein emotionales Fussballfest

Für FCA-Trainer Jurendic steht die verbesserte Tabellensituation nicht an erster Stelle: "Wir waren zuletzt stabil und frei von groben Fehlern, die zu Gegentoren führen. Das auch gegen Winterthur so hinzubekommen, ist das Wichtigste. Zudem wollen wir im Offensivspiel einen weiteren Schritt nach vorne machen, noch zwingender und effizienter werden. Wenn am Ende des Abends Rang 4 herausschaut, ist das ein schöner Lohn für den Aufwand."

Der Trainer und seine Spieler hoffen trotz dem Kälteeinbruch auf zahlreiche Unterstützung von den Zuschauerrängen. Flutlicht, nasskaltes Wetter und ein attraktiver Gegner - beste Zutaten für einen emotionalen Fussballabend im Brügglifeld. Sieht das auch das Publikum so und belohnt die Mannschaft für die zuletzt guten Leistungen?

Jurendic dürfte seine Mannschaft in der mehr oder weniger gleichen Formation wie gegen Xamax (2:0) und in Wil (3:1) aufs Feld schicken - also im 4-2-3-1-System. Der in Wil gesperrte Gilles Yapi ist wieder spielberechtigt, alles andere als seine Rückkehr in die Startformation wäre eine Überraschung. Die Frage ist: Wer muss für Yapi auf die Bank? Dauerläufer Michaël Perrier oder Shootingstar Mats Hammerich?