Challenge League
Der FC Wohlen siegt mit Glück und Bühlers Köpfchen

Nach drei Niederlagen in Folge ist der FC Wohlen zum Siegen zurückgekehrt. In Chiasso gewinnt die Mannschaft von Ciriaco Sforza glücklich mit 1:0. Das goldene Tor erzielte Mario Bühler.

Dean Fuss
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Keystone

Nach 56 Minuten brachen im Stadio Comunale alle Dämme. Wohlens Captain Mergim Brahimi sprintete aus einer strafbaren Abseitsposition allein auf weiter Flur in Richtung Chiasso-Torhüter Andrea Guatelli. Guatelli holte Brahimi rund 25 Meter vor dem Tor auf rüde Art und Weise von den Beinen.

Zum Ärger der Chiasso-Fans stellte Schiedsrichter Tomasz Superczynski Guatelli vom Platz. Und der Ärger der Tifosi wurde kurze Zeit später noch grösser. Mario Bühler foulte an der Strafraumgrenze den durchgebrochenen Regazzoni – aber Superczynski gab statt Penalty nur Freistoss.

Kiassumbua rettete den Sieg

Und weil an diesem kühlen und regnerischen Herbstabend alles, aber auch wirklich alles gegen Chiasso lief, ging der FC Wohlen gleich mit seiner ersten klaren Chance in Führung. Mario Bühler köpfelte den Ball nach einem Corner von Brahimi freistehend aus fünf Metern in die Maschen. Nach 72 Minuten bog die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sfozra auf die Siegesstrasse ein – und liess sich nicht mehr vom Kurs abbringen. Schliesslich bewahrte Joel Kiassumbua sein Team in der 84. Minute mit einer mirakulösen Fussabwehr vor dem Ausgleichstreffer.

Am Ende blieb es beim knappen Erfolg für den Leader, der seinen Vorsprung auf Lugano und Servette auf jeweils vier Punkte ausbauen konnte. Und Bühler durfte sich als Matchwinner feiern lassen. «Wir haben zwar keine Gala gezeigt, aber das Glück endlich wieder auf unsere Seite gezwungen», sagte der Innenverteidiger. «Wichtig ist einzig und allein, dass wir im entscheidenden Moment eiskalt zugeschlagen haben.»

Warnschuss an die Latte

Trotz aller Kaltblütigkeit war der Erfolg des FC Wohlen alles andere als zwingend. Chiasso war vor der Pause aktiver. Das Team von Trainer Gianluca Zambrotta riss die Initiative von Beginn weg an sich und setzte den Gegner oft schon in dessen Platzhälfte unter Druck. Die grösste Chance der Südschweizer vergab Janko Pacar nach Ablauf einer halben Stunde: Der 24-jährige Stürmer traf nach Vorarbeit von Alberto Regazzoni mit einem Schuss aus sieben Metern die Unterkante der Latte.

Hassell verfehlte das Ziel kurze Zeit später mit einem Kopfball nur knapp. Chiasso war vor allem dann gefährlich, wenn Regazzoni auf der linken Angriffsseite zu seinen bekannten Rushes ansetzte. Marijan Urtic bekam den trickreichen und antrittsschnellen Flügelstürmer überhaupt nicht in den Griff.

Das nötige Glück ist zurück

Und der FC Wohlen? Er kam nur schwer in die Gänge und hatte mit der aufsässigen Spielweise der Tessiner grosse Mühe. Die Freiämter kombinierten zwar teilweise gefällig, aber heisse Strafraumszenen gab es vor dem Wechsel keine. Chiasso war auch zu Beginn der zweiten Halbzeit spielbestimmend. Emmanuele Sembroni setzte einen Kopfball knapp neben das Gehäuse. Nach dem Platzverweis für Guatelli lieferten sich die beiden Teams einen offenen Schlagabtausch.

Mit dem besseren Ende für die Mannschaft, die das Glück zuletzt gegen Lausanne (1:3), Servette (0:1) und Basel (1:3) wahrlich nicht auf ihrer Seite hatte. Wie sagte Sforza nach dem Schlusspfiff so schön: «Meine Mannschaft musste gegen ein kampfstarkes Chiasso ziemlich unten durch und hat ein dreckiges Spiel gewonnen. Ich gebe zu, dass wir für diesen Sieg schon ein wenig Glück brauchten.» Ein wenig Glück? War es nicht vielmehr eine gehörige Portion Glück?