Billard

Der erste Snooker-Profi der Schweiz kommt aus dem Fricktal

Alexander Ursenbacher aus Rheinfelden gehört neu zum erlauchten Kreis der Profispieler.

Alexander Ursenbacher aus Rheinfelden gehört neu zum erlauchten Kreis der Profispieler.

Der 17-jährige Alexander Ursenbacher aus Rheinfelden hat den Sprung in den Profi-Zirkus der Billardspieler geschafft. Er wird ab Juni gegen die Weltbesten antreten. Doch noch bleibt ein langer Weg zum grossen Geld.

Wer ist nicht schon einmal reingezappt – in die stundenlangen Übertragungen von Snooker-Turnieren auf Eurosport. Das Billardspiel also auf dem grossen, 3556 x 1778 Millimeter-Tisch mit den sechs farbigen und 15 roten Kugeln, die abwechslungsweise versenkt werden müssen.

Gut möglich, dass beim nächsten Reinzappen ein Schweizer im edlen Arbeits-Gewand mit dem Queue am Werk zu sehen ist. Der erst 17-jährige Rheinfelder Alexander Ursenbacher hat das schier Unmögliche geschafft und sich für die Main Tour qualifiziert. Die Profitour also – vergleichbar mit der ATP-Tour im Männertennis.

In Sheffield, einer Hochburg der internationalen Snooker Szene, schaffte der Fricktaler im zweiten Qualifikationsturnier den Sprung in den Halbfinal und somit die Limite für die Profitour.

«Dass er es so früh bereits schafft, war sicher für viele eine Überraschung», sagt Verbandspräsident Franz Stähli. Doch «die Freude ist damit natürlich umso grösser.» Ursenbacher gehört fortan zu den 132 besten Spielern der Welt. «Es war mein Ziel, dies zu erreichen und ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich es geschafft habe», sagt er.

Gleich gegen den Vizeweltmeister

In seinem ersten Main-Tour-Turnier, dem Victoria Bulgarian Open in Sofia, wird Ursenbacher Anfang Juni im ersten Qualifikationsspiel für das 32er-Hauptfeld gleich auf den Vizeweltmeister Barry Hawkins treffen.

Einen Gegner also, gegen den der Neoprofi gar nichts, der Routinier indessen sehr viel zu verlieren hat. Aber: «Nur gegen starke Gegner wird man schliesslich stark.» Im Gegensatz zum Tennis muss beim Snooker neuerdings jede und jeder durch die Qualifikationsmühlen – ist also nicht schon per se fürs Hauptfeld und damit das Preisgeld gesetzt.

Eine Regeländerung, die die Sache just für Jungprofis wie den Rheinfelder Alexander Ursenbacher attraktiv macht. Hawkins darf sich auf keinen Fall zu sicher sein», hält Stähli fest.

Auch wenn ein Sieg des jungen Schweizer Meisters natürlich eine gewaltige Überraschung wäre; doch Ursenbacher hat zuletzt gezeigt, wozu er fähig.

In Sheffield etwa verblüffte er mit dem höchsten Break von 140 überhaupt. Also 140 Punkte bei einer Aufnahme. Zudem, räumt Franz Stähli ein, «hat er sehr erwachsen, ruhig und abgeklärt gespielt.»

Das dürfte wohl so manchem Konkurrenten, der zu Beginn vielleicht noch etwa über den Teenie aus Switzerland gelächelt haben mag, Respekt eingeflösst haben.

Via Top 64 in die Top 20

Nach seinem gleichsam famosen und verblüffenden Auftritt in Sheffield ist Alexander Ursenbacher für die nächsten zwei Jahre nun vorerst auf der Main Tour dabei. Ziel ist es, nach dieser Zeit zu den Top 64 der Welt zu gehören und somit – ohne Quali – weiter in der Main Tour zu bleiben.

Um seinem Aushängeschild möglichst ideale Voraussetzungen zu schaffen, wird Swiss Snooker auf der Homepage demnächst ein Förderungskonto einrichten. Denn Sponsoren, die dem 17-Jährigen die Flüge an die Turniere und Aufenthalte finanzieren, gibt es (noch) nicht.

Richtig dickes Geld mit Snooker verdienen trotz enormer Medienpräsenz nur die 20 Besten der Welt. Dahin will auch Alexander Ursenbacher – und er ist gut unterwegs.

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