FC Aarau

Carlinhos Platzverweis, der 20'000 Franken kostete

Ein unschönes Abschiedsgeschenk: Mit seinem Lastminute-Platzverweis vermieste Carlinhos dem FC Aarau die Fairplay-Trophy.

Ein unschönes Abschiedsgeschenk: Mit seinem Lastminute-Platzverweis vermieste Carlinhos dem FC Aarau die Fairplay-Trophy.

In den letzten Meisterschaftsminuten vor gut zwei Monaten vergab Aarau aufgrund eines dummen Platzverweises gegen Carlinhos 20000 Franken.

Erinnern Sie sich an den 27. Mai dieses Jahres? Der FC Aarau verlor das letzte Meisterschaftsspiel der Saison 2015/16 gegen Schaffhausen im Brügglifeld 1:3. Halb so schlimm! Es ging sportlich nur noch um die goldene Ananas. Viel gravierender: Kurz vor Schluss des Spiels lagen die Aarauer in der Wertung der Fairplay-Trophy knapp vorne und hatten die Siegesprämie der Swiss Football League von 50 000 Franken quasi auf sicher.

Während der letzten Sekunden der Partie überschlugen sich die Ereignisse: Nach einem Frustfoul in der Platzhälfte der Schaffhauser sah Carlinhos in der 95. Minute die gelb-rote Karte. Prompt fiel der FC Aarau in der Fairplay-Wertung auf Rang zwei hinter Aufsteiger Lausanne zurück. Statt 50 000 Franken gab es nur 30 000 Franken. Unter dem Strich verlor der FC Aarau wegen der dämlichen Aktion seines Regisseurs also 20 000 Franken. Bitter, ganz bitter! Carlinhos ist zwar ein begnadeter Techniker und bereitete den FCA-Fans mit seinen Tricks während der letzten Saison viel Spass, aber die 20 000 Franken hätte der finanziell nicht gerade auf Rosen gebettete FC Aarau gut brauchen können.

So geht Jubel: Der FCA-Regisseur empfahl sich letzte Saison für höhere Aufgaben und läuft in dieser Spielzeit für den FC Thun in der Super League auf.

So geht Jubel: Der FCA-Regisseur empfahl sich letzte Saison für höhere Aufgaben und läuft in dieser Spielzeit für den FC Thun in der Super League auf.

Niemand ist so fair wie der FCA

Apropos rote Karten: Bezüglich Fairplay-Trophy liegt die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum nach der ersten Runde dieser Saison auf dem letzten Platz. Die beiden Platzverweise gegen Olivier Jäckle (zwei Spielsperren) und Geoffrey Tréand (drei Spielsperren) hatten zehn Strafpunkte zur Folge.

Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass der FC Aarau eine unfaire Mannschaft ist. Ist das so? «Nein», sagt Alfred Schmid, der sein zehntes Jahr als Präsident der Aarauer in Angriff genommen hat. «Der FCA war in den vergangenen Jahren eines der fairsten Teams mit den wenigsten Verwarnungen. Platzverweise gab es fast keine. In der Fairplay-Trophy war das Team deshalb immer vorne klassiert.»

Aaraus Carlinhos (rechts) im Zweikampf mit Margairaz vom Super League-Aufsteiger Lausanne.

Aaraus Carlinhos (rechts) im Zweikampf mit Margairaz vom Super League-Aufsteiger Lausanne.

Ein Blick in die Statistik der vergangenen Jahre zeigt: Schmid hat recht. Der FC Aarau gewann die Fairplay-Trophy in der Super League in den Saisons 2002/03, 2005/06, 2007/08 und 2008/09 und 2013/2014. In der Challenge League gewann der FC Aarau diese Wertung in der Saison 2012/13. In der vergangenen Saison kam es in der letzten Runde der Challenge League zu einem Dreikampf zwischen Winterthur, Lausanne und Aarau. Mit dem bitteren Ende des Platzverweises gegen Carlinhos und dem Verlust von 20 000 Franken.

Hat er die Nerven im Griff?

Die Fairplay-Trophy wurde Ende der 1990er-Jahre eingeführt. Die Regeln sind einfach: Für eine Verwarnung gibt es einen, für eine gelb-rote Ampelkarte drei und für eine direkte rote Karte fünf Strafpunkte. Seit 2003 erstellt die Swiss Football League eine offizielle Rangliste. Ein Blick auf die Tabellen in den vergangenen 13 Jahren zeigt: Der FC Thun und der FC Aarau sind mit Abstand die fairsten Mannschaften der beiden höchsten Spielklassen. Thun? Ja genau – der neue Klub von Carlinhos. Bleibt zu hoffen, dass der Brasilianer im Berner Oberland seine Nerven im Griff hat und nicht auch noch seinen neuen Arbeitgeber vom Fairplay-Thron stösst.

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