Erleichterung? Nein, für FCA-Vizepräsident Roger Geissberger ist die Nachricht nur die Bestätigung dessen, was er längst vermutete: Nämlich, dass der FC Aarau keinerlei Einfluss hatte auf die zwei Stromausfälle. Und dass auch das Alter und der Zustand des Brügglifeld-Stadions nichts damit zu tun hatten.

Dies bestätigte heute Mittwoch der Stromversorger IBAarau: «Der technische Defekt lag klar nicht bei den Installationen des Stadions, sondern im Bereich der Zuleitungen vom Trafo Brügglifeld zur Hauptverteilung des Stadions», erklärt Hans-Kaspar Scherrer, CEO der IBAarau. «Wir sind dafür verantwortlich, dass wir die Kunden mit Strom beliefern. Eine 100-prozentige Verfügbarkeit gibt es aber nicht.»

Blackout im Brügglifeld – Reaktionen von Club-Verantwortlichen, Schiedsrichtern und Fussballfans.

Blackout im Brügglifeld – Reaktionen von Club-Verantwortlichen, Schiedsrichtern und Fussballfans.

(14.3.2017)

Scherrer weiter: «Es gab zu einem unbekannten Zeitpunkt eine Überlast. Wann genau und weshalb wissen wir nicht, da gerade beim Spiel am Montag viele temporäre Installationen inklusive Fernsehübertragungswagen an die Stromversorgung angeschlossen waren.» Wegen der Überlast sei die Sicherung der Phase 1 ausgelöst und der Strom für die Beleuchtung worden.»

Es handle sich um eine grosse Sicherung. Diese sei ersetzt worden, worauf das Stadium wieder voll funktionsfähig gewesen sei. «Dabei hat man nicht gesehen, dass auch die Sicherung der Phase 2 defekt war. Sie sah äusserlich noch intakt aus, hat aber den Stromkreis für die 2. Zuleitung unterbrochen. Damit musste die neu eingesetzte Sicherung die volle Last übernehmen, was nach wenigen Minuten zu einem erneuten Ausfall der Sicherung geführt hat», so Scherrer.

Die Ursache für den Stromausfall geht laut Roger Geissberger zurück auf das Cup-Viertelfinal gegen den FC Luzern am 1. März: Während dieser Partie sei die zweite Sicherung kaputt gegangen. Geissberger sagt zur Wahrscheinlichkeit, dass gleich beide Sicherungen kaputt gehen: «Wer darauf Geld gewettet hätte, wäre nun sehr reich.»

Die Stromausfälle im Brügglifeld hautnah miterlebt

Die Stromausfälle im Brügglifeld hautnah miterlebt

Kurz vor Anpfiff der Partie FC Aarau - FC Zürich geht im Brügglifeld das Licht aus. Es ist stockfinster. Nach rund 30 Minuten sind alle Scheinwerfer wieder an – doch nicht für lange.

Der Verantwortliche für die Aarauer Profimannschaft erwartet nun, dass die Swiss Football League nächste Woche die Wiederholung des Spiels anordnet. Und nicht einen Forfait-Sieg für den FC Zürich. Sollte dieser – mittlerweile sehr unwahrscheinliche Fall – eintreten, würde der FCA Rekurs einlegen. «Es geht um eine sechsstellige Schadenssumme – wir würden alle rechtlichen Mittel nutzen, um uns zu wehren», so Geissberger.

«IBA-Bericht spricht für sich»

FCA-Präsident Alfred Schmid hat im Interview mit der «Aargauer Zeitung» gesagt, dass im Fall einer Forfait-Niederlage die Schadenssumme rund 100 000 Franken betragen würde. Nur schon die versprochene Rückerstattung der Tickets würde knapp 50 000 Franken kosten.

Spätestens am Donnerstag reicht der FCA den Bericht der IBAarau über die Ursache für den Stromausfall bei der Liga ein. Eine weitere Stellungnahme des FCA ist momentan nicht geplant. «Das sollte auch nicht nötig sein – der Bericht der IBA spricht für sich», so Geissberger.