1. Liga
Hoffnung für Baden und Wohlen: Einstufung der 1. Liga könnte nochmals überprüft werden

Die Beurteilung einer Expertengruppe sorgte beim FC Baden und FC Wohlen in der letzten Woche für Frust. Da die 1. Liga nicht als «semiprofessionell» eingestuft wurde, mussten die Mannschaften den uneingeschränkten Trainingsbetrieb wieder einstellen. Der Fall ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Nik Dömer
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Wann es in der 1. Liga weitergeht, bleibt weiterhin ungewiss.

Wann es in der 1. Liga weitergeht, bleibt weiterhin ungewiss.

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Während in der Promotion League bereits wieder fleissig trainiert wird, bleibt in der 1. Liga derweil nur das eingeschränkte Training in 15ner Gruppen und ohne Körperkontakt.

Grund dafür ist die Einstufung einer Expertengruppe, der unter anderen Vertreter des Bundesamts für Sport und von Swiss Olympic angehören. Während die Promotion League als «semiprofessionell» gilt, wird die 1. Liga als Amateurliga eingestuft.

Zu wenig Spieler mit «Talent Card»

Dies ist für einige Vertreter – darunter auch der FC Wohlen und der FC Baden – ein ärgerliches Verdikt. Einerseits, weil sich beide Vereine mit Aufstiegsambitionen noch viel von der Rückrunde im Jahr 2021 versprochen haben, andererseits, weil sie über professionellere Strukturen verfügen als mancher Verein, der Teilnehmer einer «semiprofessionellen» Liga ist.

Alexander Wäfler, Medienchef von Swiss Olympic, kann den Unmut der Klubs verstehen, betont jedoch auch: «Der Hauptgrund für die Einstufung der 1. Liga als nicht-semiprofessionelle Liga ist, dass es sich dabei um eine Liga mit 3 überregionalen Gruppen handelt.»

11 Prozent der Spieler in der 1. Liga verfügen über eine «Talent Card».

11 Prozent der Spieler in der 1. Liga verfügen über eine «Talent Card».

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Dies machte bei der Einstufung der Expertengruppe den Hauptunterschied zur 1. Liga Promotion, bei der es sich um eine nationale Liga handelt, erklärt Wäfler.

Ein weiteres Argument sei auch die Anzahl der Inhaber einer «Talent Card» innerhalb der Liga. Dazu meint der Mediensprecher: «In der 1. Liga verfügen gemäss unseren Angaben 104 Spieler über eine solche Talent Card. Das sind rund elf Prozent aller in der Liga aktiven Fussballer. In anderen Ligen, aus anderen Sportarten, die nun als semiprofessionell eingestuft wurden, sind es bis zu 20 Prozent der aktiven SportlerInnen, die über eine solche Karte verfügen.»

Wirtschaftliche Voraussetzungen wurden nich prioritär beurteilt

Speziell möchte er auch auf das Ärgernis von Ranko Jakovljevic eingehen. Der Badener Trainer kann nicht verstehen, warum bei den Frauen NLB und 1. Liga (mit überregionalen Gruppen) Amateurteams trainieren dürfen, während die Badener eingeschränkt werden. «Da bei den Männern die drei höchsten Stufen mindestens als semiprofessionell eingestuft sind, wurde das auch bei den Frauen so gehandhabt. Dies erfolgte gemäss dem Geschlechterautomatismus, der in der Covid-Verordnung für den Sport festgeschrieben ist.»

Trainer Ranko Jakovljevic kann den Entscheid der Expertengruppe nicht nachvollziehen.

Trainer Ranko Jakovljevic kann den Entscheid der Expertengruppe nicht nachvollziehen.

Dänu Mercier,daniel Mercier / SPO

Weiter betont Wäfler, dass beim Entscheid die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Liga in der Einstufung nicht prioritär beurteilt wurden.

Urteil könnte nochmals auf den Tisch kommen

Und dennoch besteht für Baden und Wohlen noch Hoffnung auf eine baldige Anpassung: «Swiss Olympic ist mit den Vertretern der Liga und des SFV in Kontakt. Je nach zusätzlichen Informationen und Voraussetzungen ist es nicht ausgeschlossen, dass die Expertengruppe auf Antrag von Swiss Olympic die Einstufung der 1. Liga noch einmal überprüft.»

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Ob und wann die Expertengruppe die Beurteilung nochmals anpasst, ist aktuell aber noch nicht bekannt. «Womöglich ergibt sich dann auch durch den nächsten Bundesratsentscheid eine andere Ausgangslage für die Amateurligen», so Alexander Wäfler.