Radquer-SM in Baden

4000 Zuschauer erleben spannende Duelle vor Traumkulisse: Lars Forster lässt den Titelverteidiger hinter sich

Die Schweizer Meisterschaften im Radquer gingen am Sonntagnachmittag auf der Badener Baldegg mit einem fulminanten Eliterennen der Männer zu Ende. Lars Forster feierte dabei bei bestem Wetter und vor einer grossartigen Zuschauerkulisse seinen dritten Meistertitel bei der Elite.

Als hätte sie extra darauf gewartet, durchbrach die Sonne pünktlich zur Mittagspause die Nebeldecke und liess die Baldegg oberhalb von Baden in den schönsten Farben erstrahlen. Doch die 4000 Zuschauer, die auf Badens Hausberg gepilgert waren, kamen nicht nur in den Genuss einer wunderbaren Aussicht, sondern durften auch spektakulären Radquer-Sport geniessen.

Erstmals im Januar statt im Spätsommer

Im Gegensatz zum gewohnten Termin im Spätsommer fand sich der Quer-Tross heuer ausnahmsweise mitten im Winter im Kanton Aargau ein. Der Grund: Die Schweizer Meisterschaften gingen diesmal in Baden über die Bühne. Das OK um Initiator Christian Rocha musste das Rad bezüglich Infrastruktur und Parcours nicht neu erfinden. Bis auf ein paar wettertechnische Vorkehrungen – man brauchte auch einen Plan, wenn es Schnee gehabt hätte – konnte man sich auf die guten Erfahrungswerte der vergangenen Jahre verlassen.

2011 lancierte Rocha mit ein paar weitere «Angefressenen» das Süpercross auf der Baldegg – und sorgte damit auch für eine Renaissance eines Sports, der hierzulande nur noch ein Mauerblümchendasein fristete. Mittlerweile hat sich der wunderbare Anlass zu einer fixen Grösse im Aargauer Sportkalender entwickelt und geniesst auch wieder einen deutlich höheren Stellenwert. In drei Wochen findet ja bekanntlich die WM in Dübendorf statt.

Auch an diesem Sonntag pilgerten die Interessierten zahlreich in Badens Naherholungsgebiet und sorgten so für einen mehr als würdigen Rahmen. Sie mussten die Anreise nicht bereuen. Besonders das Rennen der Elite bot Quersport der Sonderklasse. Die beiden grossen Favoriten Lars Forster, der Meister 2016 und 2018 und Titelverteidiger Timon Rüegg schenkten sich während des knapp stündigen Rennens nichts. Immer wieder lancierten die beiden Rivalen teils spektakuläre Attacken auf dem technisch anspruchsvollen Parcours. Am Ende setzte sich etwas überraschend dann doch Lars Forster durch, der Rüegg in der vorletzten Runde entscheidend zu distanzieren vermochte. «Es war ein harter aber toller Kampf gegen Rüegg», erklärte Sieger Forster im Ziel. «Rüegg hat mich wirklich gefordert aber am Ende hatte ich glücklicherweise die grösseren Reserven und freue mich natürlich über diesen dritten Titel».

Grosse Überraschung bei den Frauen

Das Rennen der Frauen endete mit einer grossen Überraschung und verdienten Siegerin. Jacqueline Schneebeli aus Hauptikon ging eigentlich als U23-Fahrerin an den Start, war am Ende aber Tagesschnellste und liess sämtliche Kontrahentinnen ihrer sowie der Elitekategorie hinter sich. Interessant ist, dass es für Schneebeli, die 2019 noch als Juniorin unterwegs war, erst das dritte Radquerrennen überhaupt und ihr erster Einsatz als U23-Fahrerin gewesen ist. Ein unbeschriebenes Blatt war die junge Athletin aber trotzdem nicht. In der letzten Saison gewann sie im Mountainbike neben dem Schweizermeistertitel auch Gold an den Europa- und Weltmeisterschaften der Juniorinnen. 

In der U23-Kategorie der Herren kam es zur Revanche der letztjährigen Meisterschaft in Sion. Damals gewann Loris Rouiller vor Kevin Kuhn. Die beiden gehören auch international zu den Besten und standen bereits mehrfach auf Podesten hochkarätiger Rennen. Kuhn feierte dabei sogar drei Weltcupsiege. Entsprechend motiviert war er nun auch bei den Schweizermeisterschaften zu triumphieren und legte gleich zu Beginn weg ein horrendes Tempo vor. Rouiller konnte zunächst noch folgen, doch bereits in der zweiten Runde öffnete sich nach einer Attacke die entscheidende Lücke zu Gunsten von Kuhn. In der Folge fuhr er ein kontrolliertes Rennen und sicherte sich Gold vor Loris Rouiller.

Aargauer Medaillen bei den Jüngsten

Aus Aargauer Sicht waren die Resultate bei den U17-Kategorien erfreulich. Zu einem Schweizer Meistertitel reichte es zwar nicht. Aber bei den Mädchen sicherten sich Lea Huber (Sulz) und Noelle Rüetschi (Gipf-Oberfrick) Silber, bzw. Bronze. Bei den Knaben holte sich Jan Christen (Gippingen) ebenfalls Bronze.

Die Ranglisten finden Sie hier.

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