Die vorgesehene Bar mit Sauna und Wellness hat eine Fläche von beinahe 110 Quadratmetern. Neben dem Sauna- und Wellnessbereich und der Bar sind weiter drei sogenannte Ruheräume sowie eine Garderobe im Plan eingezeichnet. An die Bar grenzt ein kleines Raucherabteil. Die Ausschreibung lässt vermuten, dass es sich bei der Bar mit Sauna um eine Kontaktbar handelt. Sogar im Gemeinderat von Langendorf wurde über die Baupublikation für den Club im Delta-Areal diskutiert.

Auf Anfrage verneint der Bauherr Zvonko Petrovic aus Bellach, dass eine Kontaktbar geplant sei. «Dazu braucht es Zimmer», so seine Antwort. Auf die Entgegnung, dass er drei Ruheräume plane, erklärt er, diese seien eben zum Ausruhen. Auf die Frage, ob er etwas plane, das im Erotikbereich anzusiedeln sei, erklärte er, dass dies niemanden etwas angehe, man sehe dann schon, was er baue, wenn das Baugesuch genehmigt wird. Auf nochmaliges Nachfragen hängte er auf. Petrovic könnte in Fussballerkreisen als Vermittler bekannt sein. Er führt die Firma Petrosport Management Z. Petrovic. Diese Firma ist hervorgegangen aus der Firma Petrovic Artist-Agentur. Auf der Internetseite seiner Firma preist er 19 Spieler an. Laut seiner Internetseite besitzt er eine Spielervermittlerlizenz des kroatischen Verbandes.

«Das Delta-Areal bietet den idealen Raum für innovative und zukunftsträchtige Unternehmen», sagte zu Gitarrenklängen der Sprecher in einem Werbevideo der Liegenschaftsbesitzerin Velia Immobilien AG. Immobilienbewirtschafter Walter Müller sagt klar: «Eine Kontaktbar ist nicht geplant.» Zu einem solchen Angebot würde die Immobilienfirma nie Hand bieten. «Wir haben auch noch keinen Mietvertrag mit Herrn Petrovic. Sobald es zum Abschluss kommen wird, werden wir das Vorhaben schon genauer hinterfragen.»

Erste Abklärungen sind möglich

Die Langendörfer Behörden blieben nicht untätig. Hansruedi Trachsel (Präsident der Baukommission) hatte per Mail eine Anfrage gestartet und zur Antwort erhalten, dass keine Kontaktbar vorgesehen sei. Im Gemeinderat erklärte der Gemeindepräsident Hans-Peter Berger, er werde etwas unternehmen.

«Wir haben die Nutzungsänderung publiziert, obwohl wir noch nicht die Einwilligung des Liegenschaftenbesitzers gesehen haben. Aber so können bereits Abklärungen getroffen werden», sagt Berger. Beispielsweise mit der Gebäudeversicherung, welche die feuerpolizeiliche Situation beurteilen müsse, oder mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, welches für die Umsetzung der Hygiene-Vorschriften besorgt sei. «Dort muss der Bauherr klar sagen, was er bauen will», so Berger. Die Zonenvorschriften würden eine Nutzung als Kontaktbar zulassen. Dann müsste sich die Gemeinde aber überlegen, ob allenfalls im Rahmen der Ortsplanungsrevision eine spezielle Zone ausgeschieden werden könnte. «Ich weiss auch nicht, wie die Gewerbler reagieren, die im Delta-Areal tätig sind.» Vorderhand bleibe man «Gewehr bei Fuss» und warte ab, was komme, so der Gemeindepräsident.