Wasseramt/Bucheggberg

Wasserpreis kommt wegen Konzessionsänderung unter Druck

Geht es um Wasser und dessen Preis, werden Emotionen wach (Symbolbild)

Geht es um Wasser und dessen Preis, werden Emotionen wach (Symbolbild)

Die Grenchner SWG strebt Änderungen im Wasserbezugs-Vertrag an. Bis jetzt hatte sie den Wasserbezug der Gemeinden in der Gruppenwasserversorung praktisch subventioniert. Die Änderung stösst aber nicht überall auf Begeisterung.

Wasser kommt aus dem Hahnen. Kommt kein Wasser raus, ist der Teufel los. So ist es seit jeher die besondere Aufgabe der Gemeinde für reichlich gutes, sauberes Wasser zu sorgen. Vor 50 Jahren gaben einige Gemeinden im Wasseramt ihre Wasserhoheit teilweise ab. Sie beteiligten sich an der Gruppenwasserversorgung Grenchen. Dieses Grenchen sollte wachsen und bald 30 000 Einwohner haben, dachte man damals.

Heute wissen wir, das war eine Illusion. Mit Folgen. Denn fortschrittsgläubig, wie die Grenchner sind, wurde die Wasserversorgung frühzeitig für diese Grösse von 30 000 Einwohnern konzipiert. Neben dem Wasser vom Berg, das aus der Tunnelquelle fliesst, brauchte Grenchen eine weitere üppige Wasserquelle. Da kam das Grundwasser im Wasseramt gelegen. Der Kanton gab die Konzession für die Wasserentnahme.

Davon konnten weitere Gemeinden profitieren. Die Gruppenwasserversorgung wurde auf die Beine gestellt. Neben einem Reservoir in Lüterkofen wurden Leitungen vom Wasseramt nach Grenchen verlegt. Neun Gemeinden schlossen sich der Gruppenwasserversorgung an und kauften sich anteilmässig des künftigen Bezuges ein. «Vom Konstrukt her ist es ein Partnerwerk. Ein Gewinn wird nicht erzielt», sagt Per Just, SWG-Direktor.

Grenchen zahlte übermässig

Die Gemeinden fuhren bis anhin mit diesem Konstrukt gut. Denn die Stadt Grenchen bezog von der Menge, die sie zugute hatte, nur einen Bruchteil, übernahm aber zirka drei Viertel der Kosten. Nun reduziert sich die Konzessionsmenge auf weniger als die Hälfte. Grenchen kann eine Last abbauen, indem die Stadt von den Gesamtkosten noch 55 anstatt 75 Prozent bezahlen muss. Die Partnergemeinden müssen nun 45 anstatt 25 Prozent der Gesamtkosten tragen.

Wie die Gemeinderatsberichte in diesen Tagen zeigen, fühlt man sich vom Vorgehen der SWG mancherorts übertölpelt. Per Just zeigt Verständnis. «Es sind nicht einfache Verträge und ich habe angeboten, jeweils im Gemeinderat zu informieren.»

Ausgelöst worden sei die Konzessionsänderung durch übergeordnete Überlegungen beim Kanton. «Man ist an uns gelangt abzuklären, ob sich inskünftig die Stadt Biel ohne Erneuerung des Seewasserwerkes, durch den Bezug aus anderen Regionen mit Wasser versorgen könnte», erklärt Theo Schöni, zuständig für Wasserversorgung beim Kantonalen Amt für Umwelt. Bisher ging man davon aus, dass eine anteilmässige Lieferung problemlos möglich sei.

«Anhand des entwickelten Grundwassermodells für das Wasseramt, wollten wir diese Frage seriös abklären und haben zu diesem Zweck eine Studie veranlasst», berichtet Schöni. Die Studie kam zum Schluss, dass die erteilte Konzessionsmenge über längere Zeit nicht gefördert werden könnte ohne nachteilige Auswirkungen im Grundwasserhaushalt. In Absprache mit der Konzessionsinhaberin wurde vereinbart, sowohl die Konzessionsmenge als auch die Förderleistung den Gegebenheiten anzupassen.

Natürlich kam Grenchen diese Gelegenheit recht, weil die Uhrenstädter im Normalfall genug Wasser aus ihrer Tunnelquelle beziehen und nicht auf die maximal beziehbare Menge Wasser aus der Gruppenwasserversorgung angewiesen sind.

Per Just widerspricht in diesem Punkt nicht. Andererseits hat bis anhin die SWG den Wasserbezug der Gemeinden in der Gruppenwasserversorgung quasi subventioniert. Theo Schöni sagt denn auch, dass mit dem neuen Vertrag und dem angepassten Reglement zwischen den Gemeinden und der SWG ein vernünftiger und ein den tatsächlichen Verhältnissen angepasster Ausgleich erreicht werden konnte.

Meistgesehen

Artboard 1