Seeland/Arch

Sieg für die Kindergartenlobby bei der Kinderbetreuungs-Debatte

Arch diskutierte an der vergangenen Gemeindeversammlung über Betreuungsgutscheine.

Arch diskutierte an der vergangenen Gemeindeversammlung über Betreuungsgutscheine.

Der Gemeiderat wollte an der vergangenen Gemeindeversammlung von Arch Betreuungsgutscheine auf Vorschulkinder beschränken. Doch der Souverän hatte das letzte Wort: Die Gutscheine werden auch Kindergartenkindern zugutekommen.

Die Betreuungsgutscheine der Familienergänzenden Kinderbetreuung werden auch Kindergartenkindern zugutekommen. Dies beschloss die Gemeindeversammlung Arch im voll besetzten Kirchgemeindesaal im Gemeindezentrum am Mittwochabend. Damit überstimmten die 82 Stimmberechtigten (6,8 Prozent der Stimmbürger) den Gemeinderat, der
die Gutscheine per Reglement auf Vorschulkinder beschränken wollte. «Wir wissen, dass das interessiert», eröffnete Gemeindepräsidentin Barbara Eggimann die Debatte zum Systemwechsel in der Kinderbetreuung. Eine Mengenbeschränkung der Gutscheine sehe Arch nicht vor. Dafür sollten diese mit Verweis auf den Mittagstisch der Gemeinde auf Kinder vor dem Kindergarteneintritt beschränkt sein.

Kantonale Regeln kommen zum Zug

Diverse Eltern monierten daraufhin «die Unsicherheit, die durch die Lücke bis zum Schuleintritt entsteht». Hansruedi Bott von der Aufsichtskommission der Kindertagesstätten Region Büren beantragte eine Priorisierung gemäss sozialen Kriterien und eine Ausweitung bis zum Schuleintritt.

Das Angebot der Gemeindepräsidentin, das Reglement statt Anfang Jahr erst zum neuen Schuljahr in Kraft zu setzen, um allfällige Härtefälle zu verhindern, fand kein Gehör. Da die vier Anträge durch den Vorsitz dem Anliegen als nicht dienlich eingestuft wurden, wurden sie zurückgezogen. Darauf zog die Versammlung die Notbremse. Sie lehnte das Reglement mit 49 zu 19 Stimmen ab. Damit kommen die Regeln des Kantons zum Zug – und auch Kindergartenkinder zu Betreuungsgutschriften.

Römermatte kann verkauft werden

Die Erklärung des Budgets durch Marcel Flury, Ressort Finanzen und öffentliche Sicherheit und die folgende einstimmige Genehmigung, ging in wenigen Minuten über die Bühne. Angesichts der regen Bautätigkeit und steigender Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen, 2020 voraussichtlich rund 131000 Franken, gibt es kaum Anlass zur Besorgnis.
Diskussionslos erteilte die Versammlung auch dem Gemeinderat die Kompetenz, das Grundstück im Bauland Römermatte / Steiacher zu verkaufen.

Mit dem Reglement zur «Vorfinanzierung Gemeindeinfrastruktur» sichert die Gemeinde sich die Möglichkeit Überschüsse flexibel zur Sanierung ihrer Bauten einsetzen zu können. «Wir hoffen, dass wir das nun äufnen können», zeigte sich Gemeindepräsidentin Eggimann erfreut über das einstimmige Ja.

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