Zuchwil

Roger Siegenthaler wird neuer Präsident der Repla

Ein «Repla-Kind»: Der neue Präsident Roger Siegenthaler.rm

Ein «Repla-Kind»: Der neue Präsident Roger Siegenthaler.rm

Der Nachfolger von Johannes Friedli steht fest: Der Bucheggberger Roger Siegenthaler gewinnt die Kampfwahl ums Präsidium der Repla Espace Solothurn.

Die Ausgangslage am Freitag Abend versprach Spannung. Dass die Wahl ums Präsidium der Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn schliesslich zu einer hauchdünnen Angelegenheit werden sollte, war für viele Delegierte aber eine Überraschung. Mit dem knappmöglichsten Resultat setzte sich Roger Siegenthaler an der Delegiertenversammlung der Repla in Zuchwil im ersten Wahlgang gegen Markus Zubler durch.

Von 60 Delegiertenstimmen holte der Lüterkofer Gemeindepräsident deren 31 und erreichte damit exakt das absolute Mehr. Das ist insofern überraschend, weil die Delegierten damit nicht den Wunschkandidaten des Repla-Vorstands wählten. Dieser hatte sich für den Flumenthaler Vizegemeindepräsidenten Markus Zubler ausgesprochen.

Wahl erfolgte geheim

Beat Wehrle (Lüterswil) äusserte vor der Wahl ein «ungutes Gefühl», weil der Vorstand mit Zubler einen Kandidaten vorschlage, der den eigens definierten Anforderungen nicht entspreche; unter anderem solle dieser gemäss Profil aktiver oder ehemaliger Gemeindepräsident sein. Repla-Vizepräsident Kurt Fluri betonte, dass Zubler die Anforderungen durch andere Tätigkeiten erfülle. Flumenthals Gemeindepräsident Christoph Heiniger schliesslich hielt fest, dass Zubler ihm den Vortritt für den obersten Exekutivposten im Dorf gelassen habe.

Zubler sei aber auch deshalb ein geeigneter Kandidat, weil er sich für die Schaffung der kontrovers diskutierten Regionalkonferenzen ausspreche. Siegenthaler andererseits ist ein Kritiker dieser neuen Trägerschaft. Fakt ist, dass sich die Agglomeration tendenziell für die Regionalkonferenz ausspricht, während aus ländlichen Gemeinden eher negative Signale kommen.

Die Wahl erfolgte auf Antrag von Hardy Jäggi (Recherswil) geheim. Dass er damit der Wahl Siegenthalers Vorschub leistete, erscheint zumindest nicht unmöglich.

Unerlässlich: Das Herzblut

«Ich bin ein Repla-Kind» – das hielt Roger Siegenthaler in seinem kurzen Werbespot fest. Aufgewachsen und vernetzt im Wasseramt und im Bucheggberg, wisse er um die Befindlichkeiten in der Region. «Ich sitze mit allen an den Tisch und zeige auf, wo die Gemeinden profitieren können.» Er sei ein Garant dafür, dass alle angehört und gleich behandelt werden. Seine Voten hatten schliesslich eine knappe Mehrheit der Delegierten überzeugt.

Als der scheidende Präsident Johannes Friedli zur symbolischen Amtsübergabe schritt, musste er, wie er sagte, «mehr als nur über meinen Schatten springen». Er habe das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie Siegenthaler und werde dies auch nie haben. Friedli übergab Siegenthaler schliesslich einen Wegweiser mit der Aufschrift «LOS», der die Bemühungen der Repla für den Langsamverkehr ausdrückt, weiter die Schlüssel zur Regiomech sowie ein Gläschen mit einer Portion «Herzblut».

Dies, so sagte Friedli, brauche es als Repla-Präsident. Zum Abschied und als Dank für die geleistete Arbeit überreichte Kurt Fluri dem Outdoor-Liebhaber Johannes Friedli Gutscheine von Stöckli Sport sowie die «unvermeidlichen Flaschen Wein».

Neuer Geschäftsführer

Übrigens: Siegenthaler ist nicht das einzige neue Gesicht in der Repla. Auch der neue Geschäftsführer Markus Schneider stellte sich vor. Als Politiker auf Kommunal- und Kantonsebene sowie als ehemaliger Mitarbeiter im Finanzdepartement kenne er die Probleme der kleinen und finanzschwachen Gemeinden.

Das Eingeständnis, dass es in der Region unterschiedliche Interessen gebe, sei Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit. Einig waren sich die Delegierten beim Budget und bei den Jahresbeiträgen: Beides wurde einstimmig genehmigt.

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