«Man muss Idealist sein, um diese Sache gut zu machen», ist Alois Küry überzeugt. Er spricht über die Arbeit im Verein «Kultur und Geschichte Hofstetten-Flüh», der die Kulturwerkstatt, das Dorfmuseum der Gemeinde, betreibt. Die Gegenstände, die von der Gemeinde für die Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden, müssen nämlich zuerst noch aufwendig restauriert werden.

Dies geschieht in der Werkstatt des Museums, wo die Vereinsmitglieder ehrenamtlich Stunden und Tage mit Handwerksarbeiten verbringen. Die Gegenstände sind nach der Restaurierung meist sogar wieder funktionstüchtig. Stolze 5000 Artikel zählt die Sammlung schon, ausgestellt können sie aber nicht gleichzeitig werden. Jährlich werden neue Ausstellungen gestaltet, darauf ist der Verein besonders stolz, denn so unterscheide man sich von den einschlägigen Dorfmuseen.

«Junge Leute zu rekrutieren, ist schwierig»

Momentan wird eine Ausstellung zum alten Handwerk präsentiert, das heisst Gegenstände aus dem Alltag von Wagnern, Schmieden, Schreinern und Bäckern aus dem Leimental im letzten und vorletzten Jahrhundert. Ganz besonders gefällt Küry die handgemachte Volière, ein Vogelkäfig. «Die Schnitzereien und Verzierungen sind alle in Handarbeit entstanden; das war sicherlich ein riesiger Aufwand. Das imponiert mir wirklich!», meint er. Aber auch vom ehemaligen Totenwagen, mit dem man früher die Toten zum Friedhof fuhr, ist er fasziniert – «auch wenn das etwas makaber tönt». Eigentlich würde er sich eine Vitrine auf dem Friedhof wünschen, in der man den Totenwagen ausstellen könnte.

Küry ist erst seit zwei Jahren Präsident des Museumsvereins. Er ist selber ein Bauernkind – das Flair für die alten Maschinen hat er also noch aus seiner Kindheit. Für das Präsidium habe er sich aber nur zur Verfügung gestellt, weil es leider keinen anderen Kandidaten gab, gibt er zerknirscht zu.

Die Zukunft des Vereins bereite ihm Sorgen, fährt er weiter. «Die Dorfbevölkerung hat zwar Freude an den Ausstellungen, selber mitmachen möchten aber die wenigsten.» Besonders junge Leute zu rekrutieren, sei schwierig.

Einen Vorteil hat das fortgeschrittene Alter der Mitglieder jedoch: Zwei Bauern arbeiteten früher noch selber mit den alten Geräten und ein anderes Vereinsmitglied war Leiter in der Maschinenfabrik und kennt darum viele der Geräte noch aus eigener Erfahrung.