Im aktuellen Mitteilungsblatt von Nuglar-St. Pantaleon sparen die beiden Seiten nicht mit markigen Worten. «Nebelfrei» schreibt in einem von mehreren Beiträgen: «Dieses vom Gemeinderat beantragte und von der Gemeindeversammlung bewilligte Entschädigungssystem ist ungerecht, rechtlich problematisch und in der praktischen Umsetzung höchst unklar.» An anderer Stelle vergleicht Markus Keller, der auch der Gruppierung angehört, den Gemeindepräsidenten mit einem gefrässigen Nager: «Hauptamtlich sammelt das Eichhörnchen Nüsse, viele, möglichst viele Nüsse, die es dann an einem geheimen Ort versteckt.»

Gemeindepräsident Baumann lässt die Angriffe aber nicht auf sich sitzen. In seinem Editorial im Mitteilungsblatt nimmt er Bezug auf die Texte. «Ich verstehe euer öffentliches Bashing nicht – es birgt auch nicht den Hauch einer Lösung in sich – nur Pauschalkritik.» Ein derartiges Untergraben der Spielregeln sei Gift für die Demokratie und den Dorffrieden.

Nicht berufstätige Personen «benachteiligt»?

Hintergrund der Streitigkeiten ist die Einführung einer Ausgleichsentschädigung für das Gemeindepräsidium von Nuglar-St. Pantaleon. Die Entschädigung beinhaltet den bisherigen Grundsockel von 30'000 Franken sowie neu einen variablen Teil von 15'000 Franken. Letzterer wird ausbezahlt als Kompensation, wenn der Gemeindepräsident oder die Gemeindepräsidentin das Jobpensum um 20 Prozent reduziert. Dies ist bei Baumann, der als Immobilienentwickler tätig ist, seit seinem Amtsantritt als Gemeindepräsident im Jahr 2015 der Fall.

Für «Nebelfrei» würden Personen, die nicht berufstätig sind, durch das neue System benachteiligt. Die Entschädigung müsste für alle gleich sein, fordert die Gruppierung. Die Einwohner liessen sich von diesen Argumenten indes nicht überzeugen. Im Dezember hiessen sie an der Gemeindeversammlung die Ausgleichsentschädigung mit 65 Ja- zu 20 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen gut. (HOF)