Sikypark

«Ein strenges, aber sensationelles Jahr»: Der Sikypark rettete vergangenes Jahr über 200 Tiere

Für den Sikypark in Crémines (BE) war 2019 ein ereignisreiches, aber auch erfolgreiches Jahr. Der Zoo hat seine Mission als Tierrettungsstation gefunden.

Rund 90'000 Besucherinnen und Besucher zählte der Sikypark im vergangenen Jahr. Das sei ein neuer
Rekord, schreibt die Betriebsleitung des Sikyparks in einer Medienmitteilung. Im Vergleich zum Vorjahr mit 55'000 Eintritten war der Besucherandrang dieses Jahr beinahe doppelt so gross.

Verwaltungsratspräsident Werner Ballmer freue sich über den äusserst positiven Jahresabschluss. Der Erfolg komme nicht von ungefähr: «Das gute Wetter in Crémines war sicherlich hilfreich. Aber vor allem findet unsere Mission Anklang.»

Aufwand lohnt sich

Der Sikypark zeichne sich durch die enge Bindung zu den Tieren und dem Engagement für ehemalige Zirkus- und Zootiere, Abgabetiere sowie Findeltiere aus, erklärt der Betriebsleiter Marc Zihlmann im Schreiben. Allein im vergangenen Jahr habe der Sikypark 235 Tiere gerettet. «Es war ein strenges, aber sensationelles Jahr. Der Aufwand ist es auf jeden Fall wert», heisst es weiter.

Hunderte von Einsatzstunden leisteten die Tierpfleger ehrenamtlich und ausserhalb der Arbeitszeiten. So wurden in der Station Mami 20 Wildtiere gesund gepflegt und in der Vogelauffangstation insgesamt 35 Papageien sowie 44 weitere Vögel aufgenommen. Auch diverse exotische Kleintiere sowie Haus- und Nutztiere von Privaten – darunter zwei Wasserbüffel – fanden im Sikypark ein neues Zuhause. «Wir haben unsere Aufgabe gefunden – es braucht unseren Zoo», sagt Zihlmann.

Neuanfang und Abschied

Eine der wichtigsten Pfeiler des Sikyparks sei die Seniorenresidenz, die alten und pflegebedürftigen Raubkatzen einen würdigen letzten Lebensabschnitt ermöglicht. 2019 zogen eine Berberlöwin, ein Sibirischer Tiger und ein Luchs aus anderen Zoos zu. Ein Serval kam aus einer Beschlagnahmung in den Sikypark. Da der Gesundheitszustand bei älteren Tieren kritisch sein kann, benötigen sie viel Aufmerksamkeit, Abwechslung und vor allem eine intensive medizinische Betreuung. Aber auch Abschiede habe es gegeben: So musste sich das Zooteam von zwei Tigern – Arisha und Rahni – aus dem ehemaligen Raubtierpark Subingen verabschieden.

Tierische Highlights

«Höhepunkte waren für uns sicherlich die Ankunft der Raubkatzen aus Deutschland, die Rettung des
Servals und unser Kapuzineräffchen Fredi», berichtet Zihlmann. Als Ersatzpapa zog er Fredi von Hand auf. Das Äffchen sorgte für beinahe mehr Medienrummel als die drei weissen Tiger, die der Sikypark Ende 2018 aus Österreich aufnahm. «Die Tiere brauchten dringend einen Platz und wir konnten ihnen ein Zuhause geben.»

Unterstützung benötigt

Für 2020 erwartet der Zoo rund 100'000 Besucherinnen und Besucher. Der Verwaltungsratspräsident betont: «Trotz Erfolg benötigt der Sikypark die Unterstützung des Fördervereins Sikyfriends, von Gönnern und Patenschaften sowie von Sponsoren und Kleinspenden, um die hohen Kosten der Seniorenresidenz und geplante Anlagen zu decken.» (mgt)

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