Gemeinderat

Dornacher Gemeindepräsident steht unter heftiger Kritik

Christian Schlatter in der Kritik.

Mitglieder des Gemeinderats Dornach werfen Gemeindepräsident Schlatter eigenmächtiges Handeln vor.

Erscheint im Namen des Gemeinderats eine Stellungnahme, ist eigentlich davon auszugehen, dass die Mehrheit des Rats hinter der Veröffentlichung steht. In Dornach scheint dies nicht so zu sein, weshalb es in der Exekutive heftig rumort. Drei Gemeinderäte werfen dem Gemeindepräsidenten vor, eigenmächtig zu handeln.

Seinen Ursprung hat der Streit in der Kontroverse um den Dornacher Bauverwalter Martin Zweifel. Mehrere Personen aus der 6700-Einwohner-Gemeinde kritisierten in dieser Zeitung den Umgangston des Bauverwalters. Zwischen den Freien Wählern, der Partei des Gemeindepräsidenten Christian Schlatter, und dem Bauverwalter bestünde eine ungesund enge Beziehung.

In den amtlichen Dornacher Publikationen erschien kürzlich eine Mitteilung des Gemeinderats zu den Auseinandersetzungen. «Den Gemeindebehörden werden Filz, Seilschaften und Willkür vorgeworfen. Dies sind Vorwürfe, die der Gemeinderat nicht stehen lassen will. Zudem wehrt sich der Gemeinderat dagegen, dass Mitarbeitende der Verwaltung in den Medien persönlich angegriffen werden. Das ist nicht gerechtfertigt», lässt der Gemeinderat die Leserschaft wissen.

Mehrheit stehe nicht dahinter

Hinter der vermeintlichen Stellungnahme des Gemeinderats steht jedoch anscheinend nur der Dornacher Gemeindepräsident Christian Schlatter. «Die Veröffentlichung erfolgte ohne eine mehrheitliche Zustimmung des Gemeinderats, sondern war ein Alleingang des Gemeindepräsidenten», schreiben die Gemeinderäte Daniel Müller und Annabelle Lutgen (beide FDP) und Marisol Fürst (SVP) in einem Leserbrief. Ihnen ginge es darum, öffentliche Kritik und Vorwürfe gegenüber Behörden, Mitarbeitern der Gemeinde oder dem Präsidium zu analysieren sowie fachlich, sachlich und neutral zu beurteilen.

Der Gemeindepräsident habe den Mitgliedern des Gemeinderats die Stellungnahme vor der Veröffentlichung per Mail geschickt, erzählt Daniel Müller auf Anfrage. Ein Grossteil habe daraufhin erklärt, nicht hinter der Veröffentlichung zu stehen. «In dieser Angelegenheit steht kein einziger Gemeinderat hinter Schlatter», stellt er klar. Es sei nicht das erste Mal, dass der Dornacher Gemeindepräsident eigenmächtig handle. Das sei in der Vergangenheit schon einige Male vorgekommen.

Der angegriffene Gemeindepräsident möchte sich zum Hintergrund der Stellungnahme nicht äussern. «Solange wir im Gemeinderat nicht über das Thema gesprochen haben, kann ich keine Auskunft geben.» Er finde es ungeschickt, dass sich einzelne Gemeinderäte an die Medien wenden. Es handle sich um eine Angelegenheit innerhalb des Gemeinderats, die nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden sollte.

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