Gemeindepräsidentenwahlen

Die SVP triumphiert am Gilgenberg

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Die Lokalpolitik im Schwarzbubenland bleibt stark bürgerlich geprägt.

Mangels Interessenten kam es am Sonntag zwar nur in vier Ortschaften im Dorneck-Thierstein zu Gemeindepräsidentenwahlen mit mehr als einem Kandidaten. In den Gemeinden, in denen sie aus mehreren Bewerbern auswählen konnten, sorgten die Wahlberechtigen aber für einige faustdicke Überraschungen.

Allen voran in Zullwil, wo der im Mai aus dem Gemeinderat abgewählte Gemeindepräsident Roger P. Hänggi nun in seinem Amt bestätigt wurde. Der SVP-Politiker hatte nach der Abwahl alle Ämter niedergelegt, sich kurz darauf aber umentschieden und mitgeteilt, doch wieder für das Amt des Gemeindepräsidenten zu kandidieren. Hänggi setzte sich mit 156 Stimmen gegen den Gegenkandidaten, Hans-Rudolf Schneebeli vom Komitee Pro Zullwil durch, der 133 Stimmen erhielt.

Dass er für weitere vier Jahre der Thiersteiner 650-Seelen-Ortschaft vorsteht, will Hänggi dazu nutzen, einige angefangene Projekte weiterzuführen. «Dazu gehören die Neubesetzung der Verwaltung und die Sanierung unserer Mehrzweckanlage», erklärt Hänggi kurz nach der Wahl. Sein wichtigstes Anliegen sei es aber, dass nun endlich Ruhe im Dorf einkehre. Seine Tür stehe für seine politischen Gegner immer offen.

Damit Roger P. Hänggi wieder Gemeindepräsident sein kann, muss der vor einigen Wochen als Gemeinderat bestätigte Silver Hänggi (FDP) seinen Sitz räumen. «Ich habe kein schlechtes Gewissen, denn Silver hat mir heute als erste Person zu meinem Sieg gratuliert», sagt Roger P. Hänggi, während hinter ihm an einer Feier der lokalen SVP die Gläser erklingen.

Denn auch im Nachbardorf Meltingen schaffte es ein SVP-Mann an die Spitze der Dorfregierung. Erich Fidler erreichte 172 Stimmen, während FDP-Kandidat Peter Jeger auf 156 Stimmen kam. Der umstrittene Gemeindepräsident Gérard Zufferey (Unabhängige) war nicht mehr angetreten. Das Dörfchen war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil es vom Kanton Solothurn zwangsverwaltet werden muss. Die Sachwalterschaft kann nun, da wieder ein vollständiger Gemeinderat gewählt wurde, bald aufgehoben werden.

Deutlicher Wunsch nach Ruhe

«Die Meltinger haben mit ihrer Wahl demonstriert, dass sie von der negativen Presse genug haben und Ruhe möchten», erklärt der frischgebackene Gemeindepräsident Erich Fidler. Im Vordergrund stehe, zu zeigen, dass man zusammenarbeiten könne. Dies sagt er im Wissen, dass mit Peter Jeger und Gérard Zufferey zwei im Gemeinderat sitzen werden, die sich zuletzt nicht gut verstanden haben.

Rund zehn Kilometer entfernt schaffte es in Seewen der Sozialdemokrat Simon Esslinger, den amtierenden Gemeindepräsidenten aus dem Amt zu drängen. Der Kantonsrat wurde mit 226 Stimmen gewählt, während Amtsinhaber Thomas Müller (CVP) lediglich mit 124 Stimmen Vorlieb nehmen musste. Weit abgeschlagen an dritter Stelle landete mit gerade einmal 15 Stimmen FDP-Bewerber Patrick Watermann.

Der neue Seewner Gemeindepräsident Simon Esslinger freut sich, mit einem derart deutlichen Resultat gewählt worden zu sein. «Ich hätte es nicht erwartet», erklärt er. Vielmehr sei er davon ausgegangen, dass es zu einem zweiten Wahlgang komme. Als Gründe für seine klare Wahl vermutet er, zusätzlich zu seiner Bekanntheit auf dem Dorneckberg, auch eine Abrechnung der FDP mit Thomas Müller.

Im Solothurnischen Leimental verliert die SP in Metzerlen-Mariastein hingegen einen Gemeindepräsidenten. Für die Nachfolge des nicht mehr angetretenen Dominik Kamber bewarben sich Silvio Haberthür (FDP) und der Parteilose Severin Thurnherr. Mit 246 Stimmen konnte sich Haberthür, bis anhin als Gemeindeverwalter in Metzerlen-Mariastein tätig, klar durchsetzen. Thurnherr erreichte 61 – und damit nicht einmal ein Fünftel aller Stimmen.

Während es in acht Gemeinden im Schwarzbubenland bereits zu Stillen Wahlen für das Gemeindepräsidium gekommen war, fanden in weiteren fünf am Sonntag Wahlen statt, obwohl nur ein Kandidat antrat. In diesen Ortschaften ist es gemäss Gemeindeordnung notwendig, dass es zu einem Urnengang kommt.

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