Ostereier

Die glücklichen Recherswiler Hühner legen täglich rund 7500 Eier

Zu Besuch auf der Hühnerfarm von Daniel Murer in Recherswil, wo alle zufrieden sind: die Legehennen und deren Besitzer. Auf dem Hof erhalten die Hennen reichlich Auslauf und Freiheiten. Der Besitzer hat dafür einen Ertrag von rund 7500 Eiern am Tag.

450 Meter: Die Höhe des New Yorker Empire State Buildings wird erreicht, wenn man die tägliche Eierproduktion aller Hennen des Murer-Hofs aufeinanderstapelt, denn 7500 Eier legen die rund 8300 Hennen auf dem Recherswiler Hof jeden Tag.

«Morgens um vier Uhr beginnt für die Hühner der Tag, das künstliche Licht wird eingeschaltet und die Türchen zu den Nestern rattern hoch, um die Hühner ihre Arbeit tun zu lassen: die tägliche Produktion eines Eies».

So erklärt Daniel Murer den Tagesablauf seiner Schützlinge. «Um die Mittagszeit haben normalerweise alle ihre Pflicht getan, und sie werden dann nach draussen auf die Wiese gelassen. Um fünf Uhr abends – zur besten Zeit des Tages – müssen sie wieder zurück in die Voliere», fügt Murer einfühlend an.

«Um sechs Uhr abends ist Lichterlöschen und die Hennen legen sich zur Ruhe.» Durch den Tag dürfen sich die Tiere sechs Mal verpflegen lassen, verzehren pro Tag bis zu einer Tonne Futter und trinken rund 1500 Liter Wasser.

Ihre Mehrfamilienwohnung, ein riesiger Stall aus mannshohen Gerüsten, mit diffusem Licht und einem ohrenbetäubenden Gegacker der 8000 glücklichen Hennen, ist komplett automatisiert. Futter und Wasser wird über Leitungen zugeführt und die tägliche Errungenschaft der Eierproduzenten per Förderband automatisch eingesammelt.

Ein Ei pro Tag

Der Arbeitsvertrag der Hühner läuft ein Jahr. Als 18 Wochen alte Hühnchen kommen die Eierlegerinnen auf den Hof, um während gut zwölf Monaten ihre Arbeit zu verrichten und die weissen Rohlinge für den Osterhasen herzustellen.

Jede Henne legt normalerweise ein Ei pro Tag, welches dann auf einem Förderband zur Vorselektion gebracht wird. Von Hand werden die beschädigten Eier aussortiert und teils gereinigt.

Sie werden dann manuell in Kartons verpackt und von «EiCo», der grössten Eierhändlerin der Schweiz zu einem Stückpreis von 25 Rappen abgekauft und in der Vorosterzeit auch bemalt. Nach einem Jahr «nimmt die Qualität der Eier ab, welche die Hennen legen.

Die Schalen werden zunehmend weicher und brechen viel schneller.» Somit würden die Eier eher zu Brucheiern und können nicht mehr an den Grossverteiler verkauft werden. sagt Murer. Die Vögel werden nach gut einem Jahr von der nächsten Generation abgelöst und kommen in den Schlachthof.

«Heute werden wieder bis zu 90 Prozent der geschlachteten Hühner zu kulinarischen Zwecken wiederverwertet», sagt Murer erfreut. Der Hühnerstall steht zu dieser Zeit vorübergehend für etwa drei Wochen leer und wird auf den sauberen neuesten Stand gebracht, bis neue rund 8000 Gäste in den Stall einziehen.

Stückpreis: 40 Rappen

Nebst der Hühnerfarm betreibt die Familie noch Ackerbau und kümmert sich um 23 Kühe, denn «der Betrieb einer Grosshühnerfarm ist ein recht grosses wirtschaftliches Risiko», meint der 56 jährige Landwirt Daniel Murer.

Er erwähnt unter anderem die ganze technische Einrichtung, welche im Hintergrund einer solchen Farm läuft und rund 900 000 Franken gekostet hat, hinzu komme noch die jährliche Anschaffung der rund 8000 Hennen, welche sich auf einen Preis von etwa 130 000 Franken belaufen. Nebst dem Verkauf an den Grossverteiler verkauft die Familie Murer auch Eier im Direktverkauf, zu einem Eierstückpreis von 40 Rappen.

Der Hof ist als Familienunternehmen strukturiert, sowohl die Ehefrau Silvia als auch Sohn Christian helfen tatkräftig mit. «Für mich stimmt es, die ganze Arbeit mit den Hühnern», betont Silvia Murer.

Sie alle investieren rund fünf bis sechs Stunden pro Tag in Pflege und Betreuung der Hühner sowie die Selektion und Verpackung der Eier. Ihr Unternehmen hat sich in wenigen Jahren von einem Hof mit 500 Legehennen, auf einen Vogelbestand von über 8000 Tieren vergrössert.

Als einer von nur zwei Grossproduzenten von Eiern im Kanton Solothurn ist der Hof besonders während der Osterzeit gefordert. «Den Hühnern kann man jedoch nicht beibringen, mehr Eier vor Ostern zu legen», sagt Murer lachend.

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