Im Keller der Faschingszunft Biel ist am Donnerstagabend der neue Bieler «Prinz Carnival» vorgestellt worden, er steht zwar schon lange fest und wurde zuvor an der Hauptversammlung in dieses ehrenvolle Amt gehievt, es war aber der erste öffentliche Auftritt des neuen Fasnachtsprinzen. Dieser ist jeweils für ein Jahr der oberste Fasnächtler der Stadt Biel, vergleichbar mit dem «Ober» in Solothurn.

Der Prinz Carnival heisst René Trösch (59) und wohnt in Grenchen. Dies aber erst seit 2015, als er und seine Frau sich den Traum einer Eigentumswohnung erfüllen konnten und sie nach Grenchen umzogen. «Inzwischen habe ich schon gute Kontakte mit den Grenchner Fasnächtlern, insbesondere mit Ober Diego Kummer», erklärt Trösch und freut sich, dass er jetzt sozusagen zwei Fasnachts-Standbeine pflegen kann. Die Fasnacht im Kanton Solothurn als Zuschauer und danach die Bieler Fasnacht als Aktiver.

Trösch ist in Nidau aufgewachsen, gelernter Feinmechaniker und ist beruflich heute in der Bieler Industrie tätig. «Ich war zuerst kein Fasnächtler, bin aber durch den Wagenbau in der Marktgass-Clique dazugekommen», berichtet Trösch vom Anfang seiner Fasnachtskarriere. Dieser Tätigkeit gehört auch seine Leidenschaft, er ist seit 2006 Präsident der Vereinigten Wagenbauer Biels. Nicht wie im Solothurnischen würden in Biel alle Wagenbauer zusammen unter einem Dach arbeiten. Das gebe eine tolle Gemeinschaft von Fasnächtlern.

Er hütet den Schlüssel

16 Jahre war Trösch im Vorstand der Faschingszunft Biel und hat selber sechsmal die Fasnachtsumzüge organisiert. Der Rücktritt auf die letzte GV brachte deshalb fast unvermeidlich das Amt des Fasnachtsprinzen mit sich, das verdienten Mitgliedern zuteilwird und das er natürlich mit Stolz zu bekleiden gedenke. Er wird auch im Narren-Outfit am Fasnachtsmittwoch den Schlüssel vom Stadtpräsidenten entgegennehmen. Danach werde er seine fasnächtlichen Aktivitäten etwas zurückfahren, meint Trösch. Mit einer Ausnahme: «Beim Wagenbauen will ich weitermachen, solange es mir so viel Spass macht.»