Schloss Büren

Das Schloss wird entrüstet – nach zwei Monaten ist die Restaurierung beendet

Die Restaurierung des Schloss Büren ist fertig.

Die Restaurierung des Schloss Büren ist fertig.

Die Restaurationsarbeiten am Schloss Büren sind nach zwei Monaten abgeschlossen

Die Fassade am Schloss Büren prangt wieder in ihrer auffälligen bunten Vielfalt und das mit neuer Festigkeit. Nach gut zweimonatiger Unterhaltsarbeit wird das Gerüst nun Ende dieser Woche abgebaut.

«Das Schloss Büren kann man sich als Patienten vorstellen, der sorgfältig gepflegt werden muss. Nur, dass dieser Patient fast 400-jährig ist. Das gilt natürlich auch für die Wandmalereien an der Süd- und Westfassade, die alle 15 Jahre Unterhaltsarbeiten benötigen.» Das sagt der Bürener Restaurator, Jean-Claude Märki.

Experten in Fassadenmalerei am Werk

Er war (damals noch im Angestelltenverhältnis) schon am grossen Projekt 2003/06 beteiligt, als die Malereien von Joseph Plepp, 1623, von Grund auf restauriert wurden. Die Bildfelder der Südseite, die vier Jahreszeiten, die vier Elemente und der Affe, der einst die Verbindung vom Menschen mit Gott symbolisiert haben soll, waren 1890 weiss überstrichen worden. Im damaligen Zeitgeist erregten die Malereien Anstoss, so dass sie einem kleinen «Bildersturm» zum Opfer fielen.

Bei der Rückkehr zu den künstlerischen Wurzeln war der Affe an der Südfassade umgestaltet und dem heutigen Zeitgeist entsprechend neu gemalt worden (ohne Kette, dafür mit neuem Selbstbewusstsein) – eine Kopie der vermuteten Originaldarstellung des Affen auf einer Folie war damals in aufsehenerregender Weise verschwunden: Ein erster Verdacht richtete sich auf einen Diebstahl. Doch vermutlich hatten Wind und Regen die Folie von der Wand gewaschen und in die Kanalisation gespült. Diesmal hatte Märki die Leitung der Arbeiten an den Malereien inne, für die er Restauratoren mit unterschiedlichen handwerklichen Schwerpunkten aus der Region hinzuzog. Zeitweise seien sie fünf bis sechs Personen gewesen, die auf dem Gerüst gearbeitet haben.

Erschütterungen verursachen Hohlräume

Die Arbeiten seit Mitte August standen, wie schon die Restauration 2003, unter der Leitung von Architekt Gilbert Woern aus Biel, in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege. Die Kosten beziffert er auf rund 160’000 Franken (ohne Architektenhonorar). Neben den Malereien an den Süd- und Westfassaden galt das Augenmerk besonders den Torbaufassaden und dem Wehrgang im Hof. Dabei gelte es zu verhindern, dass Verputz und Stein von der Fassade bröckelt und damit Teile der historischen Malereien verloren gehen.

«Durch den Verkehr im Stedtli und die dadurch erzeugten Bodenerschütterungen bilden sich immer wieder Risse und Hohlräume in der Fassade», erklärt Woern. Diese Schäden wurden von Märki und dessen Team ausgebessert.

Rund 700 Stunden hätten die Reinigungs- und Reparaturarbeiten beansprucht, sagt Märki. «Immer wieder mussten wir mit Hintergiessungen aus Kalkkasein arbeiten. Das kann man sich ein bisschen vorstellen wie Magerquark – nur, dass es im trockenen Zustand sehr dauerhaft und widerstandsfähig ist.» Damit es trocknet, seien Temperaturen über 5 Grad nötig. Eine Voraussetzung, die bis zum Schluss erfüllt war.

Deshalb sind Woern und Märki zuversichtlich, dass die Schlossfassade nun für die nächsten 15 Jahre gerüstet ist, um Verkehr und Witterung zu trotzen. Kontrolliert wird sie übrigens bereits in fünf Jahren wieder, mit einer Hebebühne.

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