Start ist am Donnerstag, 19. Juli, mit «Lorak» (nachmittags) und «Escape from Tibet» (abends). Im Frühling war es noch nicht sicher, wie es mit dem 80-plätzigen Kino weitergehen soll (wir berichteten). Hediger stand, wie andere Kinobetreiber auch, vor der Frage: Die Filmprojektion umstellen auf Digitaltechnik – oder aufhören. Denn viele Filme, insbesondere die aktuellen, sind gar nicht mehr auf 35-Millimeter-Filmrollen erhältlich, sondern nur noch digitalisiert.

Kostspielige Sache

Die Ausrüstung erfordert die sehr kostspielige Anschaffung von teuren Maschinen, eine Investition, die sich viele Kinobetreiber nicht leisten können. Hediger spricht von einer Summe von rund 90000 Franken.

Auch andere kleinere Kinos mussten auf digitale Technik umstellen, etwa das «Casablanca» in Solothurn. «Digitalisierte Filme garantieren eine bessere Bild- und Tonqualität», erklärt Angel Rodriguez, stellvertretender Geschäftsführer. Ein weiterer Grund für die rasante Digitalisierung sind Kosteneinsparungen sowohl für die Kinobetreiber als auch für die Filmverleiher.

«Die Verleiher müssen keine analogen Kopien der Filmrollen mehr machen und sparen so sehr viele Kosten ein. Und die Kinobetreiber brauchen weniger Angestellte, weil für die digitalisierte Filmvorführung nur noch ein Knopf gedrückt werden muss.»

Robert Hediger mit Filmrollen – das ist bald Vergangenheit.

Robert Hediger mit Filmrollen – das ist bald Vergangenheit.

Analoge Maschinen überflüssig

Man habe die Digitalisierung schon kommen sehen, sagte Hediger im Frühling. «Also wären Rückstellungen diesbezüglich zwingend. Doch bei den mageren Margen aus dem täglichen Geschäft bleibt kaum etwas übrig.» Verkaufen lassen sich die Maschinen für die Analogprojektion nicht, obwohl sie noch absolut intakt seien. Heiniger: «Die sind höchstens noch für Sammler brauchbar. Eine meiner zwei Maschinen werde ich entsorgen, die andere behalte ich, falls ich doch wieder einmal einen 35-Millimeter-Film abspielen will.»

Eine Fusion mit einem grösseren Kino ist für Robert Hediger kein Thema, er lässt sich nicht runterkriegen: «Ich wage den Schritt zur Digitalisierung.» Glücklicherweise habe er vom Lotteriefonds einen Betrag erhalten, und die Firma, die ihn mit Popcorn beliefert, stellt ihm Rohmaterial zur Verfügung. Trotzdem ist er noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren. «Leider habe ich von der Gemeinde Oensingen keine Unterstützung erhalten», meint er enttäuscht.

Kino aus Leidenschaft

Hediger betreibt sein Kino aus Leidenschaft und legt Wert auf eine gute Filmwahl. «Gewaltdarstellungen sollen bei mir nicht zu sehen sein.» Dokumentationen, Komödien und Studiofilme sollen gezeigt werden und die Besucher zum Nachdenken oder Lachen anregen.