Küttigkofen/Kyburg-Buchegg

Bewohner haben Angst vor dem Landwirtschafts-Mief

Auf dieser Wiese sollen Ställe, ein Reitplatz und ein Betriebsgebäude für den Cutohof realisiert werden.

Auf dieser Wiese sollen Ställe, ein Reitplatz und ein Betriebsgebäude für den Cutohof realisiert werden.

Die Anstösser der geplanten Therapie- und Pferdehofanlage in Küttigkofen befürchten durch das Projekt erhöhte Geruchsimmisionen. Sie haben sich bereits zur Wehr gesetzt. Trotz Überarbeitung des Projekts rechnet man mit weiteren Einsprachen.

Bereits eine zweite Auflage erlebt der Gestaltungsplan Cutohof. Geplant ist eine Therapie- und Pferdehofanlage, der ideale Gewerbebetrieb im ländlichen Bucheggberg, denkt man. Aber Anstösser sehen dies anders. Der Cutohof existiert bereits seit zwölf Jahren. Pferdetherapie für Menschen mit Behinderung sowie Reitstunden für Kinder stehen auf dem Programm. Geführt wird der Betrieb von Jeanne Bessire. Laut Website arbeiten sechs Frauen auf dem Betrieb. Mit neun Pferden, Hund und Katze, viel Umschwung und grossem Garten sei der Cutohof eine optimale Lern- und Erlebniswelt. Dennoch platzt der Betrieb, an seinem aktuellen Standort relativ zentral im Dorf Kyburg-Buchegg gelegen, aus allen Nähten. Ein grosses Bauprojekt wird denn auch im Jahresbericht 2012 angekündigt.

Gespräch mit Anwohnern gesucht

Das Projekt einer Therapie- und Pferdehofanlage ist nun einige hundert Meter nordöstlich am Dorfrand geplant. Dort liegt ein Bauernhaus mit Schopf auf Gemeindegebiet von Küttigkofen, das Jeanne Bessire vor zwei Jahren erwerben konnte. Angrenzend erstreckt sich eine Wiese bis zum nahen Wald, ebenfalls im Gemeindegebiet von Küttigkofen. Die Wiese liegt aktuell in der Landwirtschaftszone. Die Ortsplanung sieht eine Umzonung zu Gewerbezone vor. «Dies war vonseiten der Gemeinde unbestritten, nicht aber von den Anstössern», erklärt der Gemeindepräsident Jürg Staub. Die Unterlagen zur Ortsplanung sind auf dem Weg zum Kanton.

Auf die erste Auflage des Gestaltungsplanes müssen Anstösser reagiert haben. Nur so war das bisherige «Kein Kommentar» von allen Seiten zu deuten. Jürg Staub bestätigt drohende Einsprachen. Man habe das Gespräch gesucht und das Projekt überarbeitet. Nun erfolgt die zweite Auflage. Mit Einsprachen sei weiterhin zu rechnen. Nicht aus der Gemeinde Küttigkofen, hier liegt zwischen Dorfrand und Therapiehof ein Feld. Die Anstösser, die sich gestört fühlen, dürften alle aus Kyburg-Buchegg stammen. Der Gemeinderat von Küttigkofen wird nach den Sommerferien über allfällige Einsprachen entscheiden.

Keine Grenzwerte für Geruch

In den Unterlagen zur zweiten Auflage ist nun nachzulesen, welche Probleme Anstösser plagen. Es ist der mögliche Geruch. So wurde der Schweizerische Bauernverband in Brugg mit einer fachlichen Beurteilung der Geruchsimmissionen beauftragt. Problematisch sei, so der Verband, dass für Geruchsimmissionen keine Grenzwerte existieren. Die Vollzugsbehörden müssten deshalb im Einzelfall entscheiden, was als schädlich oder lästig zu beurteilen ist. «Übermässige Immissionen sind bei einer Tierhaltungsanlage voraussichtlich dann zu erwarten, wenn der halbe Mindestabstand unterschritten ist», schreibt der Sachbearbeiter aus Brugg.

Bei der Berechnung des Mindestabstandes ist von Grossvieheinheiten und Geruchsbelastungseinheiten die Rede. Das Resultat am Ende der Berechnung ist aber klar: Die Stallungen wie auch die Auslaufflächen und der Holzschnitzelplatz halten die Mindestabstände zur Wohn- sowie zur gemischten Zone klar ein. Gemeindepräsident Jürg Staub bestätigt die Geruchsproblematik. «Aus Sicht der möglichen Einsprecher ist man zwar nicht gegen die Anlage an und für sich. Aber man darf sie nicht sehen und nicht riechen.»

Die geplante Anlage hinter dem Hof an der Bucheggstrasse 20 umfasst ein Betriebsgebäude, einen überdeckten Reitplatz und den Materialschopf. Vier weitere Gebäude, ein Stall für Nutztiere, zwei Ställe mit insgesamt 16 Pferdeboxen sowie der Futterstall mit Mistplatz sind in einem Viereck angeordnet.

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