Schliessung

Bald gibt es im Bucheggberg nur noch zwei Poststellen – Tendenz sinkend

Die Poststelle in Lüsslingen-Nennigkofen wird aufgegeben.

Die Poststelle in Lüsslingen-Nennigkofen wird aufgegeben.

Im Februar 2015 wird die Poststelle in Lüsslingen-Nennigkofen geschlossen. Damit verbleiben im Bezirk Bucheggberg nur noch Mühledorf und Schnottwil – vorläufig.

Noch gut vier Monate, dann wird an der Bürenstrasse in Lüsslingen-Nennigkofen das gelbe Schild mit dem rot stilisierten Kreuz abgehängt. Am 2. Februar 2015 wird die Poststelle endgültig geschlossen. Dies teilt die Post mit. Damit geht eine lange Geschichte zu Ende. Bevor die Post im Neubau an der Bürenstrasse eingerichtet wurde, war sie vis-à-vis vom «Rössli» untergebracht, wie sich Gemeindepräsident Herbert Schluep erinnert.

Einfach hinnehmen wollte man den Entscheid in der Gemeinde aber nicht. «Wir haben versucht, die Poststelle aufrechtzuerhalten», sagt Schluep. Der Gemeinderat bedaure die Schliessung. Eine andere Lösung, etwa in Form einer Postagentur, wurde nicht gefunden. Einen Dorfladen gibt es im Doppeldorf nicht mehr, und die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung waren für den Betrieb einer Agentur zu kurz.

Seit Jahren nimmt die Kundenfrequenz ab. Über den Schalter der Lüsslinger-Nennigkofer Poststelle gehen immer weniger Briefe, Pakete und Einzahlungen. «Die Nutzung ging stark zurück», weiss Schluep. Entsprechend war die Post unter der Woche nur noch von 10 bis 12 und von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag gar nur mehr zwei Stunden.

Briefkästen werden aufgestellt

Die eingeschriebenen Briefe müssen die Lüsslinger und Nennigkofer künftig auf der Post am Solothurner Hauptbahnhof abholen. Auf einen gewissen Service im Dorf müssen sie nicht verzichten: Briefe und Pakete können der Postbotin mitgegeben werden. Auch Rechnungen können an der Haustür bezahlt werden. Dieser Hausservice wird am 2. Februar 2015 eingeführt. «Für uns ist das eine gute Lösung», sagt Herbert Schluep. Er glaubt, dass sich die Dorfbewohner an den Hausdienst gewöhnen werden. Zudem sollen bei den beiden Bushaltestellen gelbe Briefkästen aufgestellt werden. Die Postangestellte soll laut Schluep übrigens in Solothurn weiterbeschäftigt werden.

Galgenfrist in Schnottwil

Mit der Schliessung der Post in Lüsslingen-Nennigkofen gibt es im Bucheggberg nur noch zwei Poststellen. Nämlich in Mühledorf und Schnottwil. Auch dort wurden die Öffnungszeiten aufgrund der rückläufigen Frequenz stark eingeschränkt.

Wie Recherchen dieser Zeitung ergeben, ist auch in Schnottwil die Poststelle auf dem Prüfstand. Der gelbe Riese habe der Gemeinde beschieden, dass die Poststelle im Dorf sicher noch bis Ende 2015 geöffnet bleibt. Wie es dann weitergeht, ist offen. Dies sagt Gemeindepräsident Jürg Willi. «Wir sind mit den Gemeindebehörden im Gespräch», sagt Post-Sprecherin Yvonne Raudzus. Es liege jedoch noch kein Entscheid vor. Sollte die Poststelle zugehen, könnte mit dem Dorfladen der Familie Kipfer allenfalls eine Möglichkeit für eine Agentur gefunden werden. Andernfalls müssten die Schnottwiler ihre Postgeschäfte in Büren a/A erledigen.

«Es ist nicht mehr wie früher», sagt Willi. Er erinnert sich zurück, als in Schnottwil noch Posthalter Peter Brunner die Geschäfte erledigte. Heute muss sich auch der Gemeindepräsident ausweisen, wenn er einen eingeschriebenen Brief abholt. Das Personal hinter dem Schalter kennt er nicht mehr persönlich.

In Mühledorf sind laut Post keine Veränderungen geplant. Dort ist die Poststelle an Wochentagen noch während fünf Stunden geöffnet, am Samstag an drei Stunden.

Meistgesehen

Artboard 1