Oberbuchsiten

Ab März ist die Bergwirtschaft «Tiefmatt» wieder offen

Die «Tiefmatt» ist derzeit vollständig eingerüstet. Dach und Fassade müssen saniert und instandgestellt werden.

Die «Tiefmatt» ist derzeit vollständig eingerüstet. Dach und Fassade müssen saniert und instandgestellt werden.

Derzeit werden das Dach und die Fassade der Bergwirtschaft Tiefmatt winterfest gemacht. Die neuen Besitzer wollen aus der «Tiefmatt» wieder ein bodenständiges Restaurant machen. Der Naturpark Thal signalisiert Interesse an einer Zusammenarbeit mit den neuen Wirtsleuten.

«Eigentlich wollten wir in der «Tiefmatt» unser Mittagessen einnehmen», sagt Peter Nyffenegger, der mit seiner Frau im Solothurner Jura das schöne Herbstwetter auf einer ausgedehnten Wanderung geniesst. In Holderbank hätten sie zum Glück erfahren, dass der Oberbuchsiter Berggasthof seit Anfang September geschlossen sei, berichtet der Oberaargauer, während er seinen Blick über die vollständig eingerüstete Liegenschaft streifen lässt. «Das dürfte wohl länger dauern, bis hier wieder offen ist», meint er, um danach mit seiner Frau weiter in Richtung Blüemlismatt zu wandern.

«Unser Ziel ist, dass der Gasthof im März 2013 wiedereröffnet werden kann, erklären die neuen Besitzer auf Anfrage. Noch sei aber nicht entschieden, wer nach der «einvernehmlich» erfolgten Trennung von Martin Frei die «Tiefmatt» übernehmen wird. «Wir sind mit verschiedenen Interessenten im Gespräch», so Mitinhaber Bruno Studer. In Bezug auf die gastronomische Ausrichtung macht Studer keinen Hehl daraus, dass der Berggasthof wieder ein bodenständiges Restaurant für die Region werden soll. Das sei mit ein Grund gewesen, die «Tiefmatt» zu erwerben.

Winterfest machen

Weitaus akuter als die Suche nach einem neuen Wirt ist die Sanierung der Liegenschaft, welche so rasch als möglich winterfest gemacht werden muss. Handlungsbedarf besteht insbesondere beim undichten Dach über dem Restaurant. Dieses wurde inzwischen abgedeckt und mit einer Plane abgedichtet. In den nächsten Wochen wird ein Unterdach samt Isolation eingebaut und das Dach danach mit neuen Muldenziegeln eingedeckt.

Ebenfalls möglichst vor dem Einbruch des Winters sollen die Fassaden des Gasthauses sowie des Scheunentraktes saniert und instandgesetzt werden. Das in der Juraschutzzone liegende Gasthaus soll wieder so hergerichtet werden, wie es sich in seinen Anfängen präsentierte. Viel zu tun gibt auch die verwahrlost wirkende Umgebung.

Ohne grösseren Aufwand und entsprechende Investitionen können indessen die Innenräume des Bergrestaurants genutzt werden. Gaststube, Küche und der im Scheunentrakt untergebrachte Kühlraum befinden sich in einem sehr guten Zustand und können von heute auf morgen in Betrieb genommen werden. Dasselbe gilt für die fünf Gästezimmer sowie die Wirtewohnung im Obergeschoss. Die neuen Besitzer hoffen, dass noch vor Ende dieses Jahres entschieden werden kann, wer künftig auf der «Tiefmatt» wirten wird.

Rebberg in Eigenregie bewirtschaften

Nicht mehr zum Gasthof gehört der vom ehemaligen «Tiefmatt»-Wirt angelegte Weinberg östlich der Liegenschaft. Das 12 Aren grosse Grundstück hatte Martin Frei von Jörg Wenzinger von der benachbarten Niggeler Farm, die sich übrigens auf dem Gemeindegebiet von Holderbank befindet, gepachtet. Wenzinger will den Rebberg nun in eigener Regie bewirtschaften, wie er erklärt. Der 60-jährige Landwirt hofft, dass er auch mit dem neuen «Tiefmatt»-Wirt ins Geschäft kommt. Frei bezog von ihm vor allem Fleisch aus eigener Produktion. Wenzinger führt auch einen Hofladen und arbeitete mit Frei auch im touristischen Bereich zusammen. Auf der Niggeler Farm werden für Touristen Übernachtungen im Stroh, in Wohnungen oder im Massenlager angeboten, wie Wenzinger ausführt.

Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit den neuen Wirtsleuten hat auch der Naturpark Thal, wie Hans Weber, Geschäftsführer Verein Region Thal, erwähnt. Das Bergrestaurant oberhalb Oberbuchsiten gehöre offiziell zwar nicht dem Naturpark Thal an, passe aber hervorragend in dessen Konzept. So sei die «Tiefmatt» Gastropartner des Naturparks und habe bis vor kurzem zusammen mit anderen Thaler Restaurants ein mit einheimischen Produkten zubereitetes Menu angeboten. Zudem habe der am Jurahöhenweg gelegene Gasthof für den Naturpark Thal erfolgreich eine Akkuwechselstation für Elektrovelos geführt.

Im Kontext mit der erwähnten Niggeler Ranch, welche in Bezug auf ihr touristisches Angebot durchaus mit dem Berghof Montpelon in Gänsbrunnen verglichen werden könne, ortet Weber in dieser Bergregion viel Potenzial für den Naturpark Thal. Daraus könnte eine Win-win-Situation für alle Beteiligten wachsen. «Schon deshalb haben wir ein grosses Interesse daran, dass die ‹Tiefmatt› in gute Hände kommt.»

Meistgesehen

Artboard 1