Egerkingen

«Wir sind nicht schlecht unterwegs» – die Gäuer Gemeinde ist mit den Legislaturzielen auf Kurs

Egerkingens Bahnhof soll zu einem zentralen Bus-Knotenpunkt werden. (Archiv)

Egerkingens Bahnhof soll zu einem zentralen Bus-Knotenpunkt werden. (Archiv)

Die Verkehrssituation ums Kleinfeldschulhaus hatte an der Gemeindeversammlung im Dezember mehr zu reden geben als das tiefrote Budget. Konkret ging es um einen Fussgängerstreifen an der Ecke Kornhausstrasse/Martinsstrasse. Die Gemeinde hatte im Zuge einer Strassensanierung einen Fussgängerstreifen aufgehoben. Für die Kinder sei dies «eine Katastrophe», sagte ein Einwohner damals. Ein grosses Mehr sprach sich in einer Konsultativabstimmung dafür aus, wieder einen Fussgängerstreifen zu installieren. Das Problem: Wie Gemeinderat Benjamin Rogger aufzuzeigen versuchte, darf die Gemeinde aufgrund der gesetzlichen Vorschriften an dieser Stelle keinen Fussgängerstreifen errichten.

Zudem soll die Strasse ab diesem Jahr in der Tempo-30-Zone liegen. Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi versprach, die Problematik gleich zu Jahresbeginn im Gemeinderat zu behandeln. So war das Anliegen an der Sitzung vom Mittwochabend traktandiert. Der Gemeinderat beschloss, die Angelegenheit an die Werkkommission zu übergeben. «Die Werkkommission wird die Situation mit dem Büro für Unfallverhütung und dem Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde anschauen», sagte Bartholdi auf Nachfrage. Dies solle helfen, eine Lösung zu finden.

In einer längeren Klausur überprüfte der Gemeinderat, wo er mit seinen Legislaturzielen steht. Im Sommer 2021 geht die vierjährige Legislatur zu Ende – bis dahin hat Egerkingen noch Grosses vor. Bartholdi bilanziert: «Wir sind nicht schlecht unterwegs.» In den Jahren 2020 und 2021 will die Gemeinde zwei Grossprojekte vorantreiben: Dabei handelt es sich um die ÖV-Drehscheibe und den Schulraum, den Egerkingen dringend erweitern muss. Nachdem die Schulraumplanung lange nur schleppend vorankam, drückte der Gemeinderat im vergangenen Jahr aufs Tempo. Im Mai will die Gemeinde erstmals offiziell über den Schulhaus-Neubau informieren. Im Dezember beliefen sich die geschätzten Kosten auf 10,5 Millionen Franken. Im Juni wird die Gemeinde an der Rechnungsversammlung den Kredit beantragen. Der Bau soll wie bereits bekannt im Sommer 2022 vollendet sein.

Vermehrt mit anderen Gemeinden kooperieren

In seiner Klausur kam Egerkingens Gemeinderat weiter zur Erkenntnis, dass er über die Legislaturperiode hinaus die kommunale und regionale Zusammenarbeit verstärkt forcieren will. In erster Linie vor allem wegen laufender Prozesse wie die Arbeitszonenbewirtschaftung, wie Bartholdi sagt. Mit der Regionalen Arbeitszone Gäu (RAZ) wollen mehrere Gäuer Gemeinden künftig die Entwicklungen der Industrie- und Gewerbezonen gemeinsam planen und verwalten. «Wir müssen künftig fest über den Tellerrand hinausdenken», sagt Bartholdi, die sich in der Vergangenheit vermehrt für eine Kooperation zwischen den Gemeinden stark machte.

Mit dem Jugendcontainer erfüllte die Gemeinde zwar im vergangenen Jahr eines der gesteckten Ziele. Allerdings gab es dabei Komplikationen und die zuständige Kommission sah sich mit Vandalenakten konfrontiert. Wegen der negativen Erfahrungen will die zuständige Kommission prüfen, ob sie künftig statt eines Jugendtreffs regelmässig Anlässe durchführen will. Vorläufig besteht der Container noch und Jugendliche bekundeten Interesse, ihn zu bewirtschaften.

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