Johanna Bartholdi

«Wir beharren darauf, dass auf dem Schulareal Deutsch gesprochen wird»

«Ich habe Angst, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet»

«Ich habe Angst, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet»

Sehen Sie die wichtigsten Momente aus der Sendung «TalkTäglich» mit der Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi im Video oben. Oder die ganze Sendung im Video unten.

Egerkingens Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi hält in der Sendung «TalkTäglich» weiterhin am Deutsch-Befehl an der Schule fest. «Ich habe Angst, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet», sagt sie.

Es sei das zweitletzte Interview, das sie zum Thema Deutschbefehl auf dem Schulareal gegeben habe, sagte Johanna Bartholdi nach ihrem Auftritt im «TalkTäglich» auf Tele M1.

Nur der Tribune de Genève gebe sie noch ein Interview, dann wolle sie sich nicht mehr zum Thema äussern. Dies auch darum weil sie nicht mehr zum Arbeiten komme, wie sie im Gespräch mit az-Chefredaktor Christian Dorer einräumte.

«Willkommen im Schaufenster»

Noch am Montagabend traf sich der Egerkinger Gemeinderat mit Schulleitung und Lehrern. Dabei wurde insbesondere auf die Tatsache eingegangen, dass die Lehrerschaft nicht glücklich war mit der Strafverfügung, die sie hätte aussprechen müssen.

Von einem Verwässern der Bestimmungen wollte Bartholdi aber nichts wissen, wie sie während des Talks klarstellte: «Wir beharren weiterhin darauf, dass auf dem Schulareal Deutsch gesprochen wird.» Bei der Umsetzung der Massnahme soll aber etwa auf das Alter oder die Deutschkenntnisse der Kinder Rücksicht genommen werden. Sie finde es allerdings weiterhin gerechtfertigt, dass die Eltern dadurch in die Pflicht genommen werden.

Die Befürchtung von Franziska Roth, Präsidentin der kantonalen SP, diese Massnahme schade der Schule, teilte Egerkingens Gemeindepräsidentin teilweise. Vor allem deshalb, weil sich laut Bartholdi Eltern eingemischt hätten, welche die Probleme an der Egerkinger Primarschule nur an Kindern mit Migrationshintergrund festmachen wollten.

Dies sei aber nicht so, wollte die Gemeindepräsidentin klargestellt haben. Wie sie nach dem Talk dieser Zeitung gegenüber betonte, seien gewissen Vorfälle passiert, die das Verhalten von Schülern untereinander betreffen. Dabei seien aber nun Gerüchte entstanden, welche schlicht nicht stimmen. Ebenso sei falsch, dass von der Schulleitung her nicht auf die Vorfälle reagiert worden sei.

Der Aufsichtsbeschwerde von Franziska Roth sehe sie indes gelassen entgegen. «Wir verletzen meines Erachtens weder Bundes- noch Völkerrecht oder verfassungsmässiges Recht des Kantons», sagte sie. Sie gehe auch davon aus, dass die Massnahmen nicht willkürlich, aber sehr wohl verhältnismässig seien.

«Willkommen im Schaufenster», konterte Bartholdi Roths Aufsichtsbeschwerde. Diese hatte der Egerkinger Gemeindepräsidentin letzte Woche «Schaufensterpolitik» vorgeworfen.

Überrascht vom Echo

Dass die Massnahme solche Reaktionen hervorrufen würde, überraschte Bartholdi. Für sie ist klar: Das Thema Schule bewegt viele Leute. Sie selber habe vor allem positive Zuschriften bekommen. Die Tatsache, dass sie, rund drei Jahre nach dem Steuerpranger, wiederum im Fokus steht, möge sie aber nicht.

Antrieb für ihre unkonventionellen Lösungsvorschläge sei ihr Gerechtigkeitssinn. «Ich habe Angst, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet» erklärte Bartholdi. Dem möchte sie, wenn nötig halt auch mit Zwangsmassnahmen entgegentreten. Dabei im Mittelpunkt: Ungerechtigkeiten, welche sie beseitigen möchte.

Reizfigur Johanna Bartholdi im TalkTäglich

Hier gibts die ganze Sendung TalkTäglich zum Nachschauen

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