Das Schloss Alt Falkenstein in der Klus bei Balsthal beherbergt seit den späten 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Heimatmuseum, in dem in einem «Rittersaal» und in fünf weiteren Räumen verschiedenste Gegenstände gezeigt werden, die alle mit den Bewohnern der Region in Zusammenhang stehen. Es gibt hier Waffen, Versteinerungen, Keramik, alte Küchengegenstände, Stiche und vieles mehr. Gleichzeitig ist im Schloss eine 4-Zimmerwohnung für einen Schlosswart zu finden.

Es ist nun an der Zeit, den in die Jahre gekommenen Museumsbetrieb zu überdenken, damit dieser auch in Zukunft seine Existenzberechtigung hat. Ebenfalls ist es in nächster Zukunft nötig, am Schloss, das dem Kanton Solothurn gehört, bauliche Sanierungen durchzuführen und die Räume im Idealfall auszubauen und weiteren Nutzungen zugänglich zu machen.
Diese beiden Themen — die Gestaltung des Museums und die weitere Nutzung des Schlosses als Ort der Begegnung — sind die grundlegenden Fragestellungen, mit denen sich der Verein Schloss und Museum Alt Falkenstein mit Präsident Franz Portmann seit Jahren beschäftigt. Am gestrigen, internationalen Museumstag bot sich die Gelegenheit, mit Besuchern über diese Themen zu diskutieren.

«Wichtiges historisches Gebäude»

«Es ist nun an der Zeit, mit der Bevölkerung über unsere Zukunft zu diskutieren, nachdem die Solothurner Regierung und das Amt für Kultur und Sport, über unsere Problematik informiert sind», sagt Portmann. «Im Zentrum steht für uns das Schloss als wichtiges historisches Gebäude für den Kanton Solothurn.» Tatsächlich stehen seit der Restaurierung in den 30er-Jahren nun etliche bauliche und infrastrukturelle Bedürfnisse an, die an die Hand genommen werden müssen. So ist beispielsweise das Mauerwerk des zugänglichen Turms stark in Mitleidenschaft gezogen; ebenfalls entspricht das Geländer des Treppenaufganges schon lange nicht mehr den heutigen Vorschriften.

Auch die 4-Zimmerwohnung für den Schlosswart ist stark renovationsbedürftig. «Unser Schlosswart Hans Hug wird uns im Jahr 2020 verlassen. Einem Nachfolger ist diese Wohnung nicht mehr zumutbar», so Portmann. Dass das Schloss aber weiterhin bewohnt werden soll, sei unumstritten, wurde gesagt. Einerseits sei dies für den Unterhalt der Anlage sehr wichtig, andererseits hat der Schlosswart traditionsgemäss die Aufgabe, Besucher durch das Haus zu führen.

Der richtige Zeitpunkt

Die Besucher, die gestern durchs Haus spazierten, zeigten sich überrascht von der grossen Fülle und Vielfalt der Museums-Sammlung. «Das ist gleichzeitig unsere Stärke, aber auch unsere Schwäche», meint Schlosswart Hug. «Viele Besucher schätzen ein Museum, in dem sie die Gegenstände sehen und anfassen können, ohne auf einen Touchscreen zurückgreifen zu müssen. Andererseits sind manche von der grossen Fülle auch überfordert und finden beim selbstständigen Betrachten zu wenig Informationen.»

Eine Besucherin war Annekäthi Altermatt aus Balsthal. «Zu meiner Schande muss ich gestehen: Auch wenn ich seit acht Jahren in Balsthal lebe, auf diesem Schloss war ich noch nie. Ich bin überrascht, was es hier alles zu sehen gibt. Vor allem ist sichtbar, dass in die Sammlung viel Liebe gesteckt wird, denn alles sieht sehr gepflegt aus.»

«Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dass sich alle — die Bevölkerung, die politischen Behörden der Region, die Amtsstellen im Kanton und natürlich unser Verein — darüber Gedanken machen müssen, wie es mit dem Schloss und dem Museum weitergeht», sagt Portmann. Und er blicke, bei aller Arbeit, die damit zu leisten sei, zuversichtlich in die Zukunft.