«Gut und gerne älter werden» hiess es kürzlich an einem von der Pro Senectute Solothurn organisierten Infoanlass in Aedermannsdorf, der sich zu einer veritablen Seniorenmesse mauserte. Zu diesem Anlass wurden alle Senioren aus Matzendorf, Aedermannsdorf und Herbetswil schriftlich eingeladen. Die rund 80 Senioren wurden von Bruno Born Aedermannsdorfer Gemeindepräsident willkommen geheissen.

Pro Senectute Geschäftsführerin, Ida Boos ging auf die verschiedenen Alltäglichkeiten ein, die so manchem das Leben im Alter etwas weniger beschwerlich machen könnten: Mehr Bewegung im Alter, eine altersgerechte Wohnsituation einrichten, Mobilität gewährleisten. Oft sei die freiwillige Abgabe eines Führerausweises für die betroffene Person nachweislich angenehmer, als wenn diese angeordnet werden müsse. Boos ging auch auf die «digitale Welt» ein, denn «auch Senioren sollen davon profitieren und sich dieser gegenüber nicht verschliessen». Der Pro Senectute Geschäftsführerin ging es auch darum aufzuzeigen, wohin man sich bei Altersfragen wenden kann. Zudem ging Boos auf den Fragebogen «Wohnen in Matzendorf, Aedermannsdorf oder Herbetswil» ein, der mit der Einladung versendet wurde. Sie hoffe, dass der Pro Senectute noch weitere Fragebogen retourniert würden, um eine repräsentative Auswertung zu erzielen.

Patrica Klein, Sozialberatung der Pro Senectute, klärte die Anwesenden nach dem Motto «Geld und Alter» über verschiedene Finanzfragen auf. Es folgte Jürg Tschanz, Fachverantwortlicher Lokale Sicherheit der Kantonspolizei Solothurn, der mit so manchen Beispielen aus der Praxis die Anwesenden darüber aufklärte, mit welch «fiesen Maschen» Täter im Speziellen die Senioren zu Opfern machen. Einbruchdiebstähle seien zwar rückläufig, dafür hätten aber die Betrugsfälle zugenommen.

Juristin Annina Kasser, ging auf die rechtlichen Fragen im Alter ein. Die Anwesenden erhielten in kurzer Zeit einen groben Überblick über Erbrecht, Haustürgeschäft, Vorsorgeauftrag und mehr. Kasser betonte, dass jeweils eine individuelle Beratung nötig sei.

«An einem Strick gezogen»

Der Herbetswiler Gemeindepräsident und Nationalrat, Stefan Müller-Altermatt bedankte sich bei den Referenten und bemerkte, dass das Gesagte nicht nur alleine auf Senioren zutreffe, sondern für alle Generationen wichtig sei.

Während dem anschliessenden Apéro konnten sich die Senioren an verschiedenen Ständen nochmals über altersbetreffende Fragen informieren. So hatte nebst der Pro Senectute auch die Spitex, die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Thal, der Pastoralraum Dünnernthal, das Schweizerische Rote Kreuz, das Generationen- und Integrationsprojekt des Naturparks Thal «Wir sind Eins» und die Polizei des Kantons Solothurn einen Stand. Eine Teilnehmerin war Doris Bobst aus Aedermannsdorf. Sie merkte an: «Obwohl ich mich bereits vorinformiert habe, war dieser Anlass interessant. Im Bereich Ergänzungsleistungen habe ich etwas dazugelernt.»

«Ich bin froh und glücklich», sagte Besucher Fredy Kaufmann. «Seit wir unser Haus verkauft haben, habe ich mehr Freizeit, muss nicht an die Umgebungsarbeiten denken noch erledigen und kann so jeden Tag einen Spaziergang machen», so der Matzendörfer, der sein Haus verkauft hat und mit seiner Frau in die Alterswohnungen Rösslimatte in Matzendorf gezogen ist.

Durch die Zusammenarbeit der drei Gemeinden gelang es den Organisatoren, eine grosse Zahl Seniorinnen und Senioren anzusprechen. Gleichzeitig habe man die Kosten teilen und «gemeinsam an einem Strick» gezogen, so Pro Senectute Geschäftsführerin, Ida Boos. Sie stelle fest, dass der Thaler Spirit hier voll durchgeschlagen habe.

Initiator Marcel Allemann hatte dieses Angebot schon 2017 angeregt und der Ressortverantwortlichen Gemeinderätin den Auftrag erteilt, den Anlass in Matzendorf durchzuführen. Man hatte bereits 2018 bereits alles in die Wege geleitet, kam dann aber auf die Idee, die beiden Nachbarsgemeinden, mit denen man erfolgreich in den Bereichen Feuerwehr und Musikschule zusammenarbeitet, mit ins Boot zu holen.

Mit der Auswertung und Präsentation der Fragebogen durch die Pro Senectute endet dieses Projekt. Jede Gemeinde soll nun für sich diejenigen Erkenntnisse gewinnen, welche für sie relevant sind. Matzendorf wird diese Erkenntnisse zudem mit in die Studentenbefragung hineinfliessen lassen, welche vom 24. bis 27. Juni in Matzendorf durchgeführt wird. (mgt)