Matzendorf

Trotz Gewinne: Eine Steuersenkung kommt in Matzendorf noch nicht in Frage

Der Rat der Thaler Gemeinde will den Steuerfuss auf 135 Prozent belassen

Der Rat der Thaler Gemeinde will den Steuerfuss auf 135 Prozent belassen

Matzendorf zog einen externen Berater bei, um die Lage zu prüfen. Noch ist die Gemeinde zu wenig stabil für eine Steuersenkung. Trotz einem Gewinn von 653'000 Franken sieht 2020 rote Zahlen vor.

Wie sähe die finanzielle Lage aus, wenn der Steuerfuss um zehn Punkte auf 125 Prozent gesenkt würde? Diese Frage warf Ende Juni ein Matzendörfer an der Rechnungsgemeindeversammlung auf. Eben hatte die Gemeinde einen satten Gewinn von gut 653'000 Franken vorgelegt erhalten. Der Antrag, eine Steuersenkung zu prüfen kam selbstredend bei der Bevölkerung gut an und er mündete in einem Auftrag an den Gemeinderat. Gemeindepräsident Marcel Allemann engagierte den externen Berater Martin Zürcher, um die finanzielle Situation Matzendorfs im Rahmen der Budgetvorbereitung zu überprüfen. Jetzt kommt Zürcher in seiner Auswertung zum Schluss, dass die aktuelle Lage noch keine Steuersenkung zulässt. Der Gemeinderat will den Steuerfuss für natürliche Personen und für Firmen daher unverändert auf 135 Prozent belassen. Matzendorf dürfte also – wie es an der letzten Gemeindeversammlung ein Votant sagte – vorderhand an der Spitze der Thaler Steuerfuss-Hitparade bleiben. Mit Martin Zürcher will die Gemeinde auch künftig zusammenarbeiten. Er sei ein «äusserst kompetenter Fachspezialist, der neben seiner beruflichen Erfahrung in Derendingen die Finanzkommission präsidiert. Zürcher wird seine Analyse an der Gemeindeversammlung vom 16. Dezember präsentieren.

Rote Zahlen für das Jahr 2020 prognostiziert

Selbst ohne Steuersenkung sieht das Budget Matzendorfs für das Jahr 2020 einen Verlust von knapp 150'000 Franken vor. Finanzkommissionspräsident Thomas Hunziker sagte an der Gemeinderatssitzung, er sei sich bewusst, dass die finanzielle Situation nicht gerade rosig aussieht. Aus diesem Grund habe die Kommission Budgeteingaben und Investitionsanträge noch eine Spur kritischer hinterfragt und daraus ein Entwurf ausgearbeitet. Sämtliche Investitionsanträge habe die Kommission auf deren Machbarkeit und Dringlichkeit überprüft. In der nun vorliegenden Investitionsrechnung geht die Gemeinde insgesamt von einem Nettoaufwand von gut 0,7 Millionen Franken aus.

Über folgende Investitionsanträge wird die Gemeindeversammlung abstimmen: Die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs, den Ersatz der Informatik-Hardware, die Ufersanierung der Dünnern, den Strassenausbau und die Sanierung der Wasser- und Abwasserleitung der Rehgasse (zweite und dritte Etappe) und das Schutzwaldprojekt Wengi. Da die aufgezählten Investitionsanträge den Betrag von mindestens 50000 Franken erreichen, muss die Gemeindeversammlung diese gutheissen. Bereits getan hat dies der Gemeinderat: Er genehmigte das Budget 2020 und die Investitionsrechnung zuhanden der Gemeindeversammlung.

Weiter will der Rat im kommenden Jahr keinen Teuerungsausgleich für die Löhne und Gehälter entrichten. Die Entschädigungen bleiben somit unverändert. Gleiches gilt für den Feuerwehrersatz- und die Hundeabgabe sowie die Gebühren im Bereich Wasser, Abwasser und Abfall.

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