Trompeter und Tambouren

Thal vertritt den Kanton Solothurn an Rekrutenspielen

Würden sich wieder für eine RS im Spiel entscheiden (v.l.): Joël Zuber, Benjamin Otter, Roman Joller und Mauro Schwab.

Würden sich wieder für eine RS im Spiel entscheiden (v.l.): Joël Zuber, Benjamin Otter, Roman Joller und Mauro Schwab.

Die Thaler Gemeinden stellen je zwei Trompeter und Tambouren im Rekrutenspiel. Derzeit ist das RS-Spiel in Münchenbuchsee BE einquartiert und absolviert die letzten Konzerte, das letzte am 18. November in Biel.

Der Kanton Solothurn ist im aktuellen Rekrutenspiel 16-2/2015 mit 72 Trompetern und Tambouren (ohne Kader und Zeitsoldaten) eher unterdurchschnittlich vertreten. Deren vier sind dabei, es waren aber auch schon deren elf, so wie im Jahr 2002 — damals eine Ausnahmesituation, die sich aufgrund von Verschiebungen ergeben hatte.

Die jetzige Solothurner Vertretung ist ebenfalls eine Ausnahme, stammen doch alle vier Soldaten aus dem Thal und erst noch aus benachbarten Gemeinden: Tromp Roman Joller, Tamb Benjamin Otter und Tromp Mauro Schwab aus Balsthal sowie Tamb Joël Zuber aus Laupersdorf. (Für nicht Eingeweihte: Die Bezeichnung Tromp steht für Trompeter und gilt auch für einen Klarinettisten; Tamb steht für Tambour, auch wenn er die grosse Trommel spielt.)

Eingerückt war sogar noch ein fünfter Thaler. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er jedoch nach einigen Wochen dispensiert. Derzeit ist das RS-Spiel in Münchenbuchsee BE einquartiert und absolviert die letzten Konzerte, das letzte am 18. November in Biel.

Familiärer Hintergrund

So viel ist für alle vier klar: Sie würden sich wieder für eine Rekrutenschule in der Militärmusik entscheiden: «Es fägt.» Sie hätten sehr viel gelernt, insbesondere auch im Fach Theorie, was für sie bisher eher weniger von Interesse war.

Der Entschluss, sich für die Aufnahmeprüfung beim Spiel anzumelden, hat teilweise einen familiären Hintergrund. Tambour Benjamin Otter stammt aus einer Trommler-Dynastie, sein Grossvater Jakob Otter ist Ehrenpräsident des national erfolgreichen Tambourenvereins Laupersdorf-Thal, bei dem auch Benjamin Mitglied ist.

«Mich hat aber niemand gedrängt», betont er, «ich habe halt einfach grosse Freude am Trommeln, und die Kameradschaft im Verein ist super.»

Dem schliesst sich Tamb Joël Zuber an. In Laupersdorf zugezogen, habe er als Zweitklässler die Tambouren spielen gehört und wollte unbedingt mitmachen. Die Aufnahmeprüfung hätten er und Otter relativ locker geschafft.

«Wir waren gut trainiert, da wir wenige Tage vorher an einem Jungtambourenfest mitgemacht haben.» Beide sagen, sie würden sich weiterhin dem klassischen Trommelspiel widmen, wobei es schon mal etwas mehr Show sein dürfe, so wie beim Avenches Tattoo, bei dem das RS-Spiel einen Auftritt hatte.

Profi werden kein Thema

Bereits im Kindergarten auf dem Cornet zu spielen begonnen hat Roman Joller, zur Freude seines Vaters Toni, ehemaliger Militärtrompeter und Dirigent. Der Eintritt zu den Young Harmonists Balsthal und später zur Musikgesellschaft Konkordia lag auf der Hand.

Denselben Weg ging auch Mauro Schwab, nachdem er in der vierten Klasse die Blockflöte gegen ein Waldhorn ausgetauscht hatte.

Hans Burkhalter, Dirigent der «Konkordia» und Musiklehrer, bereitete dann Joller und Schwab auf die Rekrutenprüfung vor. Beide lieben es, in der «Konkordia» mitzuspielen und können sich vorstellen, bei der Ausbildung des Nachwuchses mitzuhelfen.

Joller hat eine kaufmännische Ausbildung und interessiert sich für den Verkauf. Mauro Schwab ist Schreiner und möchte vorerst auf demselben Beruf weiterarbeiten. Dasselbe will Joël Zuber tun, er hat Polymechaniker gelernt. Benjamin Otter nimmt demnächst ein Studium auf.

Eine berufliche Laufbahn als Musiker schliessen alle vier aus. «Da hätte man schon früher anders einsteigen müssen», sagt Joller stellvertretend. Das lasse sich leicht feststellen bei jenen Kollegen im RS-Spiel, die sich auf die Musikhochschule vorbereiten oder bereits ein Teil des Studiums hinter sich hätten.

Schlusskonzert Mittwoch, 18. November, 19.30 Uhr, Kongresshaus Biel.

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