«Superresultat»
Steuereinnahmen und Budgetdisziplin: Welschenrohrer Rechnung 2019 schliesst erfreulich

Die Rechnungsgemeindeversammlung von Welschenrohr kann wie geplant durchgeführt werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Gemeinde hat ein gutes Jahr hinter sich. Zuhanden der Rechnungsgemeindeversammlung kann ein Ertragsüberschuss von exakt 525'951 Franken vorgelegt werden.

Die Gemeinde hat ein gutes Jahr hinter sich. Zuhanden der Rechnungsgemeindeversammlung kann ein Ertragsüberschuss von exakt 525'951 Franken vorgelegt werden.

Bruno Kissling

«Die Rechnung 2019 schliesst mit einem Superresultat», freute sich der Welschenrohrer Fiko-Präsident Beat Allemann, als er an der vergangenen Gemeinderatssitzung die Zahlen präsentierte. «Wir können zuhanden der Rechnungsgemeindeversammlung einen Ertragsüberschuss von exakt 525'951 Franken vorlegen.» Dieser gute Abschluss sei im Wesentlichen durch erfreuliche Steuereinnahmen sowie eine sehr gute Budgetdisziplin erreicht worden. Natürlich helfe auch der schöne Finanzausgleichsbeitrag des Kantons von rund 1,55 Mio. Franken der Gemeinde, so Allemann. Budgetiert worden sind 2 Mio. Franken an Steuereingängen von natürlichen Personen. Tatsächlich eingegangen sind 2,19 Mio. Franken. Erfreulich ist auch der Anteil der Steuern von juristischen Personen, welche um gut 150'000 Franken höher ausgefallen sind als budgetiert. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 888 Franken.

Gemeindeverwalterin Daniela Altermatt wies auf die abweichenden Posten in der Erfolgsrechnung gegenüber dem Budget 2019 hin. Weniger Geld (-7800 Franken) beanspruchte die öffentliche Sicherheit und die Bildung (-67'600 Franken). Grund hiefür sind geringere Schülerzahlen. Mehrkosten sind im Bereich Gesundheit zu verzeichnen, und zwar schlägt der Posten «Rückerstattung Wegkostenpauschale» mit rund 65'000 Franken mehr zu Buche als geplant. Auch bei der Sozialen Sicherheit (Ergänzungsleistungen IV) mussten um rund 11'000 Franken mehr als budgetiert aufgewendet werden.

Im Bereich Umwelt und Raumordnung konnten bei den Wassergebühren aufgrund der früheren Ablesezeit statt geplanten 155'000 Franken nur 140'000 Franken eingezogen werden. Hingegen gab man für Gewässerverbauungen statt 25'000 Franken nur 7800 Franken aus.

Auch die Spezialfinanzierungen schliessen alle positiv: Wasser mit von 19'000 Franken; Abwasser mit 4577 Franken und Abfall mit 8100 Franken Plus.

Beat Allemann stellte sodann den Finanzplan der künftigen Fusionsgemeinde Welschenrohr-Gänsbrunnen bis ins Jahr 2025 vor. Grössere Posten werden bei der Spezialfinanzierung Abwasser erwartet. Jedoch sei hier ein Polster vorhanden. Mittelfristig sind auch Gelder für ein neues Tanklöschfahrzeug geplant. Sicherheit gibt dem Fiko-Präsident die Tatsache, dass vom Kanton ein Fusionsbetrag von 400000 Franken versprochen ist. Ebenfalls sei der Finanz- und Lastenausgleich bei der Fusion auf den Betrag von 2020 für sechs Jahre zugesichert. Die Zahlen wurden so von den Gemeinderäten genehmigt und werden der Rechnungsgemeindeversammlung vom kommenden 22. Juni vorgelegt. Gemeindepräsidentin Therese Brunner zeigt sich sehr erfreut darüber, dass diese Versammlung mit der erforderlichen 2-Meter-Abstandsregel durchgeführt werden kann, denn: «An dieser Versammlung muss auch ‹Eintreten auf die Fusion Welschenrohr-Gänsbrunnen› beschlossen werden.»

ARA Falkenstein stellt Fragen zur Zukunft

Der Gemeinderat nahm Kenntnis vom Baurechtsvertrag Rückhaltebecken ARA Welschenrohr mit der ARA Falkenstein. Darin wird geregelt, dass sämtliche technischen Einrichtungen im Rückhaltebecken ins Eigentum der ARA Falkenstein übergehen. Hingegen gehört das Gebäude und das Gelände weiterhin der Gemeinde Welschenrohr.

Die ARA Falkenstein will von jeder Anschlussgemeinde wissen, wie sie ihre Bevölkerungsentwicklung für die kommenden zwanzig Jahre einschätzt. «Eine schwierige Frage», gestand Therese Brunner und stellte die Frage zur Diskussion. Das Welschenrohrer Leitbild besagt, dass man mit einer Bevölkerungszunahme pro Jahr von 0,5 Prozent rechnet. Hingegen gehen die Prognosen des Kantons von einer Abnahme aus. Die Frage stellt die ARA Falkenstein, um die Ausmasse für künftige Projekte einschätzen zu können. Nach eingehender Diskussion wurde geschätzt, dass die Gemeinde bis ins Jahr 2040 mit 1300 Einwohner rechnet. Eine grösserer Diskussion entspann sich im Rat zum Traktandum «Ausbildungspauschale Spitex». Gemäss einem Regierungsratsbeschluss soll der Spitexorganisation 80 Rappen pro geleisteter Arbeitsstunde für Auszubildende bezahlt werden. Nicht klar ist allerdings, wer diese Kosten zu bezahlen hat. Therese Brunner stellte dem Rat zwei Varianten vor: «Entweder zahlt die Gemeinde den vollen Betrag, was in unserem Fall rund 1500 Franken für 2019 beträgt. Oder wir lassen den Betrag an die Klienten verrechnen.» Im Rat ärgerte man sich über die «schwammigen» RRBs, die offenlassen, wer schlussendlich solche Kosten zu bezahlen hat. «Mit der Wegpauschale war es das gleiche», wurde gesagt. Schliesslich wurde beschlossen, dass diese Ausbildungspauschale durch die Einwohnergemeinde beglichen wird.