Neuendorf
Schweizer Fussball-Nati sorgt an Schulschussfeier in Neuendorf für Jubel

An der der Primarschule wurden fünf Lehrkräfte verabschiedet, Lehrerin Ursula Heim sogar mit Video-Grussbotschaften von der Fussball-Nati aus Brasilien. Die Schülerschaft reagierte begeistert, auch wenn die Schweizer inzwischen ausgeschieden sind.

Erwin von Arb
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Wurden verabschiedet (v.l): Esther Dietrich, Ursula Heim, Susi Bürgi, Monika Ruch Widmer und Melanie Fingerle.

Wurden verabschiedet (v.l): Esther Dietrich, Ursula Heim, Susi Bürgi, Monika Ruch Widmer und Melanie Fingerle.

Erwin von Arb

Frenetischer Jubel erfüllte das Foyer des Primarschulhauses Neuendorf, als am Mittwoch die rund 200 Schülerinnen und Schüler an der Schulschlussfeier auf der Grossleinwand Nati-Stars wie Xherdan Shaqiri, Diego Benaglio oder Gökhan Inler erblickten, welche der in Pension gehenden Lehrerin Ursula Heim mittels einer Video-Botschaft von der WM in Brasilien alles Gute wünschten. Aufgenommen wurde das einmalige Video von Franz Pfluger, Materialwart der Schweizer Nati und Cousin von Ursula Heim. Allerdings noch vor dem dramatischen Ausscheiden der Schweizer.

Kanton streicht Lehrerstelle

Grossen Jubel und lang anhaltenden Applaus ernteten an der Schulschlussfeier aber vor allem die fünf Lehrkräfte, welche die Primarschule Neuendorf auf Ende des Schuljahres verlassen. Dazu gehört auch 5.-Klass-Lehrerin Melanie Fingerle. Nach nur einem Jahr verlässt sie Neuendorf wegen der Streichung einer Lehrerstelle durch den Kanton in Richtung Hägendorf, wie Schulleiterin Doris Bärtschiger erwähnte.

Verabschiedet wurde auch Kindergärtnerin Monika Ruch Widmer, die sich nach zwei Jahren Schuldienst vermehrt ihrer jüngst eröffneten Homöopathie-Praxis widmen will.

Mehr Zeit für Theaterleidenschaft

Frühzeitig in Pension geht die schulische Heilpädagogin Esther Dietrich. Sie war seit 2009 an der Primarschule tätig. Kommunikation und Spontanität gehörten zu ihren Stärken, sagte Schulleiterin Bärtschiger. Unvergessen blieben die zahlreichen Theaterprojekte, welche Esther Dietrich mit dem Kindergarten und Unterstufe einstudiert habe. Sie arbeite in diesem Bereich auch mit Behinderten, mit welchen sie alljährlich eine Theateraufführung auf die Beine stelle. Dieser Leidenschaft sowie ihren anderen Hobbys wolle Esther Dietrich nun vermehrt nachgehen, so Bärtschiger.

Von viel Applaus und lauten Jubelrufen begleitet betrat die in Pension gehende Lehrerin Ursula Heim die Bühne. Doris Bärtschiger erinnerte in ihren Ausführungen an die lange Zeit, in welcher Ursula Heim in Neuendorf als Lehrerin tätig war. Ihr Einstieg in den Beruf erfolgte 1971 in Oensingen, wo sie fünf Jahre 1. und 2. Klassen unterrichtete. Daneben absolvierte Ursula Heim eine Ausbildung zur Katechetin und erteilte in der Folge über lange Jahre Religionsunterricht in Neuendorf, wo sie später auch als Lehrerin im Teilzeitpensum 1. bis 4.-Klässler unterrichtete.

Im fast allen Gäuer Gemeinden tätig

1976 folgte eine Ausbildung zur Legasthenietherapeutin. Von 1976 bis 1999 betreute sie als Therapeutin Schüler in den Gemeinden Mümliswil, Balsthal, Oensingen, Egerkingen, Neuendorf, Kestenholz, Oberbuchsiten und Wolfwil. Nach einer zusätzlichen Ausbildung für Dyskalkulie im Jahr 1986 war Ursula Heim in der Lage, auch Kinder mit Schwierigkeiten in der Mathematik zu begleiten und zu fördern. Ab 2000 war sie für den Kanton als Fachkraft für leistungsschwache Kinder tätig und betreute in dieser Funktion sämtliche Gäuer Gemeinden ausser Egerkingen. Mit ihrer positiven Gelassenheit habe es Ursula Heim bis in die jüngste Zeit geschafft, auf die Kinder zuzugehen und sie auf ihrem Weg erfolgreich zu unterstützen, so Bärtschiger. Mit dem «Neuendörferlied» von Pfarrer Paul Eggenschwiler, vorgetragen durch die 3. und 4. Klasse, erfuhr Ursula Heims Engagement auch eine symbolische Würdigung.

Den Schluss im Reigen der verabschiedeten Lehrkräfte machte Susi Bürgi, die 30 Jahre als Deutschlehrerin für fremdsprachige Schüler an der Primarschule tätig war. Bärtschiger hob Susi Bürgis familiäre Art des Unterrichtens hervor. «Sie hat den Kindern neben der deutschen Sprache auch unsere Mentalität vermittelt. Wichtige Werte, für die Zukunft», befand die Schulleiterin.

29 Schüler treten in Oberstufe über

Musikalisch umrahmt wurde die Schulschlussfeier mit einigen Liedern aus dem Singspiel «Balz – uf dr Suechi nach sim Talent». Vorgetragen wurden diese unter der Leitung von Andreas Studer von den 29 im neuen Schuljahr in die Oberstufe übertretenden Schülerinnen und -Schüler. Zum Abschied erhielten die Jugendlichen ein blaues Badetuch mit einem darauf gestickten Wappen von Neuendorf als Präsent.