Balsthal

Rüebli, Gurken und Co. frisch geerntet: Projekt soll Kinder und Eltern motivieren, selbst zu gärtnern

Seit März konnten Kinder zwischen vier und elf Jahren beim Obst-und Gartenbauverein Balsthal gärtnern. Das erfolgreiche Projekt «Gartenkind» neigt sich langsam dem Ende zu.

Vor dem Eingang zu dem in allen Farben leuchtenden Garten beim ehemaligen Hunzikerhof steht eine schwarze Tafel mit der Aufschrift: «Heute Bohnen und Gurken ernten, dann Gründünger säen.» Um 15.30 Uhr nach der Schule tauchen die Gartenkinder der zweiten Gruppe unvermittelt auf. Sie hatten es eilig. Ihre Schulrucksäcke verstauen sie im Gartenhäuschen, um danach sofort zu ihren Gartenbeeten oder zum Gemeinschaftsbeet zu rennen.

Mit Freude nehmen sie zur Kenntnis, dass ihre selbst gesetzten Pflanzen wieder ein gehöriges Stück gewachsen sind. Auch die Giesskannen kommen sofort zum Einsatz. Nach langer Hege- und Pflegezeit, welche von Ende März bis Ende September dauert, kann heute einmal mehr Vieles geerntet werden. Und was da alles wie von Zauberhand aus der Erde gewachsen ist: Kopfsalate, Zwiebelchen, Rüebli, Randen, Radieschen, Kresse, Kohlrabi, Broccoli, Bohnen, Fenchel, Blumen und mehr.

Ziel: das Gärtnern wieder fördern

Monika Kämpf und Heinz Feldmann, die beiden Leiter berichteten, dass sie nach den in zwei Gruppen abgehaltenen Kursnachmittagen, welche wöchentlich stattfinden und jeweils eineinhalb Stunden dauern, viele positive Rückmeldungen von den 15 jungen Kursteilnehmern, aber auch den Eltern entgegennehmen durften. Viele Kinder hätten jetzt schon gefragt, ob im nächsten Jahr wieder ein solcher Kurs stattfinde.

Sowohl Kämpf wie auch Feldmann erachten ihr Engagement für die Natur und für die Kinder als Teil der Öffentlichkeitsarbeit ihres Vereins. Man wolle Kinder und Eltern motivieren, selber zu gärtnern, und sei dies auch nur in kleinerem Rahmen. Beide aber heben auch hervor, dass die Durchführung eines solchen Kurses viel Ausdauer und Motivationsfähigkeit von ihnen verlangt. Das Durchhaltevermögen sei nicht bei allen Kindern gleich ausgebildet. Und, es gäbe auch ausserhalb des Kurses viel im Garten zu tun.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm

Eigenes Gemüse, Blumen und Kräuter nach Hause bringen zu dürfen, ist ein besonderes Erlebnis für die Kinder, die sich ihre ganz eigenen Gedanken zum Kurs machen. «Das Ernten ist schön, aber das Nachhauseschleppen des Gemüses ist halt schon anstrengend.» «Anpflanzen gefiel mir sehr gut, das Jäten aber weniger», heisst es da. Ein Mädchen ist etwas enttäuscht darüber, dass es mehr grüne statt gelbe Stangenbohnen in seiner Stofftasche hatte.

Ein anderes Kind erinnert sich am liebsten an das Schlecken von selbst gemachten Glacés: »Mmmh, Erdbeerglace, war das gut!» Für viel Gesprächsstoff und Aufregung sorgte auch eine Maus, welche sich heimlich an den Tomaten und Gurken gütlich tat. Doch in diesem Kurs stand nicht nur Gärtnern auf dem Programm. Es wurden auch Teekräuter getrocknet, Komposthaufen gesiebt, Brennnesseljauche hergestellt, Lavendelsäcklein gebastelt, Erbsen ausgehülst, Maiskolben gegessen und mehr. Auch das Spielen kam nicht zu kurz. Besonders ein Foto-Quiz kam bei den Kids ganz gut an.

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