Aedermannsdorf

Rahel Frey drückt aufs Gaspedal - und zwar mit voller Wucht

Hier ist die Aedermannsdörferin in ihrem Element. Hinter dem Steuer ihres Audi R8. Bilder: Zvg

Hier ist die Aedermannsdörferin in ihrem Element. Hinter dem Steuer ihres Audi R8. Bilder: Zvg

Die 29-jährige Solothurnerin Rahel Frey ist Audi-Werkspilotin und so stark wie nie zuvor. Wenn es die Zeit zulässt, hilft die Thalerin in der heimischen Garage in Aedermannsdorf aus.

Eine grossartige Saison mit einem Sieg zu beenden, ist das Grösste», freut sich Rahel Frey. Die 29-jährige gebürtige Solothurnerin, die in Aedermannsdorf wohnt, blickt auf das erfolgreichste Jahr als Audi-Werkspilotin zurück. Der Sieg im Rahmen des ADAC-GT-Master-Finals auf dem Hockenheimring, einer populären Serie für Gran-Turismo-Autos, von dem Frey spricht und den sie mit Partner Philip Geipel errang, steht zuoberst auf ihrer persönlichen Hitliste 2015. «Motorsport ist generell etwas sehr Emotionales. Wenn man dann zuoberst auf einem Podest stehen darf und die Teammitglieder sogar weinen sieht, berührt mich das schon sehr», so Frey. Da seien schliesslich viele Leute am Werk, die all das in ihrer Freizeit täten und viel Zeit und Geld in ihr geliebtes Hobby investierten. Nebst dem ADAC GT Masters war Frey heuer auch viel in Asien im Rahmen des Audi R8 LMS Cups (China) auf der Piste. Und auch da gab es zahlreiche Podeste zu feiern.

Der R8 und Frey – das passt prima. Eine «Lovestory», die man auch bei Audi würdigend zur Kenntnis nimmt. So hat Rahel Frey den Vertrag als Pool-Fahrerin für die nächste Saison bereits in der Tasche. «Das freut mich sehr», sagt sie. Denn: «Das ist das Wichtigste – vor Weihnachten zu wissen, was man nächstes Jahr tut.»

«Ich konnte diese Saison sehr viel fahren. Das war zweifellos die Basis des Erfolgs», sagt Rahel Frey, die am 23. Februar ihren Dreissigsten feiert. Wenn es nach ihr ginge, am liebsten in einer Berghütte mit Freunden. Zudem habe sie am Anfang ihrer Zeit bei Audi in der bekannten Deutschen Tourenwagen Meisterschaft DTM oft harte Zeiten durchgemacht. Umso mehr habe ich daraus gelernt.» Jetzt könne sie von damals, kombiniert mit vielen Einsätzen von heute, davon profitieren. «Ich spüre mich und das Auto viel feiner und kann präzis sagen, was ich brauche.» Die alles entscheidende Qualität, die in diesem Business nebst Talent Champions auszeichnet.

Nach einigen «Gala-Auftritten» , Tests und Einsätzen für ihren Arbeitgeber stehen für die schnelle Solothurnerin bald ein paar freie Tage an. Richtig Ferien habe sie eigentlich nie. Abgesehen eben von der einen Woche über Weihnachten/Neujahr, die sie mit der Familie in den Bergen verbringt. «Das hat Tradition bei uns», hält sie fest.

Wer nun denkt, dass in einer Garagisten-Familie bei jeder Gelegenheit über Kolben, Drehmomente und Kupplungen philosophiert wird, täuscht sich. «Ich glaube, da hätte Mama überhaupt keine Freude.» Es gibt auch Menschliches zu diskutieren bei Freys.

Sportlich ist Rahel Frey während besagter Weihnachtstage oft mit ihren Langlaufski unterwegs. «Man muss sich ja fit halten.» Rennfahren geht schliesslich viel mehr an die körperliche Substanz, als man sich das gemeinhin vorstellt. Und wie verhält es sich mit dem Ehrgeiz auf der Loipe? Schleicht sie sich da auch im Windschatten des Vordermanns an, um dann plötzlich zum griffigen Überholmanöver anzusetzen? «Es kommt drauf an, wer vor mir läuft», lacht die Motorsportlerin. Doch, gibt sie zu, wenn sie für sich unterwegs sei, gebe sie gerne Gas.

Auch während der Saison kehrt Frey regelmässig, wenn auch nur tageweise, in ihre Heimat zurück und hilft dann, sofern sie ihr eigenes Büro als Profi-Rennpilotin erledigt hat, in der elterlichen Thal-Garage mit. Den Mechanikern sagen, wie sie was zu machen hätten, würde sie freilich nie. «Nein, um Himmels willen, das käme gar nicht gut.» Der Kundenkontakt am Telefon ist eher ihr «Röscho».

Der Siegespokal des ADAC-GT-Masters-Final in Hockenheim steht im Showroom der Garage. Dass man in ihrer Heimat Notiz nimmt vom Verlauf ihrer Rennfahrer-Karriere, spüre sie nicht so heftig, aber immer mal wieder, sagt Rahel Frey. «In netten Gesprächen mit der Kundschaft etwa.»

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